Die Social Media Falle

Social Media ist das digitale Fettnäpfchen, in das wir nur zu gerne treten. Die scheinbaren Verlockungen von Facebook, Instagram, Twitter & Co. sind zu groß, als dass wir einen großen Bogen darum machen. Unsere analoge Eitelkeit macht uns hier einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Selbst wenn unser Verstand sagt, das wir in diesen digitalen Netzwerken eigentlich nur wertvolle Lebenszeit verschwenden.

Die große Herausforderung für jeden Blogger ist, ständig guten Content zu liefern. Die Fangemeinde will ja schließlich befriedigt werden. Da trifft es sich gut, wenn andere mal einen Artikel schreiben und man diesen „Gastbeitrag“ auf seinem Blog veröffentlichen kann. Wenn er dann noch thematisch passt, freut sich der Blogger und wohl auch der Autor. Nur kommt freiwillig keiner auf die Idee, mir einfach so seinen surrealistisches Gedankengut per Mail für die Veröffentlichung zukommen zu lassen.

Die Sache hat in der Regel einen Haken. Meistens will der Autor für seine geistigen Ergüsse eine Gegenleistung in Form eines Backlinks haben. Insbesondere wenn man sich zu der Riege der A-Blogger zählen darf und mehr als 1.000 Leser pro Tag vorweisen kann. Wir können hier schon von einer Kooperation sprechen. Delikat wird diese Kooperation, wenn sich hinter dem Gastautor ein Unternehmen steckt, welche die Plattform des Bloggers für Ihr Marketing missbrauchen will. Wenn so etwas nicht deutlich als Werbung gekennzeichnet ist, steht hier schon mal der Vordacht der Schleichwerbung im Raum. Nun bin ich kein Rechtsanwalt und überlasse dann lieber diesen Rechtsverdrehern dies zu beurteilen.

Auch wenn ein Blogger mit so einem Gastbeitrag keine Arbeit hat, so wird so eine Kooperation branchenüblich mit einem Obolus versüßt. Pech für ihn, wenn er diesen für seine Freundlichkeit nicht verlangt. Interessant könnte es werden, wenn unser Blogger seine alternativen Fakten, auch gequirlte Scheiße genannt, durch den Äther der sozialen Medien jagt. Genau dann schlägt Murphys Law zu.

Natürlich liest ein nicht so wirklich zufriedener Kunde des Autors der alternativen Fakten den Post in der zuckerbergschen Bedürfnisanstalt. Und er wird sich vermutlich denken, was für eine gequirlte Scheiße lese ich hier. Es juckt ihm in den Fingern und ohne die zentrale Recheneinheit mit einzuschalten, wird direkt aus dem Rückenmark ein neuer Thread an der richtigen Stelle aufgemacht. In der Regel ist dies der Sozial Media Kanal des Bloggers. Dieser ruft natürlich den Sturm im Wasserglas hervor, auch Mini-Shitstorm genannt. Blöd für mich an dieser Stelle nur, das ich diesen nicht durch Screenshots dokumentiert habe – egal.

Ab Jetzt gibt es eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten, wie meine kleine Geschichte ausgeht (Wie schön, wenn man gerade ein Buch über Sozial Media Marketing liest!).

Möglichkeit 1

Kunde und Kooperationspartner des Bloggers einigen sich gütlich, beide sind zufrieden und Kunde löscht Thread auf Sozial Media Plattform. Damit wäre auch unser Blogger zufrieden, weil seine Reputation auch keinen Kratzer abbekommen hat.

Möglichkeit 2

Kooperationspartner  ruft erbost bei Blogger an, da auch er diesen negativen Thread für ihn mitbekommen hat. Blogger löscht daraufhin diesen Thread als Administrator aus seinem Sozial Media Kanal und denkt sich Shit Happens. Aber was wird an dieser Stelle aus dem Kunden? Der dürfte sich jetzt mächtig verarscht vorkommen und ist jetzt nicht nur auf meinen Kooperationspartner böse.

Ich habe weder den Artikel auf meinem Blog geschrieben, noch bin ich in der Lage die Produkte meines Kooperationspartners  richtig auf Herz und Nieren zu testen, um mir selbst ein Bild von der Qualität derer zu machen. Ich kann auch nicht wirklich beurteilen, ob es sich hier um den sprichwörtlichen Einzelfall handelt. Als Blogger stehe ich hier auf ziemlich dünnen Eis. Klar ist mir der Kooperationspartner wichtig. Wie oben erwähnt, hat er ja schließlich Kohle für seine gequirlte Scheiße bei mir gelassen. Der Leser sollte mir auch wichtig sein. Ich weiß nämlich nicht, was der morgen in anderen Kanälen über mich schreiben wird. Das wiederum lesen dann andere, die dann meinem Blog nicht mehr folgen.

Fazit

Für mich stehen meine Leser an erster Stelle. Auch ich bin nur ein Mensch und werde auch in Zukunft hier den einen oder anderen Fehler einbauen. Wer sie bemerkt, darf mich gerne über die Kommentarfunktion darauf aufmerksam machen. Ich liebe auch Kritik, sofern sie konstruktiv und nicht beleidigend ist. Ich mag es aber nicht, wenn man meinen Blog als Plattform für persönliche Fehden missbraucht. Ab diesem Punkt schlägt mein Spamfilter zu.

Kooperationen kommen für mich nur noch mit Unternehmen in Betracht, die ihre Hausaufgaben im Sozial Media Marketing gemacht haben und hinter deren Produkte ich auch stehe. Dazu müssen Gastbeiträge in das Konzept des Blogs passen, bzw. die Produkte in einem direkten Zusammenhang mit den Themen stehen. Da verzichte ich lieber auf den branchenüblichen Obolus, als mich durch eine dumme Kooperation selbst zum Affen zu machen.

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