Werbung

Das Mount Everest Projekt – Bloggen

| 11.01.2017 | Allgemein | Keine Kommentare

Treffen sich zwei Yetis im Himalaja und unterhalten sich. Sagt der eine zum anderen:

„Stell dir vor, gestern ist mir der Reinhold Messner über den Weg gelaufen.“

„Wie, den gibt es wirklich?“

Ein Blog-Projekt zu starten, dürfte für viele in etwa das bedeuten, was für einen Alpinen Bergsteiger die Bezwingung des Dachs der Welt ist. Da kommt es schon mal vor, dass man im Schnee Yetis sieht, wo keine sind. Mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung schaffen aber auch gut trainierte Alpinisten den Aufstieg zum Gipfel des Mount Everest. Und in etwa so verhält es sich auch mit dem Aufbau des eigenen Blog. Hat Frau oder Mann die ersten Hürden genommen, war dann später alles halb so schwer.

Nun sind Blogger in der Regel keine Bergsteiger, was umgekehrt durchaus der Fall sein kann, und somit auch nicht unbedingt scharf auf möglichst viele Höhenmeter. Blogger stehen aber auch auf hohe Zahlen, insbesondere wenn sie die Anzahl der Nutzer, Sitzungen und Seitenaufrufe betreffen. Je höher desto besser, ist die Devise für jeden Blogger. Auf meinem ersten Blogger-Stammtisch war dies auch ein Thema unter den anwesenden Bloggern. Interessant war hier die Aussage eines Bloggers, dass wenn er keine aktiven Maßnahmen in den sozialen Netzwerken unternimmt, die täglichen Besucherzahlen in den Keller gehen.

Und wie will ich mit nur 2 Füßen und einem Kopf zwei Achttausender gleichzeitig besteigen – nacheinander würde ich mir noch gefallen lassen. So lang sind meine unteren Extremitäten nun auch nicht, dass ich locker den Spagat zwischen K2 und Mount Everest hinbekomme – mal ganz davon abgesehen, dass ich in der Hüfte so flexibel und gelenkig wie eine gute alte Eisenbahnschwelle bin.

Longterm vs. Shortterm Posts

Mein Cousin ist eigentlich sogar ein begnadeter Blogger, noch dazu auch Webdesigner, und nicht ganz so begnadeter Musiker – also eher Geronimo’s PONTIAC (Poor Old Nigger Thinks It’s A Cadillac). Ich meine Dieter und Thomas hängen mir von je her zum Hals heraus und meine Hämorriden können leider nicht singen, aber mein Cousin bringt die Sache nochmal auf die Spitze – nicht nur Gesangs-technisch. Geile Domain, eigentlich geiles Konzept und? Nichts, in Schönheit gestorben. Kurz hoch gepuscht, um dann direkt und knallhart auf den Boden der Tatsachen aufzuschlagen. Also das Blog-Design alleine ist kein Garant für den Erfolg. Man sollte schon mindestens so schlecht Singen können wie Dieter und Thomas – was macht eigentlich Nora?

Eigentlich müsste ja dieser Teil jetzt Longtail vs. Shorttail Keyword heißen, weil darauf läuft es SEO-technisch hinaus. Und an dieser Stelle werden meine Themen dann ganz schnell nicht mehr zeitlos. Und auch meine Tutorials unterliegen jahreszeitlichen Schwankungen – wie aber Serienbriefe mit Weihnachtskerzen semantisch zusammenhängen, konnte ich bis dato noch nicht evaluieren. In jedem Fall unterliegen meine Tutorials den gleichen Gesetzmäßigkeiten des Googeln, wie jeder andere Blogbeitrag auch. So ein Beitrag ist ja auch nur eine Stecknadel im Heuhaufen Internet, die erst einmal gefunden werden muss.

