Bahn – No risk, no fun!

Wie schafft man es, dass gefühlt ein paar hundert Pendler gesichert eine Stunde zu spät zur Arbeit kommen? Eine Möglichkeit ist, bewährte Technik durch neue zu ersetzten. Die deutsche Bahn hat hier eine viel subtilere Möglichkeit gefunden.

Ein Schaden an der Oberleitung kann durchaus vorkommen. Das ist ärgerlich, weil die Ursache oft mangelnde Wartung ist. Die daraus resultierenden Verspätungen durch Verzögerungen im Betriebsablauf oder Umleitungen kann ich als Pendler noch verschmerzen. Werde ich durch das Zugpersonal oder die Bahn-App rechtzeitig informiert, kann ich mich auch darauf einstellen.

Heute Morgen habe ich eine ganz neue Version der Geschichte erlebt. Kollege Grautvornix meldete sich heute Morgen per WhatsApp:

08:28 Grautvornix: Nächste Leitungsstörung 🙈

„Okay“ dachte ich, der Spaßvogel will mich wohl auf den Arm nehmen.

08:29 Ich: Wo?

08:30 Grautvornix: Ab Stadion, allerdings fährt noch die s8 und 9 normal

08:31 Ich: Ich habe noch keine Info im Zug.

Der Zug steht im Bahnhof Walldorf und der Zugbegleiter verkündet den Oberleitungsschaden über Lautsprecher. Nicht ohne explizit darauf Hinzuweisen, das Reisende mit Ziel Frankfurt-Niederrad den Zug bitte verlassen und in die nachfolgende S-Bahn einsteigen mögen.

08:35 Ich: Ich muss wieder über Hauptbahnhof

08:36 Grautvornix: Kannst mir ja am Stadion zu winken 🤣🤣

08:37 Ich: 🤦🏻‍♂

Wie bitte? Die fährt nur bis Frankfurt Stadion und dort werde ich dann aus der Bahn geworfen, um auf die nächste S-Bahn zu warten, die dann nach Niederrad fährt. Das entbehrte selbst mir sämtlicher Logik. Nur hatten nicht alle Reisenden die gleichen Informationen wie ich. Und es kam, wie es kommen musste, der Zug leerte sich.

Der Bahnsteig war voll, der Zug fuhr ab und ich saß noch im warmen. Der Plan war bis Frankfurt Hauptbahnhof zu fahren und dort am Tiefbahnhof in die nächste S8 oder S9 Richtung Frankfurt Flughafen zu fahren. Das hätte so eine Verspätung von knapp 30 Minuten ergeben.

Die Bahn ist aber nicht die Bahn, wenn der Regional Express der Linie 70 nicht prompt ab Frankfurt-Stadion auf die gewohnte Strecke Richtung Frankfurt Niederrad geleitet wurde. War da nicht eine Oberleitungsstörung? Das war zu mindestens die Ansage des Zugbegleiters.

Mit 11 Minuten Verspätung rollte mein Regional Express also in Frankfurt-Niederrad ein. Wir erinnern uns an die Ansage vom Zugbegleiter? Die gefühlt tausend Verarschten, die in Walldorf aus dem Zug gestiegen sind und wohl rund 60 Minuten später ihr Ziel halb erfroren erreicht haben. Ihnen gilt mein ganzes Mitgefühl.

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