Client Management für Schraubköpfe

Unser Schraubkopf war wieder bei PC-Schrott-billiger.de und präsentiert uns Stolz seinen Mark IV aus der Restekiste, der die neue Azubine glücklich machen soll. Hübsch ist er ja, der Eigenbau im futuristischen Gamer-Gehäuse mit seiner Lichtorgel. Ich werde aber irgendwie gerade das Gefühl nicht los, als wenn ein Abakus und eine gute alte Schreibmaschine die effektiveren Werkzeuge wären, als diese im Jahrmarkt-Style funkelnde Silicon-Valley-Wunderkiste. Und als nächstes schleppt mir mein Schraubkopf seinen Mark V mit Atommeiler und Wasserkühlung an. Irgendwie sollte ich das mit den Rechenmaschinen mal in vernünftige Bahnen lenken.

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Als Pharao hat man es schon nicht leicht. Alle paar Wochen kommt der da der Schraubkopf mit einer neuen Version seiner Rechenmaschine daher und der Mob schreit nach Brot und Spielen. Und im Hintergrund lauert King Tutt Senior, die alte Mumie, mit seinen schlauen Sprüchen von Wegen „Saving Time and Energie!“. Aber der Höhepunkt ist, wenn aus dem Mob irgendein Schlauberger einen nach dem Motto, wahrscheinlich ist da kein Strom drauf, raus haut. Was nun, Strom da oder nicht?

Das ist ungefähr dann so, als wenn ich als Durchlaucht zur Palastpraktikantin sage, wahrscheinlich ist er steif. Als Antwort kommt dann ein Tscheischen, willst nun ficken oder nicht? Wahrscheinlich schon, wir müssen aber erst Mal überprüfen ob er – lassen wir das lieber, da helfen auch keine Heimatfilme.

Aber irgendwie hat die alte Mumie schon recht. Das mit dem Saving Time and Energie ist gar kein so schlechter Ansatz. Vielleicht sollte ich mal den Mob fragen, welche funktionalen Anforderungen er an den nächsten Mark XI hat. Aber wenn ich so recht überlege dürfte dabei herauskommen, das an erster Stelle die Indianer Jones Edition von Minessweeper gefolgt von MINECRAFT REALMS herauskommt. Also muss ich hier die Bedarfsermittlung diktatorisch bestimmen, da der Mob ja eh nur ans Zocken denkt.

Als Pharao und Halbgott der Informationstechnologie Infrastruktur sollte ich über die Grundsätze des Clientmanagement schon irgendwie Bescheid wissen. Mal wieder trocken wissenschaftlich bedeutet Clientmanagement:

Der Begriff Clientmanagement (auch Desktopmanagement, Desktop Managed Services etc.) bezeichnet einen methodischen Ansatz zur Verwaltung und Steuerung der dezentralen IT-Infrastruktur am Arbeitsplatz.
Quelle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Clientmanagement

Also ihr Dummys es geht um den kleinen Kasten vor eurer Nase, auch Arbeitsplatzrechner (Betonung liegt auf Arbeit) oder Client wie PC, Notebook oder diesen netten kleinen Thin-Clients, die sich so gar nicht zum Zocken eignen. Dazu gehört natürlich auch euer Smartphone (wie mein iPhone auch?), der Drucker, Peripheriegeräte wie Scanner, USB-Sticks etc, die installierte Weichware und die Berechtigungen, die der Dummy innerhalb der IT-Infrastruktur hat (nur der Pharao darf alles, das das mal gleich klar ist!)

Mit der diktatorischen Bedarfsermittlung für den Mob, hätten wir auch schon mal die Frage geklärt, in welchem Umfang und bei Funktionen unsere IT-Infrastruktur die Dummys unterstützen muss. Damit sollte auch unserem Schraubkopf klar sein, welches Produktportfolio er betreiben und unterstützen muss (endlich mal klare Verhältnisse in diesem Saustall von Königreich!) Wenn dann noch dieser nichtsnutzige Schraubkopf nicht nur die Hard- und Softwareartikel im Produktportfolio beschreibt, sondern sich auch über seine zu erbringenden Leistungen hermacht, dann wäre alles Schick im Reich. Also wie kriegen wir den 3 Tonnen schweren Mark I ins Arbeitszimmer der Praktikantin ohne das unser neuer Palast gleich einstürzt.

Somit können wir auch endlich die entsprechenden Service Level Agreements mit unserem Schraubkopf vereinbaren, bei deren nicht Einhaltung der Mob das Recht hat, unseren Schraubkopf zu kreuzigen oder zu vierteilen. Wäre ja noch schöner wenn der den ganzen Tag in der Hängematte liegt und sich Heimatfilme aus dem Internet zieht.

