Donnerstag, 9. Juni 2016 – Wenn man mal nicht weiter weiß

Ganz klar auch ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Es reicht nicht immer aus, nur eine geniale Idee zu haben. Genial wird die Idee erst, wenn man in der Lage ist sie auch umsetzen zu können. Und oftmals scheitert eine Idee an der Umsetzung. Irgendwie habe bin ich heute das Gefühl an einem Punkt gekommen zu sein, wo ich mit meinem Latein am Ende bin. Schauen wir mal wo das Problem liegt.

In den jetzt fast 32 Jahren meines Berufslebens habe ich genau zwei wichtige Dinge gelernt:

  1. Um ein Problem lösen zu können, muss ich es genau kennen und beschreiben können. Nur dann bin ich in der Lage dieses Problem zu analysieren und eine Lösung dafür zu finden.
  2. Ich muss nicht immer wissen, wie was geht. Ich muss wissen, wo ist die Lösung aufgeschrieben oder wenigstens jemanden kennen, der weiß wo es steht.

Nur manchmal geht dieses System einfach nicht auf. Es liegt dann an einer Kombination aus den beiden Punkten. Zum einem habe ich wohl das Problem nicht richtig analysiert und somit komme ich natürlich auch nicht auf die Lösung, weil ich die richtige auch nicht finden kann. Da hilft dann alles Suchen im Internet nicht und Google spuckt die richtigen Lösungen aus.

Mein Problem also ist, das ich mich nicht richtig mit der Materie auseinander gesetzt habe und dachte ich könnte es so auf die schnelle Art vom Tisch kriegen. Einfach ein Muster genommen und versucht auf meine Anwendung zu portieren. Das funktioniert oft auch sehr gut. In diesem Fall leider nicht. Und somit habe ich heute wohl einen ganzen Tag mal eben in den Sand gesetzt – Shit happens.

Warum ich das heute so schreibe. Ich habe da vor kurzem was interessantes von einem Entwickler gelesen. In einem Post auf Facebook fing er seinen Kommentar mit folgenden Satz an:

Die meisten Fehler finden sich nur im Echtbetrieb…

Bei diesem Satz hat es mir glatt die Sprache verschlagen. Ich habe ja ein sonniges Gemüt, aber solche Aussagen eines Entwicklers sind brandgefährlich. Sie zeigen mir, das es eben kein ausgeklügeltes Testsystem gibt, mit dem alle Prozesse nach jeder Änderung getestet werden und auf deren Grundlage eine Freigabe erfolgen kann. Und bei jeder Änderung an einer Funktion sollte nicht nur diese, sondern alle anderen Funktionen die direkt oder indirekt damit zusammen hängen überprüft werden.

Wenn ich aber innerhalb von 72 Stunden, wovon 48 auf ein Wochenende fielen, zwei neue Releases einer Software herausgebe, dann kann ich hier mit einem ruhigen Gewissen behaupten, dass da was nicht ganz Koscher ist. Wenn ich dann noch lese, dass nach einer Performance-Optimierung, die der Hersteller ausdrücklich in seinem Blog empfiehlt, es bei Anwendern zu erheblichen Problemen kommt, bis dahin, dass der Betrieb eigentlich arbeitsunfähig ist, da es nicht mehr möglich ist die Aufträge auszuliefern, dann ist hier gerade etwas ziemlich bedenklich.

Wenn sich dann noch irgendjemand aus dieser Ecke beschwert, dass ich mit einem leichten Anfall von Sarkasmus darauf reagiere, dann hat er den Schuss nicht gehört. Mann sollte auch sehr vorsichtig sein zu versuchen einem Anwender die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn das eigene Produkt die Arbeitsweise des Anwenders zulässt und es bei einer Fehlbedienung keinen entsprechenden Hinweis gibt. Wenn ich in einem Auftragsformular nur eine Menge eintrage, dann darf diese Auftrag nicht gespeichert werden und ein leerer Kunde mit einer Kundennummer angelegt werden. Da muss ein Hinweisfenster erscheinen ich habe Mist gebaut!

Also genug der Ohrfeigen…

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.