Coronavirus eine Gefahr für meine IT-Infrastruktur?

Den kausalen Zusammenhang zwischen Covid-19 (Coronavirus) und der eigenen IT-Infrastruktur mag sich dem einen oder anderen nicht sofort erschließen. Der Artikel soll jetzt keine Panik verbreiten. Aber auch dieser Virus hat es in sich, auch wenn es sich hier nicht um Schadsoftware handelt.

Um sich der Sache zu nähern, sollte man einen Blick in den Gefährdungskatalog des IT-Grundschutzhandbuchs vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie werfen. Das muss ich im Zuge meines aktuellen Projektes sowieso machen, da Notfallpläne Bestandteil eines jeden Betriebshandbuchs sein sollten. Der Link zum Download ist hier

https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Grundschutz/Download/Gefaehrdungskatalog-G0-ElementareGefaehrdungen.html

Hier finde ich alle elementaren Gefährdungen, die den Betrieb meiner IT-Infrastruktur empfindlich stören oder schlimmstenfalls zum Totalausfall dieser führen können. Der Punkt in dem Dokument, der hier für die Betrachtung entscheidend ist, ist der Punkt G 0.33 Personalausfall. Hier steht:

Im Falle eine Pandemie fällt nach und nach längerfristig immer mehr Personal aus, sei es durch die Krankheit selbst, durch die notwendige Pflege von Angehörigen oder durch die Betreuung von Kindern. Auch aus Angst vor Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Institution bleiben einige Mitarbeiter vom Dienst fern. Als Folge können nur noch die notwendigsten Arbeiten erledigt werden. Die erforderliche Wartung der Systeme, sei es der zentrale Server oder die Klimaanlage im Rechenzentrum, ist nicht mehr zu leisten. Nach und nach fallen dadurch immer mehr Systeme aus.

Gefährdungskatalog: Elementare Gefährdungen

Wenn große Teile meiner biomechanischen Schnittstellen nicht mehr ihre Arbeit verrichten können, werde ich früher oder später ein massives Problem bekommen. Und das erklärt auch die Angst in den Führungsetagen überall auf dieser Welt. Ob hier nun ein oder zwei Prozent der Erkrankten ins Gras beißen, spielt in den Köpfen derer keine Rolle. Hier geht es in erster Linie um den Fortbestand des eigenen Unternehmens.

Im Übrigen macht hier unsere Bundesregierung einen erstklassigen Job. Das Ziel die Ausbreitung des Virus so gut es geht zu verlangsamen, ist die einzig richtige Strategie. Trotzdem sollten sich Unternehmer fragen, ob Sie auf eine solche Gefährdungslage vorbereitet sind, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Wer hat schon für solche Fälle ein Notfallkonzept in der Schublade zu liegen. Oder hat schon mal an Notfall-Mobilfunktelefone gedacht. Da wirken die Hamsterkäufe der letzten Tage für mich geradezu lächerlich.

Ja Covid-19, bzw. der Coronavirus, ist eine Gefahr für die IT-Infrastruktur eines jeden Unternehmens und sollte auch nicht unterschätzt werden. Genauso wie eine Grippewelle, die innerhalb kürzester Zeit einen Großteil des Personals in den Krankenstand verfrachtet. Ist das Unternehmen auf solche Fälle vorbereitet, können die Folgen abgeschwächt und der Betrieb eingeschränkt weitergeführt werden. Angst sollte man vor dem Virus nicht haben – Respekt allerdings schon.

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