Der Computerkondom

Grenzenlose Kommunikation, ein nahezu unendlicher Informationspool, interaktive Unterhaltung und ein universelles Shoppingcenter bilden die Grundlage für die Faszination Internet. Im Jahr 2004 nutzen etwas mehr als die Hälfte aller Erwachsenen über 14 Jahren zu mindestens gelegentlich das Medium Internet und es werden immer mehr. Zu denen die das Internet oder World Wide Web nicht nutzen gehören überwiegend die über 50-Jährigen und Nicht-Berufstätigen Bevölkerungsgruppen. Mangelnde Kenntnisse im Umgang mit dem Computer und der Software, sowie die relativ hohen Anschaffungskosten, verbunden mit dem Gebühren-Dschungel bei den Netzanbietern, gehören hier zu den Zugangsbarrieren. Aber auch diese Barrieren werden fallen, da gerade für diese Nichtnutzer Mehrwerte wie Onlineauktionen und Internetshopping einen hohen Anschaffungsreiz hatten.


Das war meine Einleitung zum einem Projekt, dass ich 2004 mit dem Namen Computerkondom gestartet habe. Seitdem sind mehr als 10 Jahre vergangen und es hat sich viel geändert – bis auf die Faszination Internet. Über das Jedermann-Internet zum Überall-Netz bis jetzt zum Internet der Dinge. Wir sind überall und jederzeit Online und nutzen die Möglichkeiten der grenzenlosen Kommunikation. Google, Facebook, What’sUp, Twitter und Co. sind fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Damit wird der Schutz der persönlichen Daten immer wichtiger. Dabei wird es für den einzelnen nicht leichter. Schon 2004 habe ich erkannt, dass ein Virenscanner alleine, nicht für ausreichenden Schutz sorgen kann. Auch an den Fehleinschätzungen hat sich im Zeitalter der Cloud nichts geändert. Im meinem Manuskript hatte ich folgendes festgehalten.

Zu den am weit verbreitesten Fehleinschätzungen gehören:

„Bei mir ist noch nie etwas passiert.“ Diese Aussage ist als sehr mutig zu bezeichnen. Vielleicht haben sie einen Sicherheitsvorfall nur gar nicht bemerkt.

„Auf meinem Rechner sind keine wichtigen Daten gespeichert, was soll bei mir schon zu holen sein.“ Sind sie hier nicht ein wenig oberflächlich mit ihrer Einschätzung. Bei genauerer Betrachtung ihrer Daten, werden sie sehr schnell feststellen, dass, wenn diese in die falschen Hände geraten, genügend Missbrauch damit betrieben werden kann.

„Mein Computer ist sicher.“ Die Fähigkeiten potentieller Angreifer werden oft unterschätzt. Darüber hinaus wissen selbst erfahrene IT-Spezialisten nicht alles und der Einsatz von Software alleine bietet noch lange keinen ausreichenden Schutz.

„Ich bin doch vertrauenswürdig.“ Die Erfahrung zeigt ein ganz anderes Bild. Die meisten Sicherheitsvorfälle werden durch den Benutzer verursacht. Er ist sich nur seiner Taten aus Unwissenheit nicht bewusst und verursacht somit meist auch die größten Schäden.

Sie sollten sich bewusst werden, dass Sicherheit kein statischer Zustand ist, sondern einen ständigen Prozess darstellt. Folgende Fragen sollten sie sich daher immer wieder stellen:

Wie können vertrauliche Informationen durch Dritte missbraucht werden, wenn diese in ihre Hände gelangen?

Welche Konsequenzen hat es für sie, wenn Daten verändert oder gelöscht werden? Als Ursache kommen hier nicht nur böse Absichten unbekannter Dritter in Frage, sondern auch technisches Versagen.

Wie lange können sie den Ausfall ihres Computers verschmerzen, ohne das ihre Lebensqualität negativ beeinflusst wird oder sie gar einen finanziellen Schaden erleiden?

Ich will nun keinen mit alten Kamellen langweilen, die jetzt mehr als 10 Jahre zurückliegen. Grundlegend hat sich aber an meinen Aussagen nicht das geringste geändert. Und wie sorglos mit der persönlichen Privatsphäre umgegangen wird, habe ich erst vor ein paar Tagen erleben dürfen. Okay das war vielleicht noch harmlos, aber es kann jeden treffen, der nicht sorgfältig mit seinen persönlichen Daten umgeht. Auch die neuen AGB’s von Facebook haben es in sich. Nicht nur Facebook schnüffelt auf der lokalen Festplatte herum und wertet die dort abgelegten Cookies aus. Der Grund ist simple: Das Geschäftsmodell von Facebook und Google basiert darauf, so viel wie möglich über Sie herauszubekommen, um Ihnen dann maßgeschneidert die passende Werbung auf dem Bildschirm zu präsentieren. Als Advertiser (Anbieter von Werbung auf dieser Internetseite) lebe ich davon, deshalb möchte ich dies nicht ganz verdammen. Auch Cloud-Dienste wie OneDrive von Microsoft, Dropbox, iCloud und Co. haben so Ihre Tücken. So scannt Mircosoft schon mal die Festplatten nach Daten mit Kinderpornografie um anschließend die Ergebnisse den Ermittlungsbehörden weiterzuleiten. Die Verschlüsselung persönlicher Daten wird mit der Cloud also immer wichtiger, um nicht plötzlich vor bösen Überraschungen zu stehen.

Sicherheit wird noch für lange Zeit eines der Top-Themen in der Informationstechnologie sein. Vieles hat sich nicht geändert und viel neues ist hinzugekommen. Den ersten Schritt werden ich mit den lästigen Cookie Einstellungen in Internet-Explorer, Firefox und Co machen.

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