Blog SEO optimieren – Nutzerverhalten im Web

Als Blogger will man ja eigentlich nur tolle Inhalte ins World Wide Waiting stellen und der Rest soll bitte schön von ganz alleine gehen. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Nicht immer setzt sich die Qualität der Beiträge durch, sondern leider der, der am lautesten Schreit. Da Klappern zum Handwerk gehört, ist Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, für jeden Blogger der mehr Besucher haben will schon Pflicht.

Schatz könntest Du bitte dein Smartphone auf Seite legen?

Als Mann hat Mann es schon nicht leicht. Insbesondere wenn das Smartphone für die Freundin gerade interessanter ist, als man selbst. Auf der anderen Seite hat so eine Freundin auch etwas gutes. An ihr kann ich sehr gut das Nutzerverhalten im Internet studieren. Und damit komme ich auch schon zur entscheidenden Frage. Nutzen meine potentiellen Leser überhaupt Suchmaschinen und kann ich sie dann dort auch erreichen.

Google ich habe ein Problem!

Nur wenn ich weiß, wie sich meine Leser von Morgen verhalten, kann ich Sie auch an der richten Stelle abholen. Aber welche Suchaktivitäten gibt es jetzt eigentlich?

Starting

Hier hat der potentielle Leser sein Problem schon erkannt und macht sich auf die Suche nach der Lösung. Wir können also festhalten, dass er ein Informationsbedürfnis hat, welches er jetzt bestmöglich befriedigt haben will. Sein erster Weg wird in jetzt zu einer ihm bekannten Suchmaschine führen, deren Aufgabe es jetzt ist, ihm die Quellen zu präsentieren, die sein Informationsbedürfnis auch befriedigen können. Zusätzlich wird sich unser potentieller Leser in Foren oder Newsgroups nach weiteren Quellen umsehen.

Chainig (Verkettung)

Hier folgt unser potentieller Leser den Hyperlinks in den Dokumenten. Er hangelt sich quasi der Reihe nach durch das Netz um an die ersehnten Informationen zu gelangen. Das Ganze kann er natürlich sowohl vorwärts wie rückwärts machen. In der Regel dürfte hier der potentielle Leser nur seine Neugier befrieden.

Browsing

Der potentielle Leser hat die Webseiten im Netz entdeckt, die scheinbar sein Informationsbedürfnis befriedigen. Jetzt macht er sich daran, diese Webseiten erst einmal grob abzuscannen und für sich zu klassifizieren. Dabei beschränkt sich unser potentieller Leser auf das schnelle überfliegen der Inhalte wie Gliederung, Überschriften, Zusammenfassungen oder auch typographisch hervorgehobener Wörter.

Er verhält sich hier wie jemand der langsam durch die Regale einer Bibliothek geht, um den gesuchten Titel auf dem Buchrücken zu finden. Seiten, die seinen Erwartungen nicht entsprechen, werden hier schon gnadenlos aussortiert.

Differenzieren

Hat unser potentieller Leser mehrere Informationsquellen zur Auswahl, steht er vor der Qual der Wahl. Er muss jetzt also die Webseiten herausfiltern, die seinem Informationsbedürfnis am besten entsprechen. Und dabei geht er mitnichten objektiv vor. Ganz subjektiv und unterbewusst werden jetzt die gefunden Quellen nach Kriterien wie Qualität, Niveau und Inhalt untereinander verglichen. Wichtig hier für unseren potentiellen Leser ist auch die vermittelte Seriosität der Webseite, also der Grad an Vertrauen den wir dem potentieller Leser entgegenbringen können.

Monitoring

Das sind uns die liebsten Leser, weil sie erst gar nicht nach uns suchen müssen. Sie kennen unsere Webseite und haben sie wahrscheinlich in den Favoriten gespeichert. Der Leser kommt in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auf unserer Seite, in der Regel die Startseite, vorbei und scannt diese nach neuen Inhalten ab. Findet er hier etwas, was ihn interessiert, klickt er sich weiter auf den Beitrag.

Das machen im übrigen unsere Potentiellen Leser am liebsten auf Facebook auf dem Weg zur oder von der Arbeit – oder wie meine Freundin ausgerechnet dann, wenn Mann am liebsten Mark Zuckerberg an die Gurgel gehen will.

Extracting

Nun hat unser potentieller Leser sein Problem definiert, eine Lösung ist auch schon gefunden, aber er kann sich nicht so richtig entscheiden. Er beginnt also die im vorliegenden Informationsquellen genauer unter die Lupe zu nehmen. Erst jetzt fängt er wirklich an, die Inhalte bewusst und Wort für Wort zu lesen um daraus die wichtigen Inhalte für sich zu extrahieren.

In der Praxis bedeutet dies, das der Leser sehr lange auf unserer Seite verweilt. Das sind dann am Ende auch die Besucher, die unsere Inhalte mit Kommentaren versehen.

