Es wird Zeit für den Wechsel

Krypto-Trojaner Locky treibt sein Unwesen, Windows sammelt Daten und schickt sie nach Hause und was so manche Webseiten mit Ihren kleinen Keksen, auch Cookies genannt, an Informationen über uns gewinnen, wollen wir schon gar nicht mehr wissen. Klar liebe ich Windows. Meine Laufbahn in der IT ist stark durch die Produkte aus Redmond USA geprägt. Aber das heißt noch lange nicht, das ich mit Microsoft verheiratet bin und es keine Alternativen auf der Welt gibt. Und während ich hier diese Zeilen tippe, installiert sich das Grundsystem meines Home Servers mit Ubuntu 14.04 LTS und für mein Dell lade ich mir Ubuntu 12.04 LTS herunter.

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Im Dezember 2014 habe ich mir schon die Frage gestellt, brauche ich noch Windows? Meine Antwort war schon damals – NEIN! Wenn nicht eine ganz spezielle Anwendung mir einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, würden meine Systeme schon seit dem letzten Jahr alle Komplett auf Ubuntu laufen. Aus der meiner Sicht als Blogger ist es völlig wurscht welches Betriebssystem auf meinen Computern installiert ist. Die Software, die ich einsetze, läuft sowohl auf Linux wie auch Microsoft. Für mich sind ganz andere Faktoren wichtig, als die Glaubensfrage nach dem Betriebssystem.

Faktor Sicherheit.

Wer kennt noch den Computerwurm W32.Blaster? Lang ist es her! Wir schreiben das Jahr 2003 und Windows XP ist mal gerade etwas länger als ein Jahr im Handel (Oktober 2001!). Und was machte dieser blöde Wurm? Kaum hatte sich der Anwender am PC angemeldet, startete dieser netter Weise wieder durch. Frei nach dem Motto Reboot tut immer gut! Mir hat das eine Menge Arbeit besorgt, Rechner von dem ungebetenem Plagegeist zu befreien. PC mit BartPE starten, Registry anbinden, die faulen Schlüssel löschen und die bösen Dateien, allen voran die msblaster.exe, von der Platte löschen. Je nach Stärke des Befalls hat das dann so in der Regel zwischen 2 und 3 Stunden gedauert. Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Wie schnell damals dieser Computerwurm auf einem ungesicherten System mit Windows XP gelangt ist, habe ich im Selbstversuch erleben können. Einmal mit dem Internet verbunden, hat schon ausgereicht, dass der Bruder sich eingenistet hat.

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Seit dem spielt das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle bei mir. Das hat sich unter Windows 7 stark gebessert. Aber ganz ehrlich, zufriedenstellend ist es noch lange nicht unter Windows!

Faktor Produktivität

Auf das gute alte Datengrab, die Dateiablage, wird mich noch auf Jahre hinaus zum Suchen in unübersichtlichen Ordnerstrukturen zwingen. Auch wenn ich für meinen Home Server eine einigermaßen logische Ordnerstruktur anlegen werden und dafür die entsprechenden Freigaben einrichte, so ist es doch ziemlich mühsam in hunderten von Bildern immer schnell das richtige zu finden – mal ganz davon abgesehen, wie viel Zeit mit der Suche flöten geht. Nicht besser sieht es bei meinen Office-Dokumenten aus. Wo habe ich nochmal den Blog-Beitrag von Mitte August 2013 gespeichert? Da hilft dann oft nur der Blick in den eigenen Blog mit der Hoffnung, dass Veröffentlichungsdatum und Ordner-Name übereinstimmen. Nur gut, dass ich alleine auf dem Server mein Unwesen treibe. Wie wäre es, wenn da noch jemand mit seiner ganz eigenen Vorstellung von Logik Datenstrukturen aufbauen würde und Dokumente dort ablegen würde. Das Chaos wäre vorprogrammiert.

In der Praxis unterscheiden sich hier Windows und Linux nicht im geringsten. Es ist also völlig unerheblich, mit welchem Betriebssystem mein Home Server und meine Computer ausgestattet sind. Datengrab bleibt Datengrab, ob ich nun mit dem Explorer oder Nautilus meine Ordner durchforste ist dabei egal.

Faktor Anwendungen

LibreOffice, Gimp, yEd Graph, Inkscape, Mozilla Firefox und Thunderbird, Skype und allen anderen Anwendungen, die ich fast täglich benutze, ist das Betriebssystem, auf denen sie installiert sind, auch völlig schnuppe. Warum soll ich dann ein Betriebssystem verwenden, was offensichtlich das bevorzugte Ziel krimineller Angriffe ist? Mal ganz ehrlich unter uns – ich bin doch nicht blöd. Fenster hin oder her, ein geiles Desktop Hintergrundbild reist das auch nicht raus. Wenn es also meinen OpenSource-Anwendungen egal ist, kann es mir auch egal sein. Der Faktor Anwendungen ist also auch kein Grund, bei Windows zu bleiben – nicht ganz. Da sind dann noch meine Spiele, mit denen ich mir Abends mal ganz gerne meine Zeit vertreibe. Allen voran unter Windows 10 Microsoft Minesweeper. Google hat auch diesen Grund zunichte gemacht. Für Linux gibt es gleich 6 Klone unter denen ich mir einen aussuchen kann.

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Okay gerade wird es spannend. Mein Home Server startet gerade das erste Mal und meldet sich mit dem „homeserver login: _ „ Zeit hier Schluss zu machen und die weiteren Gedanken auf das nächste Mal zu verschieben. Mein Ubuntu für mein Dell Latitude E6420 habe ich mir auch schon geholt. Mal sehen wann dazu komme dieses auf Linux umzustellen. Beim meinem Home Server bin ich jetzt einen gewaltigen Schritt weiter.

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