Arbeitsplatzmodernisierung – Deutsche Unternehmen hinken hinter her!

Wie geil ist das denn? Da flattert doch heute eine Pressemitteilung mit dem Titel “Workplace Modernisierung: Deutsche Unternehmen hinken hinterher!” in mein Postfach. Erste Reaktion aus meinem Hinterstübchen: “Kleinhirn an Großhirn, habe ich da hinken verstanden?” “Großhirn an Kleinhirn, klappe halten, da sonst die Krabbelgruppe vom Niederrhein schon wieder denkt, sie wäre gemeint!” Okay, während so mancher schon vom Workspace träumt, also ein Leben in und mit der Cloud, sind selbst die großen deutschen Konzerne noch nicht so richtig beim Workplace angekommen? Oder verstehe ich da schon wieder etwas falsch? Schauen wir uns doch die Sache etwas näher an.

Workspace schaemicon

Gleich vorne Weg geht mein Dank an Gisela Dauer von Matrix42, die so freundlich war und mich mit ausreichend Informationsmaterial aus Ihrem Haus zu versorgen. Inklusive einiger Infografiken, die ich hier verwendet habe. Auch ich habe mich sehr über das tolle und angenehme Telefonat mit ihr heute gefreut und zum Dank gibt es eins – nein so was mache ich nicht. Weil das Thema haben in der Tat nicht nur die CIOs der Konzerne mächtig verpennt. Zwei Nummern drunter, im sogenannten deutschen Mittelstand, leben die meisten Anwender noch in der IT-Steinzeit. Hier ist es noch so, das der Chef seine Nachrichten mit Hammer und Meißel in Steinplatten hämmert, damit die Sekretärin diese auf der Schreibmaschine abtippt und per Brieftaube verschickt.
Okay, lesen wir uns doch mal die Pressemitteilung in Ruhe durch:

Workplace Modernisierung: Deutsche Unternehmen hinken hinterher

Aber: Sie haben die Notwendigkeit von integrierten Lösungen erkannt

Frankfurt a. M., 17. Januar 2017 – Die im Zuge der Digitalisierung notwendige Modernisierung der Arbeitsplätze in den europäischen Unternehmen schreitet voran. Die Umsetzung von digitalen Workplaces im Sinne eines umfassenden Design- und Servicekonzepts allerdings steckt vielfach noch in den Kinderschuhen. Speziell die deutschen Unternehmen hinken hinterher: Während im Länderdurchschnitt die Workplace Modernisierung in 38 % der europäischen Unternehmen fortgeschritten ist, ist dies in Deutschland nur in 29 % der Fall. 23 % der Unternehmen stehen noch am Anfang, knapp die Hälfte (48 %) hat mit der Realisierung schon begonnen. Das zeigt die aktuelle, von Matrix42 unterstützte, PAC Studie „Digital Workplace in Europe“[1].

Digitale Transformation bedeutet für die europäischen Unternehmen, fundamentale Veränderungen vorzunehmen. Die Ziele der Digitalisierung sind zwar unterschiedlich – Erhöhung der Agilität, Verbesserung der Servicequalität, Prozessoptimierungen oder Innovationsförderung; zentraler Ausgangspunkt für die Veränderungen ist aber stets die Arbeitsumgebung der Mitarbeiter. Denn die Performance der Mitarbeiter ist entscheidend in der digitalisierten, internationalen Wissenswirtschaft. Dementsprechend weisen drei Viertel der von PAC befragten IT- und HR-Manager in Europa und sogar 90 % der in Deutschland Befragten der Qualität der IT-Arbeitsumgebung große Bedeutung für den Unternehmenserfolg zu. In jedem zweiten europäischen Unternehmen hat die Workplace Modernisierung daher hohe Priorität. Allerdings reichen Einzellösungen, wie die Ausstattung der Mitarbeiter mit Mobilgeräten, nicht aus, um den Anforderungen gerecht zu werden. Notwendig sind umfassende Digital Workplace Konzepte, die alle Aspekte von der Beschaffung, über die operativen Prozesse, bis hin zu Support und Sicherheit abdecken.

Die Investment-Agenda verändern

Das Wissen um die Bedeutung der Workplace Modernisierung spiegelt sich bei der Mehrheit der Unternehmen bislang noch nicht in deren Investmentagenda wider. Derzeitige Digitalisierungsinitiativen zielen primär auf die Verbesserung der Interaktion mit den Kunden, die Einführung von Internet of Things Infrastrukturen sowie von Big Data Lösungen. Projekte zur Arbeitsplatzmodernisierung waren in der Vergangenheit vor allem aus Effizienzgründen gestartet worden. Jetzt aber werden sie auf die Erreichung verschiedener Geschäftsziele ausgerichtet. Dazu gehören die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Unterstützung der Zusammenarbeit und Innovation. Gleichzeitig müssen sie höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen und Kosteneffizienzaspekte berücksichtigen. „Die Zeit, in der es ausreichend war, neue Endgeräte oder neue Applikationen einzuführen, ist vorbei. Die anspruchsvollen Digitalisierungsziele der Unternehmen sind nur mit modernen, integrierten IT-Arbeitsplatzumgebungen zu erreichen. Zunehmend viele Unternehmen werden daher ihre Budgets entsprechend ausrichten und sich am Markt nach geeigneten, ganzheitlichen Lösungen umsehen, mit denen sich diese Ziele bei gleichzeitig professionellem Betrieb und Service inklusive hoher Anwenderausrichtung und (Daten-) Sicherheit erreichen lassen“, erklärt Oliver Bendig, CEO von Matrix42.

