Die wahre Wahrheit über… – Wen interessiert es?

Sascha Lobo hat 2010 auf der re:publica einen Vortrag gehalten, wie man einen Shitstorm überlebt (How to survive a shitstorm). Was ich gerade beobachte, sind die Anfänge eines solchen Sturms im Wasserglas. Erstaunlich ist, dass einige hier wieder erwartend ein Niveau zeigen, welches dem eines Knäckebrots entspricht. Inklusive des dazugehörigen IQs. Zum Vergleich, eine Kirsche braucht den IQ von 4 um vom Baum zu fallen. Und jetzt ab in die Betrachtung der frei erfundenen Fakten und Tatsachen.

Erster Akt – die Sockenpuppe

Sockenpuppen sind zusätzliche Benutzerkonten in sozialen Netzwerken, auch als Fakeaccounts bezeichnet, die deren Betreiber aus höchst unterschiedlichen Gründen anlegen. Neben der Verschleierung der eigenen Identität können auch Gründe vorliegen, die nicht ganz koscher sind. Kriminelle Hintergedanken wollen wir solchen Menschen nicht per se unterstellen, sind aber auch schon durchaus vorgekommen.

Bei einer Bordsteinschwalbe kann ich die Verwendung eines Fakeaccounts noch tolerieren. Nun kommt es immer wieder vor, das Menschen, welche mir auch persönlich bekannt, in den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, mit den seltsamsten Namen vertreten sind. Andel Strazce, was soviel wie Schutzengel bedeutet, sind da noch die harmlosen Varianten und lassen auf den ersten Blick keine Rückschlüsse auf die Person zu.

Tritt jemand nun in dieses Fettnäpfchen und lässt sich dabei auch noch erwischen, dann ist nicht derjenige die oder der Böse, der dem anderen die Maske öffentlich herunterreißt. Wurden solche Sockenpuppen auch noch für Zwecke missbraucht, die sich hart an der Grenze zu Straftaten bewegen, ist es völlig legitim die Puppenspieler beim Namen zu nennen. Und nur weil dies Geheimdienste unter der Kontrolle sehr zweifelhafter Politiker machen, muss man dies ja nicht gleich nachmachen.

Zweiter Akt – Der Troll

Trolle bitte nicht füttern.
Trolle bitte nicht füttern. Sam Fentress (traced to SVG by James Hales) GFDL 1.2 or later, or Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0

Der Troll zeichnet sich dadurch aus, dass seine Kommunikation im Internet darauf beschränkt, die auf einegewisse emotionale Provokationen bei seinen Gesprächspartnern zielt. Auf gut deutsch, der Troll provoziert und sorgt gerne für mächtig viel Stunk im Netz. In Wikipedia findet man eine schöne Beschreibung der Verhaltensform von Trollen:

  1. Trolle agieren absichtlich, wiederholt und schädlich (intentional, repetitive and harmful).
  2. Trolle ignorieren und verletzen die Grundsätze der Community.
  3. Trolle richten nicht nur inhaltlichen Schaden an, sondern versuchen auch, Konflikte innerhalb der Community zu schüren.
  4. Trolle sind innerhalb der Community isoliert und versuchen ihre virtuelle Identität zu verbergen, etwa durch die Nutzung von Sockenpuppen.
    (Quelle: Wikipedia)

Der Troll bedient sich gerne aus der Welt der Märchen und Fabeln um seine Provokationen unters Volk zu bringen. Er will damit seine Geschichte glaubwürdiger machen und beim Leser Erinnerungen an eine sorgenfreie Zeit hervorrufen. Gleichzeitig stellt er sich als harmloser Geschichtenerzähler dar, von dem keine Gefahr aus geht. Und doch ist hier schon allerhöchste Vorsicht geboten. Auf gar keinen Fall dürfen wir den Troll jetzt noch mit Kommentaren und Likes füttern. Das nährt nur sein Verlangen sein perfides Spiel fortzuführen.

 

Dritter Akt – Wer schreibt denn da?

Im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ fällt ein eitler Monarch auf zwei Trickbetrüger herein. Sie verkaufen ihm, dass nur wirklich gebildete und kluge Menschen die neuen schönen Stoffe sehen können. Der Betrug fällt natürlich bei der Parade auf, als ein kleines Mädchen feststellt, das der Kaiser gar keine Kleider anhat und sich das im Volk natürlich herumspricht. Den Rest kennen wir.

Besetzen wir dieses schöne Stück mal neu. Der Kaiser ist in diesem Fall ein Kaufmann, die Betrüger sind zwei Typen, die vorgeben Ahnung von Marketing zu haben und das Volk sind die Kunden. Die Geschichte würde dann ungefähr so anfangen.

„Es war einmal ein Kaufmann, dessen Geschäfte nicht sonderlich gut liefen. So schaute er sich in der weiten Welt des Internets um und fand hier zwei Marketing Experten. Sie versprachen ihm, innerhalb kürzester Zeit würde er mit nur 3 Werbeanzeigen 450.000 € Umsatz in einem Jahr zusätzlich machen. Unser Kaufmann war begeistert. Kaum Kosten für die Werbung und ein satter Gewinn obendrauf. Er ließ sich also diese drei Werbeanzeigen machen und ihm wurde versichert, dass nur seine Zielgruppe den wahren Wert der Werbung erkennen und kaufen würde. Bei der Live-Schaltung der Werbung in dem sozialen Netzwerk erkannte ein kleines Mädchen, dass die Werbung und die beworbenen Produkte nur Müll sind und wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht unter den Kunden….“

Epilog

Die Moral aus der Geschichte ist eigentlich, dass uns unsere eigene Leichtgläubigkeit und unkritische Akzeptanz angeblicher Autoritäten und Experten gerne einen Streich spielt und diese natürlich auch von solchen ausgenutzt wird, die eben keine sind. Hier müssen wir uns selbst an die Nase fassen. In den seltensten Fällen liegt sogar eine Straftat vor. Andere haben einfach unsere Leichtgläubigkeit für ihre Zwecke ausgenutzt und uns sogenanntes Snakeoil untergeschoben. Gerade die sozialen Netzwerke verleiten uns Informationen ungeprüft zu vertrauen. Ein ehemals guter Freund von mir ist so in die Fänge einer politischen Partei geraten, die ebenfalls genau diese fiesen Tricks in ihrem Marketing verwendet.

Wenn wir uns also nicht sicher sind, ob der auf der anderen Seite auch die Wahrheit sagt. Einfach erst mal Chillen gehen und sich in Ruhe mal mit der Sache beschäftigen. Hilft garantiert!

Jegliche Parallelen zu real existieren Personen sind rein zufällig. Diese Charaktere und Geschichten sind frei erfunden.

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