12 Monate WordPress

DSCN1290(683x683)Alea iacta est – Die Würfel sind gefallen. Der Satz geht auf die Biographie von Julius Caesar zurück, der beim Überschreiten des Rubikon seinen Männern damit klarmachen wollte, es gibt keinen Weg zurück und der Ausgang ist ungewiss. Mit der Entscheidung das Content Management System zu wechseln und parallel einen Domain-Umzug zu vollziehen, war mir auch klar, das irgendwann der Point of no return (der Punkt an dem es keinen Weg zurück gibt) kommen wird. Dieser Tag war der 26. Oktober 2014. An diesem Sonntag vor 12 Monaten war alles soweit vorbereitet, dass ich den alten Blog vom Netz nehmen konnte und der neue Online ging. Hier meine Erfahrungen aus 12 Monaten mit WordPress.

Ausgangslage

Seit 5 Jahre blogge ich auf meiner Internetseite. Ich hatte die Domain und ich wollte den Webspace nicht ungenutzt brach liegen lassen. Da lag es sehr nah, dass ich die Seite dafür nutzte, um meine How-To-Do’s dort zu veröffentlichen. Ich hatte mich in das Content Management System Joomla eingearbeitet und es mit einigen Plugins zum Blog gemacht. Das ganze dümpelte so 3 Jahre vor sich hin, bis in 2013 die Besucherzahlen nennenswerte Größen erreichten. Im darauf folgenden Jahr konnte ich die Besucherzahlen nochmals etwas nach oben schrauben. Mitte 2014 stand dann die Frage im Raum, ob ich an diesem Punkt verharren will, oder ob ich mehr erreichen will.

Time is Money – Die Arbeitsweise beim Schreiben von technischen Dokumentationen ist immer die Gleiche. Erst wird der Vorgang am PC durchgeführt und jeder Schritt mittels Screenshot dokumentiert. Anschließend packt man die Screenshots in ein Word oder Writer Dokument und schreibt den Text. Anschließend kopiert man den Text in den Editor des CMS (Content Management System) und fügt die Screenshots dort neu hinzu. An diesen Arbeitsschritten hat sich nichts geändert. Mit Joomla ist das Hochladen und Einfügen von Bildern, mehr als 1600 sind in diesem Blog bis jetzt Online, sehr mühsam und aufwendig. An einem Artikel mit 10 oder mehr Screenshots saß ich dann schon mal mehrere Stunden, bis alles soweit war, das ich ihn veröffentlichen konnte. Das kostete Zeit, die an anderer Stelle benötigte.

Die Lösung, der Plan und die Umsetzung

Ein bisschen Google und eine lokale Testinstallation von WordPress brachten die Lösung. WordPress ist hier einfacher und schneller zu bedienen. Viele Aufgaben werden mir im Hintergrund abgenommen ohne das ich mir darüber Gedanken machen muss. Meine Designvorlage konnte ich übernehmen, da ich sie mit Artisteer gebaut hatte (ein Tool zum erstellen von Designvorlagen). Ich musste diese nur im WordPress-Format exportieren und schon war dieses Thema erledigt. Der Plan war schnell erstellt. Neue Domain mit WordPress hochziehen, die Artikel aus Joomla kopieren und in WordPress einfügen und wenn alles umgezogen ist, die alte Domain auf die neue Domain umziehen.

Für den Umzug der Artikel habe ich dann zweieinhalb Monate benötigt. Immer wieder am Wochenende habe Artikel für Artikel per Drag and Drop in WordPress neu angelegt. Mitte Oktober war ich dann fertig. Am 26 Oktober habe ich dann auf der alten Seite die htaccess angepasst, in den Google Webmastertools den Domain-Umzug gestartet und begonnen die 301-Redirects zu pflegen. Das war es schon.

Bloggen mit WordPress

Die Bedienung von WordPress ist intuitiv, einfach genial. Schon während der Migration habe ich die Vorzüge von WordPress kennen und lieben gelernt. Das organisieren der Bilder auf dem Webspace gehört der Vergangenheit an. Jeden Artikel, nach dem er veröffentlicht wurde, erst umständlich in den Google Webmaster Tools über den Import der Sitemap bekannt zu machen, ist bei WordPress völlig überflüssig geworden. Gerade die Suchmaschinenoptimierung ist zum Kinderspiel geworden und kostet fast keine Zeit mehr. Ich kann mich endlich auf das konzentrieren, was ich eigentlich will – Bloggen!

Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Da ich WordPress aber ausschließlich für das verwende, für was es ursprünglich entwickelt wurde, als Content Management System für Blogger, gibt es aus meiner Sicht definitiv nichts zu meckern. Für die ganzen Spam-Kommentare, die ich jeden Tag erhalte, ist ja schließlich nicht WordPress verantwortlich. Dafür funktionieren die Spam-Filter hervorragend und wenn ich alle zwei Tage die Spam-Kommentare lösche, läuft der Spam-Ordner auch nicht voll.

Bloggen mit WordPress macht Spaß. Trotzdem würde ich WordPress als Content Management System nicht für jedes Homepage Projekt uneingeschränkt empfehlen oder einsetzen wollen. Joomla oder Typo 3 sind Systeme die je nach Anforderungen, die bessere Wahl sind. Für eine Unternehmenspräsenz, wo sich die Inhalte nicht täglich ändern, würde ich immer noch Joomla vorziehen. Auch wenn ich meine Inhalte in mehreren Sprachen anbieten will, ist Joomla immer noch die bessere Wahl. Als Blogger, der täglich seine geistigen Ergüsse schnell online präsentieren will und auf eine sauber implementiert Kommentar-Funktion nicht verzichten will, ist WordPress die optimale Wahl.

Ausblick und Fazit

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Hier will ich mal wieder auf meine Facebook Wawi Gruppe verweisen. Wer austeilt muss auch einstecken können. Ich weiß nicht mehr, wer – zurecht – die grafische Umsetzung meiner Homepage kritisiert hat. Ich glaube es war der Maik (bitte berichtigen wenn ich falsch liege). Er hat recht. Technisch gibt es hier eine Menge in der Zukunft zu verbessern. Ich bin gerade dabei ein Template auf der Basis von HTML Bones zu bauen, was fast völlig ohne Javascript auskommt und dennoch voll responsive ist. Das ganze wird eine Zeit dauern bis es fertig ist. Mit dem neuen Design soll parallel der Amazon-Shop – der definitiv nichts bringt und so von Amazon auch nicht mehr unterstützt wird – durch eine neue Lösung abgelöst werden. Ziel ist es den Seitenaufbau deutlich zu beschleunigen und damit auch das Lesen auf mobilen Geräten zum Genuss zu machen. Die Werbung auf diesem Blog wird definitiv den Änderungen nicht zum Opfer fallen. Hier muss ich die Kritiker enttäuschen.

Auch wenn ich durch die Umstellung einen Rückgang der Besucher hinnehmen musste, hat sich für mich der Umstieg auf WordPress voll gelohnt. Der Domain-Umzug wäre vielleicht nicht notwendig gewesen. Ich wollte aber die Domain schaemicon haben. Die Umsätze die mit diesem Blog erziehlt habe sind in 2015 im erwarteten Maße gestiegen und haben sich im Vergleich zu 2014 verdoppelt. Das reicht zwar immer noch nicht zum Leben, aber es deckt die Kosten des Webspace. Unterm Strich kann sich sagen, dass der Umstieg zu WordPress für mich als Blogger die richtige Entscheidung war.

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