Also ich fasse noch mal zusammen. In unserem Reich brauchen wir formale Regeln für den Betrieb der Arbeitsplatzrechner und die macht entweder der Pharao oder sein Chief Information Officer aus der Abteilung OI (Organisation Information oder auch organisierter Irrsinn). Zu unserem Clientmangement gehören also:

  • die Bedarfsermittlung der funktionalen Anforderungen des Mobs
  • die Zusammenfassung und Kategorisierung der Anforderungen innerhalb eines zentralen Produkt- und Leistungskatalogs
  • die Definition des Prozesses für Veränderungen des zentralen Produkt- und Leistungskatalogs
  • die Prozesse für den Aufbau, Veränderung und Abbau der IT-Infrastruktur am einzelnen Arbeitsplatz (Wie ziehen wir einen Mark I um, bauen ihn auf, verändern ihn und bauen ihn schließlich wieder ab.)
  • die Prozesse für die Betriebsunterstützung/Anwenderunterstützung
  • die Leistungsvereinbarung/das Service-Level-Agreement mit dem Anwender

In kleinen Reichen herrscht in dieser Hinsicht völliges Chaos, wie ich mit Verlaub an dieser Stelle anmerken darf. Eine fundierte und effektive Betriebsunterstützung oder gar die Unterstützung des Mobs, völlige Fehlanzeige. Wie soll da unser Schraubkopf auch nur eine vernünftige Aussage treffen können. Das Ergebnis sind dann geistige Ergüsse wie:

Wenn der Aufruf eines Artikels 5-8 Sekunden dauert, dann ist meistens der aktivierte Preisvergleich daran schuld.

Hier hat wohl unser Schraubkopf seinen Mark X nicht in Griff. Mit einem ordentlichen Clientmanagement gehören Aussagen wie „wahrseinlich“, „meistens“ oder „vielleicht, es könnte sein das“ dann hoffentlich bald der Vergangenheit an.

Für unseren Schraubkopf ergeben sich daraus natürlich auch völlig neue Möglichkeiten. Wie war das noch mal mit den Heimatfilmen? Er könnte seine Zeit ja auch mal sinnvoll nutzen, anstatt der Eieruhr bei der Installation von Windoof X zuzusehen, Stichwort automatische Installation und Deinstallation von Betriebssystemen, oder Software und Updates zentral über eine entsprechende Software, wie zum Beispiel Kleinweich Intune, verteilen. Dazu müsste unser Schraubkopf noch nicht einmal seinen Allerwertesten aus der Hängematte bequemen. Und er würde sogar frühzeitig bemerken, wenn mal wieder ein Mark X Stau auf der Festplatte hat und könnte reagieren, bevor der Mob erzürnt über den Helpdesk ein Support Ticket eröffnen muss.

Fazit oder Spaß beiseite.

Ohne ein vernünftiges Clientmanagement kommt heute eigentlich keine IT-Organisation mehr aus. Egal ob es sich um einen externen Dienstleister oder eine innerbetriebliche Organisation handelt. Wer glaubt, er ist für so etwas mit seinem Unternehmen zu klein, der irrt sich gewaltig. Schon Unternehmen mit 5 Arbeitsplatzrechnern sollten sich mit diesem Thema beschäftigen. Mit dem Clientmanagement sind auch Kosten für Lizenzen und Personal, bzw. Dienstleistungen verbunden. Wenn mein Unternehmen aber auf ein einwandfrei funktionierende Arbeitsplatzrechner angewiesen ist und sich Ausfälle hier nicht leisten kann, dann sollte eine ordentliche Desktop-Verwaltung eigentlich Pflicht sein.

Klar müssen gerade kleine Unternehmen sparen. Aber wenn mal wieder ein PC neu aufgesetzt werden muss, weil ein Mitarbeiter einen Anhang in einer Mail aufgemacht hat, der einen Erpressungstrojaner beinhaltet hat und man anschließend den halben Tag damit verbringt im Internet nach den passenden Treibern und der Software zu suchen, dann hat man unterm Strich eigentlich nichts gespart. Ein Clientmanagement trägt außerdem dazu bei, das es erst gar nicht dazu kommt, da der Mitarbeiter nur über die lokalen Rechte an seinem Arbeitsplatz verfügt, die er für seine tägliche Arbeit benötigt. Software installieren sollte eigentlich nicht zu seinem Aufgabengebiet gehören.

Client Management Systeme wie Windows Intune schlagen nicht nur Alarm, wenn der freie Speicherplatz auf einer Festplatte einen vorher definierten Wert übersteigt, oder ein PC sich einen Virus oder Trojaner eingefangen hat. Sie ermöglichen es auch mobile Endgeräte wie Smartphones zu verwalten und dort private Daten von den geschäftlichen zu trennen. Wer will schon gerne seine ganzen Geschäftskontakte zu Snapchat einlagen? Neben Windows Intune gibt es aber auch eine Reihe von sogar kostenlosen Lösungen für das Clientmanagement wie

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