Geld verdienen mit Amazon

Im Netz tummeln sich diverse Typen, die uns mit allen möglichen Mitteln ein passives Einkommen versprechen. Beliebt ist gerade die Methode anderen ein FBA-Coaching anzudrehen und dies mit so schönen Werbeslogans wie du XXX,XX Euro am Tag verdienen kannst auszuschmücken. Das es sich dabei um ganz gefährliche Scharlatane handelt muss ich hier keinem sagen. Aber was ist FBA, was steckt dahinter und was geht vor allem wirklich?

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Ich lasse mal die Spinner links liegen und gehe mal das ganze Thema passives Einkommen mit Amazon nüchtern und überlegt an. Wobei ganz ehrlich, so passiv ist dieses Einkommen gar nicht. Wenn ich so darüber nachdenke, steckt dahinter eine Menge Arbeit – richtig viel Arbeit. Wir sollten bei diesem Projekt auch nicht den Versprechungen von Amazon glauben. Geld verdienen mit Amazon ist zwar kostenlos, aber nicht umsonst. Wir müssen viel Zeit und Energie investieren. Kinderleicht zu bedienen ist es auch nicht, da wir eine Menge an Wissen uns aneignen müssen. Einfach in unser Webprojekt einbinden ist auch so eine Sache, da wir dafür ein paar Tools benötigen werden und mal so nebenbei Geld verdienen, ist auch mehr Wunschgedanke. Was allerdings stimmt ist, das uns Amazon eine Menge wertvoller Tools und Hilfsmittel zur Verfügung stellt, mit denen wir unser Ziel erreichen können.

Amazon FBA (Fullfillment by Amazon) vs Amazon PartnerNet

Hinter FBA versteckt sich die Abkürzung für Fullfillment by Amazon. Das ist ein Dienst dieses Online-Händlers und Marktplatzes für Händler ihre Produkte einzulagern und anschließend an die Kunden zu verpacken und versenden. Händler die Fullfillment by Amazon benutzen, brauchen keine eigene Logistik um ihren Versandhandel abzuwickeln, sie nutzen vielmehr die Logistik von Amazon. Wenn ich also Händler bin, dann brauche ich Ware, die ich irgendwo einkaufen muss, damit diese bei Amazon eingelagert wird und dann über den Marktplatz verkauft wird. Neben dem Risiko, das jeder Online-Händler trägt, kommen also noch eine Reihe von Kosten auf mich zu, bevor ich das erste Produkt überhaupt verkauft habe. Wer jetzt glaubt, das man so ein Geschäft mit hundert oder tausend Euro Startkapital beginnen kann, der sollte jetzt ganz schnell einen Psychiater aufsuchen und sich auf seine Zurechnungsfähigkeit untersuchen lassen.

Wer jetzt nicht einen fünf bis sechs stelligen Betrag zur Hand hat, aber trotzdem im Online-Business mitmischen will, kann dies mit dem Amazon PartnerNet machen. Man spart sich den ganzen Aufwand mit Beschaffung, Vertrieb und Logistik und konzentriert sich komplett auf den Vertrieb der Produkte. Hier können wir uns den Umstand ausnutzen, das unsere Händler meist zu wenig Zeit in ihre Produktbeschreibungen investieren und diese somit meist sehr dürftig ausfallen. Dazu kommt noch, dass sich unsere Investitionen sehr in Grenzen halten und die laufenden Kosten für unser Projekt auch überschaubar sind. Sofern die notwendige IT-Infrastruktur in Form eines Notebooks vorhanden ist, sollten wir mit 0,00 €, in Worten Null Euro, Investitionsvolumen und monatlichen Kosten in Höhe von unter 10 Euro auskommen.

Das Kochbuch

In meinem kleinem Kochbuch und in dieser Artikel-Serie, weil so eine wird es werden, erzähle ich keine Geheimnisse. Ich beleuchte das ganze auch nicht aus der marketing-technischen Sicht, sondern vielmehr aus der Sicht des IT-lers. Klar wird ein bisschen SEO mit dazukommen und auch der eine oder andere Hinweis, wie eine Produktbeschreibung aussehen sollte, wird hier kommen. Aber darauf liegt jetzt nicht mein Fokus.