Ich mache mir jetzt nicht die Mühe im Vorfeld eines jeden Artikels eine Keyword Analyse bei Google durchzuführen, um dann denn Artikel darauf auszurichten, wonach in der Vergangenheit irgendwelche Vollpfosten nach einem ähnlichen oder gar dem gleichen Thema gesucht haben. Interessanter ist es doch zu antizipieren, wonach der DAU morgen suchen könnte – und das ist wohl kaum das, wonach er gestern erfolgreich gesucht hat. Und so dumm ist kein DAU, dass er nicht in der Lage ist, seine Suche immer weiter zu verfeinern, um dann nicht doch die lang ersehnte Lösung hier zu finden.

Als Blogger stehen wir im Grunde vor der gleichen Herausforderung wie unsere Mutter Erde. Die kann ja auch nicht sagen, so ich habe mich einmal um die eigene Achse gedreht und das ganze Universum gesehen. Jetzt habe ich keine Lust mehr und drehe mich einfach nicht mehr um die eigene Achse – wird ja mit der Zeit so schrecklich langweilig. Aber genau das ist die Challange, vor der ich als Blogger stehe. Es geht nicht darum, ob ich nun täglich, wöchentlich oder nur einmal im Monat einen Beitrag auf meinem Blog veröffentliche. Der Rhythmus und die Gleichmäßigkeit machen die Musik. Im übrigen genau das Loch, in das ich im letzten Jahr gefallen bin und was man fälschlicher Weise dann gerne irgendwo als Schreibblockade bezeichnet – nö ich hatte kein Projekt, über das ich schreiben konnte und habe Nonsens produziert – Punkt.

Das Projekt oder die Mission ist der Schlüssel zum Erfolg – weil gut schreiben können viele. Und nur weil ich den Berg rufen höre, bin ich immer noch nicht der erste auf dem Matterhorn. Der Luis würde jetzt jetzt sagen, des is mia wurscht ob da Berg ruaft, haupsach er kummt nicht – Damit meint er Lawinen, Steinschläge oder Moränen, die sich so von Zeit zu Zeit den Berg hinab der Schwerkraft folgend Richtung Tal bewegen. Unter Bloggern wird so etwas auch beiläufig als Shitstorm bezeichnet – auch eine Form seinen Blog schlagartig bekannt zu machen. Meine Versuche solche Traffic-Waves gegen mich zu provozieren, sind in der Vergangenheit leider immer wieder kläglich gescheitert – Shit happens.

Flasche Fährte und Ende

Und führe mich nicht in Versuchung, der ich nicht widerstehen kann. Online-Magazin oder Blog? Wie, könnt ihr euch entscheiden? Irgendwie zwischen den großen 4 Buchstaben und dem Feuilleton angesiedelt versucht so mancher Hobbyschreiber auf Journalist mit redaktionellen Gedöns zu machen. Und die Mutti, die einen auf Stiftung Warentest macht und für den chinesischen Billigimporteur von Consumer-Elektronik den gesponserten Produkttest mit persönlicher Note schreibt, darf dann den Elektronikschrott auch noch selbst entsorgen – in der Packung waren….  Ja klar auch ich schreibe über Produkte – Windows Server, Windows 10 oder Ubuntu sind auch Produkte, mit denen der Hersteller Umsätze erzielt. Wer bloggt wird in der dieser Welt des Konsums kaum darum herum kommen, auch nur Ansatzweise nicht über irgendein Produkt oder eine Dienstleistung oder etwas dazwischen zu bloggen.

Klar gibt es die Technet und da steht auch schon alles eigentlich drin. Aber ist es nicht viel cooler auf irgendeinem Blog genau die spezielle Lösung für sein eigenes Problem zu finden? Jäh – ich habe es ohne die Hilfe aus Redmond USA geschafft – nicht ganz, weil ich habe vorher, ihr wisst schon wo, nachgesehen. Und ich habe ja schließlich auch meine Befriedigung daran – nicht nur wegen der Höhe der Besucherzahl – irgendein Dummy klickt immer in die Werbebanner – in diesem Sinne….

Tags:

Werbung

Schreib einen Kommentar