Nun kommen diese Suchaktionen nur selten alleine vor. Unsere potentiellen Leser kombinieren diese je nach Bedarf. Und damit kommen wir zu den Suchmodi, in die unsere potentiellen Leser verfallen können.

Undirected Viewing

Kennen am besten die Mädels unter unseren potentiellen Lesern. Sie sind ja bekanntlich von Natur aus in einem Dauerzustand ohne konkrete Vorstellung zu sein, wonach sie eigentlich suchen. Sie verhalten sich in diesem Zustand wie in der Münchner Fußgängerzone. Ziellos rennen sie von einer Seite zur anderen durch die Innenstadt und am Ende füllt sich die männliche Begleitung als Esel.

Dabei beginnt unser potentieller Leser in der Regel mit seiner Lieblingsseite (Starting) und nutzt dort die weiterführenden Links (Chaning) oder Werbung. Im allgemeinen Sprachgebrauch reden wir hier auch vom klassischen Surfen.

Conditioned Viewing

Beim Conditioned Viewing hat unser potentieller Leser schon eine grobe Vorstellung von dem, wonach er sucht. In der Evolutionsstufe des Suchens ist er oder sie schon einen Schritt weiter, da hier mehrere Suchaktivitäten kombiniert. Hier wendet unser Leser Einstiegsseiten, die er schon kennt oder über online und offline Kanäle empfohlen bekommt.

In der Praxis überfliegt unser Leser die Seiten (Browsing) und wenn sie ihm gefallen, wird er die Seite entweder in seinen Favoriten ablegen oder sich den Domainnamen sogar merken um später in unregelmäßigen Abständen die Seiten wieder zu besuchen (Monitoring).

Informal Search

Unser potentieller Leser weiß schon ganz genau, wonach er suchen muss und beginnt seine Suche direkt in der Suchmaschine seines Vertrauens. Hier hat unser Leser das klare Ziel die Ergebnisse seine Suche weiter zu verarbeiten (Extracting) und will daher auch möglichst schnell und ohne Umwege zum Ziel kommen.

Wichtig ist hier für unseren potentiellen Leser, dass die Quelle auch wirklich hochwertigen Inhalt für sein Problem liefert. Hier wird der Differenzierungsprozess oft auch durch die Suchmaschinen für den Leser übernommen.

Formal Search

Auch bei der formellen Suche weiß unser potentieller Leser ganz genau wonach er sucht. Nur das er hier sogar schon weiß, wo er die gewünschten Informationen erhalten kann. Hier wird in der Regel dann die Suchfunktion auf der betreffenden Zielseite genutzt, um an die gewünschten Informationen zu gelangen.

Ein gutes Beispiel ist hier die Produktsuche auf einem Marktplatz wie Amazon oder eBay. Der Kunde kennt den Namen des Produktes welches er bestellen will und sucht auf dem Marktplatz nur noch nach dem entsprechenden Angebot.

Was bringt mir das jetzt als Blogger?

Bei der Suchmaschinenoptimierung meines Blogs sollte ich jetzt nicht unbedingt von Oben nach dem Gießkannenprinzip vorgehen. Als Blogger sollte man sich daher nicht zwingend fest auf ein Thema oder eine Zielgruppe festlegen und definieren.

Oft ergibt sich die Zielgruppe für einen Blogbeitrag alleine schon aus der Tatsache heraus, welches Informationsbedürfnis ich bei meinen potentiellen Lesern mit meinem Blogbeitrag befriedigen kann. Habe ich das festgelegt kenne ich die Suchaktivitäten und den Suchmodi meiner potentiellen Leser. Daraus kann ich dann auch die richtige Strategie für die Vermarktung meiner Inhalte ableiten.

Ich kann sogar soweit gehen, für die jeweiligen Suchaktivitäten und Suchmodi angepasste Inhalte zu schreiben und auf meinem Blog dann zu veröffentlichen. Ein Beispiel ist hier mein Wochenrückblick, den ich versuche möglichst immer am Sonntag zu veröffentlichen. Hiermit will ich meine Stammleser dazu animieren, zu einem bestimmten Zeitpunkt meinen Blog zu besuchen und die neuen Inhalte auf der Startseite zu überfliegen.

Natürlich habe ich meine Weisheiten mir nicht irgendwo aus den Fingern gezogen. Wer sich mehr mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung befassen will, dem kann ich das gleichnamige Buch aus dem Rheinwerk Verlag von Sebastian Erlhofer empfehlen. Auch wenn nach meinem Geschmack die Anforderungen von Bloggern an die Suchmaschinenoptimierung etwas zu kurz kommen, bekommt man doch einen sehr guten theoretischen Unterbau für dieses Thema.

 

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