Dimitri Stoupakis und der Zeitstempel

Dimitri Stoupakis hat sich in den letzten Tagen zwei nette Tools auf seinem Webspace installiert. Das eine ist OsTicket und andere ist Kimai. Er musste auch nicht lange warten und da kam auch schon wieder eine Nachricht via Facebook Manager von seinem Lieblingskunden Häuptling listiger Lurch: „such ich in google gerade nach einer lösung für mein problem und komme auf deine seite https://schaemicon.de/tutorial/dateien-automatisch-per-ftp-herunterladen/. leider keine lösung dabei . aber auf werbung geklickt.“ Dimitri, selber nicht ganz sicher im Umgang mit der deutschen Rechtschreibung, nimmt sich der Sache an. Schließlich hat er ja scheinbar listigen Lurch erst auf den Plan gerufen.

Mal ganz davon abgesehen, dass in dem Beitrag schon die komplette Lösung steht, war Dimitri hoch erfreut, das der Klick in die Werbung einen ganzen Cent eingebracht hat. Wir unterstellen jetzt listigen Lurch nicht, das er damit Dimitri insoweit beeinflussen wollte, die Sache einfach mal so zu machen. Weil was jetzt kommt, ist besser als der Komödien Stadl der öffentlich rechtlichen Bedürfnisanstalten.

Listiger Lurch, mal angenommen, bekommt von seinem Lieferanten eine Datei mit den aktuellen Beständen und Preisen zum Download angeboten. Soweit kein ungewöhnlicher Vorgang. Mit meinem kleinen Script kann man diesen Download zu einer festgelegten Zeit automatisch von einem FTP-Server herunterladen. In der Regel sind solche Zugänge sogar öffentlich, so dass man sich noch nicht einmal anmelden muss. Anschließend kann dann ein weiter Prozess diese Datei auch völlig automatisch in ein Warenwirtschaftsprogramm einlesen. Das ganze einzurichten ist für Dimitri ein Kinderspiel. Und jetzt kommt es.

Beim automatisierten Download wird die Datei für den Import einfach überschrieben, was auch Sinn macht, da wir diese ja auch automatisiert importieren wollen. Alles andere würde aus Sicht von Dimitri auch keinen Sinn ergeben. Nun will aber Häuptling listiger Lurch unbedingt, dass die Download Datei einen Zeitstempel erhält. Also listiger Lurch will zuerst die Importdatei löschen, um dann die Datei vom FTP-Server des Lieferanten zu holen, diese mit einem Zeitstempel versehen, um dann diese Datei in das Verzeichnis für den Import in das Warenwirtschaftssystem zu verschieben und wieder umzubenennen – damit er sie später wieder automatisiert löschen kann.

An dieser stelle des Skriptes hatte Dimitri nicht nur ein Fragezeichen auf der Stirn. Insbesondere als er sich die Domain für den Download etwas genauer angesehen hatte und irgendwie festgestellt hatte, das es sich dort gar nicht um die Domain eines Lieferanten von listigen Lurch handelte. Aber das soll uns an dieser Stelle nicht weiter stören.

Dimitri schaut also ganz verwundert auf seinen Bildschirm und kann die Sache nicht glauben. In seinem Hinterstübchen stellt sich nur die Frage: „Und für was jetzt der ganze Schwachsinn?“

Okay gehen wir davon aus, das unser Lieferant in seiner Datei einen Fehler hat und der Import damit im Warenwirtschaftssystem falsche Daten produziert, so müsste dann ein kompletter Rollback der Datenbank gefahren werden. Für Monia übersetzt: Vor jedem Import muss eine Datensicherung der Datenbank durchgeführt werden (steht auch so im Handbuch), anschließend der Import durchgeführt werden und dann dürfen die Krieger der Shoshones die Nacht damit verbringen, die ganze Scheiße auch noch zu kontrollieren.

Also in der Praxis würde ich an dieser Stelle alleine schon das Kriegsbeil ausgraben. Aber es kommt noch toller. Dimitri ist es ja völlig Wurst, was listiger Lurch da so mit seiner Warenwirtschaft so alles anstellt, also sagt er ihm, er möge ihm doch bitte eine E-Mail schicken und dann bekommt listiger Lurch ein Angebot, was ihm der Spaß so kosten würde. Im Hinterkopf hatte Dimitri zwar schon längst überschlagen ausgerechnet, wie viel seiner kostbaren Zeit er dafür verschwenden würde. Aber wir erinnern uns, er hat ja dieses neue Tool Kimai.

Häuptling listiger Lurch meinte an dieser Stelle: „ist mir zu kompliziert“

Dimitri: „E-Mail schreiben?“

Offensichtlich ist es irgendwie einfacher einem per Facebook Messanger auf den Keks zu gehen, als einfach eine Mail an Dimitri zu schreiben, sein Problem darzustellen, auf das Angebot zu warten und zu sagen: „Okay der Kerl hat jetzt damit knapp 40 Minuten Zeit für mich investiert und die zahl ich auch.

Listiger Lurch wäre wohl nicht Häuptling der mittlerweile im Reservat lebenden Shoshones, wenn er nicht auch hier wieder nach einer Hintertür suchen würde.

Listiger Lurch: „Und was solls kosten?“

Dimitri: „nicht ganz 40 €“

Listiger Lurch: „Muss ich bis morgen drüber nachdenken. Vielleicht meldet sich noch jemand anderes. Such ja nur den Code für den platzhalter“

Okay, die Reaktion auf den wahnsinnig hohen Preis von unverschämten 40 Euro hätte ja Dimitri so von listigen Lurch erwarten müssen. Ist aber durch aus typisch für einen handelsüblichen Online-Krämer. Da wird die Krabbelgruppe vom Niederrhein noch eine Weile dran zu knabbern haben, bis sie aus dem Milieu draußen ist.

Dimitri hat es mit Humor genommen, weil besseren Stoff für meinen Blog konnte er nicht liefern. Im übrigen hätte ich es weitaus einfacher gestaltet. Warum soll ich mir die Festplatte mit Daten zumüllen, die eine Lebensdauer von maximal 24 Stunden haben? Alleine der Aufwand im Falle einer ich weiß nicht wie gearteten Meinungsverschiedenheit mit meinem Lieferanten, die alten Daten aus welchem Grund auch immer miteinander zu vergleichen, dürfte im keinem Verhältnis mit dem Nutzen liegen. Also einfach herunterladen, überschreiben und als Lieferanten-Preise und Bestände importieren – Was ist daran so kompliziert?

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