Der Fokus liegt auf das, was ich technisch brauche und wie ich diese möglichst optimal einsetze. Das ganze kann man ruhig mit der Arbeit eines Sterne-Kochs vergleichen. Einziger Unterschied ist die Auswahl und der Preis der Zutaten. Hier verhalten wir uns wie eine schwäbische Hausfrau und geizen wo es nur geht.

Zutaten

  • 1 alter Laptop mit Ubuntu 16.04 LTS, LibreOffice, Thunderbird, Firefox, Chrome, FileZilla, Aptana Studio 3, Inkscape, Gimp 2.8, KeePass (eine alte Windows-Kiste tut es zur Not auch).
  • DSL Internetzugang (ganz wichtig), am besten High-Speed!
  • 1 Digitalkamera um eventuelle Produktphotos zu machen und notwendiges Bildmaterial/kurze Videos zu produzieren.
  • 1 Domain mit einer WordPress-Installation
  • 1 AmazonSimpleAdmin Plugin und diverse andere Plugins, die wir in WordPress benötigen. Quasi unsere Gewürzmischung
  • 1 Amazon PartnerNet Account
  • 1 Google Adsense Account
  • 1 Facebook Account mit Facebook-Seite
  • 1 Twitter Account
  • 1 Youtube Account für Produktvideos
  • Viel Ausdauer und Geduld
  • 1 bis 2 Privat Labels (Handelsmarken) die noch keine Sau kennt und deren Eigentümer nur darauf warten, dass wir Sie bekannt machen.

Wir brauchen kein Lager, kein Büro oder sonst irgendwelches Zeugs. Prinzipiell können wir das ganze auch aus irgendeinem Steuerparadies betreiben, sofern die Umsätze hoch genug sind, dass wir auch Steuern dafür bezahlen müssen. Ansonsten lasse ich mal das Thema Gewerbeanmeldung etwas offen. Klar haben wir die Absicht Gewinne zu erzielen, aber die Realität sieht so aus, das wir am Anfang definitiv keine Gewinne erzielen werden. Bis wir Gewinne erzielen, wird noch viel Wasser den Vater Rhein herunter fließen.

Wie in jedem guten Kochstudio habe ich auch schon etwas vorbereitet. In diesem Fall habe ich eine Domain registriert, den dafür notwendigen Webspace eingerichtet und dort WordPress installiert. Wer das, was jetzt in den nächsten Wochen und Monaten kommen wird, nachbauen will, muss sich nicht unbedingt gleich einen eigene Domain zulegen. Wer dass alles erstmal ausprobieren will, kann sich unter https://wordpress.com/ fürs erste einen eigenen Blog einrichten und schauen wie der so läuft. Wer gleich mit einer eigenen Domain starten will,kann sich diese zusammen mit dem notwendigen Webspace bei 1blu registrieren lassen. Den Link zu 1blu findet ihr rechts in der Seitenleiste. Mein Musterprojekt könnt ihr unter http://shitcon.de verfolgen. Hier seht ihr, Stand heute, eine rudimentäre WordPress-Installation.

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Also genug der Worte zum Einstieg. Kleine Anekdote zum Schluss. In meiner Lieblings-Facebook-Gruppe der JTL User Community habe ich heute für dieses Projekt gefragt, ob jemand ein unbekanntes Privat-Label hat, welches ich für mein Projekt benutzen kann. Da kam doch glatt die Frage, was ein Privat-Label ist. Okay – ich dachte, ich hätte es in dieser Gruppe mit erfahrenen Online-Händlern zu tun, die sich in ihrem Gebiet auskennen. Offensichtlich genügt es aber, sich eine Warenwirtschaft zu installieren und schon ist man Online-Händler. Wie sich die Zeiten doch geändert haben.

Was kommt als nächstes?

Als nächstes brauche ich eine Roadmap, wie ich die Zutaten am besten anrichte, damit daraus auch ein ganz ansehnliches Gericht wird. An dieser Roadmap hangel ich mich dann von Punkt zu Punkt. Ich will jetzt nicht das böse Wort Projektplan hier benutzen, aber so grob wird es schon einer werden. Anschließend zeige ich in einer Reihe von Anleitungen, wie die Systeme konfiguriert werden und auf welche Fallstricke man achten muss. Also auf ins Projekt Geld verdienen mit Amazon.

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