Deutschland: Zu geringes Vertrauen in Cloud-Lösungen

Was die Modernisierung der Arbeitsplätze angeht, sind die Unternehmen der europäischen Länder deutlich unterschiedlich weit fortgeschritten. Vorreiter sind Frankreich und Belgien. Die deutschen Unternehmen hinken bei der Arbeitsplatztransformation deutlich hinterher. Sie zaudern vor allem bei der Einführung von Cloud-Lösungen und bei der Implementierung von flexiblen Nutzerkonzepten. Allerdings wird der Wille, in moderne Konzepte zu investieren, speziell von den deutschen Unternehmen besonders betont. „Wir haben großes Potential am deutschen Markt“, erklärt Nico Pfaff, Country Manager & Area VP Germany bei Matrix42. „Die deutschen Unternehmen haben den Handlungsbedarf erkannt und richten sich jetzt sukzessive neu aus. Als europäischer Anbieter mit fester Verankerung in unserem Kernmarkt Deutschland und mit unserem Lösungsportfolio können wir die Anforderungen der deutschen Unternehmen optimal erfüllen.“


[1] PAC befragte im Herbst 2016 mehr als 180 mit der Arbeitsplatzmodernisierung befasste IT- und HR-Manager in europäischen Unternehmen mit 1000 oder mehr Mitarbeitern.

Aus meiner langjährigen Erfahrung im Enterprise Segment, speziell beim Daimler, weiß ich, dass sich das Thema Workplace zu meiner Zeit mehr auf die Standardisierung der Computersysteme konzentriert hat. Die Ausrichtung auf die Anforderungen der Mitarbeiter und deren Produktivität blieb da manchmal hinter den Erwartungen derer zurück. In der eCommerce-Branche gibt es weder eine Standardisierung der Arbeitsplätze, noch sind diese wirklich “designed”. Hier erinnert mich die IT-Infrastruktur eher an das Wohnmobil von Captain Lone Starr, dass ohne die geheime Hyperkraft Wawi wohl eher im Schneckentempo durchs Weltall kriechen würde.

Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Workspace. Also, wat is en Workspace? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Workspace, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Networkinterface. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.
Frei aus der Feuerzangenbowle

Aber wie erklärt man jetzt einem DAU was ein Workspace oder Workplace ist? Prinzipiell handelt es sich dabei um den digitalen Arbeitsplatz des DAUs, der klassisch ungefähr so aussehen könnte:

Okay, wir haben einen Arbeitsplatz-PC auf dem ein Betriebssystem installiert ist, zum Beispiel Windows 10 Enterprise, und auf diesem sind dann diverse Anwendungen wie Outlook, Office, ein Browser und eine Line of Business Anwendung wie die Wawi der Krabbelgruppe vom Niederrhein installiert. Ziel ist es das der Anwender seine tägliche Arbeit damit optimal erledigen kann. Dazu kommen dann noch ein oder mehrere Server, die so unnötige Dienste wie Email, Intranet, Datenbank, Datengräber (File Sevices), Papierkorbfüller (Print Services) und anderes dem Anwender zur Verfügung stellen.

Also ich will jetzt an dieser Stelle gar nicht mit so komischen Dingen wie BYOD (Bring your own device – Der DAU schleppt jeden Tag seinen eigenen PC mit in die Firma) oder Mobile Device Management (Er muss auch noch das eigene Handy benutzen, weil die Firma dafür auch keine Kohle hat.) in den Raum werfen. Damit wären wir ja – genau dat andere Loch, aber dat krieje mer ja später.

Warum passt das Thema gerade jetzt so gut? Mit meinem SMB-TestLab mache ich im Prinzip nichts anderes, als einen Workplace für kleine und mittlere Unternehmen zu entwerfen und hier die Musterlösung online für jeden DAU zugänglich zu machen. So hat mich naturgegebener Maßen diese Pressemitteilung interessiert. Und gerade im Deutschen Mittelstand ist der Investitionsstau in puncto IT so groß geworden, dass dieser sich kaum so schnell auflösen wird (schneller kommt man zur Rush-Hour an Köln vorbei). Dabei gibt es auch für den Mittelstand skalierbare und Cloud-basierte Lösungen, die an die Anforderungen dieser Betriebe zugeschnitten sind und so manches Problem erst gar nicht aufkommen lassen würden.

Ich danke nochmals Matrix42 für die tolle Unterstützung und hoffe das mein kleiner Blogbeitrag etwas zum Schmunzeln anregen konnte und vielleicht sogar gefallen hat. Über Kommentare freue ich mich ja immer. Und natürlich werde ich an dem Thema dran bleiben. Nur werde ich mich in Bezug auf Anglizismen etwas zurücknehmen – Also, wat is en Workplace?

Ein Gedanke zu „Arbeitsplatzmodernisierung – Deutsche Unternehmen hinken hinter her!“

  1. Habe mich gestern sehr über den Anruf von Herrn Schäfer gefreut, vielen Dank für diesen tollen Beitrag, da erkennt man gleich den erfahrenen Blogger. Ich persönlich finde es wichtig, dass technische Themen auch mal kurzweilig aufbereitet werden!

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