Good Morning Germany – Ich mag das Land

Es ist wohl schon rund 30 Jahre her, als Gert Steinbäcker von STS den Song „Ich mag des Land“ geschrieben hat. Für die aktuellen Ereignisse habe ich mal diesen Song als Basis für diesen Betrag gewählt. Irgendwo zwischen altrömischer Dekadenz und 4. tausendjährigen Reich, das hoffentlich nur ein Hirngespinst der ewig gestrigen bleibt. Wir haben mit Deutschland eigentlich ein Land, in dem wir alle wunderbar leben können. Was sich aber hier in diesem Land seit mehr geraumer Zeit abspielt, ist nicht mehr normal. Da fehlen einem manchmal die Worte und man möchte Abends noch nicht einmal mehr die Nachrichten ansehen. In Punkte Skandale, Pannen und Peinlichkeiten haben wir international eine führende Position erreicht. Und so wie sich die Sache entwickelt, werden wir wohl so auch fleißig weitermachen und den Fuß auf’m Gaspedal stehen lassen.

Mit dem Werbeprogramm, was gerade durch die Medienkanäle der Welt flimmert, zerstören wir völlig unser Image, das wir uns mühsam nach dem nationalsozialistischen Debakel aufgebaut hatten. In Politik und Wirtschaft sind in den führenden Positionen Typen, die viel reden aber offensichtlich wenig denken. Im Regelfall haben diese Akteure auch noch ihr Schäfchen längst ins Trockene gebracht – meistens zulasten der Allgemeinheit.

Ich mag Deutschland und vieles ist in Ordnung, zahle meine Abgaben und bin froh. Ich stehe auch auf gutes Politisches Kabarett. Aber jeden Tag eine peinliche Szene oder Skandal – muss das sein. Ich kann schon nicht mehr lachen, dass tut einfach nur noch weh.

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Wir haben in Deutschland eine gut funktionierende Rüstungsindustrie. Ausgediente Waffen werden an Cowboys in Afrika verscherbelt (kein Witz, in einer Reportage habe ich einen Hirten mit Heckler & Koch G3 seine Rinder hüten sehen!) oder an unsere NATO-Partner, die damit dann im Irak, Afghanistan oder Syrien ihre Ziele bombardieren. Immer ist auch deutsches Know-How dabei, wenn wir schon keine Soldaten schicken können. Mit unseren Waffen werden dann dort Frauen und Kinder getötet. Unsere Rüstungslobby lässt dies völlig kalt. Wieso auch? Ohne Deutsche Waffen kein Krieg, ohne Krieg keine Flüchtlinge und ohne Flüchtlinge keine neuen Facharbeiter für die Deutsche Wirtschaft. Der Dienst der Waffenlobby am Vaterland!

Die Flüchtlinge haben es dann aber bei nicht unbedingt leicht. Da brennt dann schon mal schnell die neue Unterkunft der zukünftigen Facharbeiter. Gerade auf Menschen mit muslimischen Glauben zielt die Hetze des Packs. Da mischt sich Selbstherrlichkeit mit Duckmäuserei und auf diese Mischung haben nicht nur die Österreicher das Monopol. Das können die Piefke’s (Österreichische Bezeichnung für den nördlichen Bruder) mindestens genauso gut. Das ausgerechnet im Tal der Ahnungslosen (Bezeichnung von Dresden zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik auch DDR genannt) mit einem Ausländeranteil von unter 2%, Zehntausende gegen die Islamisierung des Abendlandes auf die Straße gehen, bleibt mir ein Rätsel. Was sollen dann erst die Eidgenossen sagen (Ausländeranteil 20% davon gefühlt 90% Emigranten aus dem großen Kanton (Deutschland!)).

Ich bin gerne Deutscher. Ich finde es aber nicht normal an jeder Ecke, wie Facebook oder Youtube, dieses ewig gestrige Gedankenpotential vorzufinden. Gerade unsere Europäischen Freunde im Süden staunen, wie wir uns wieder als Herrenmenschen aufspielen und unsere Vergangenheit verdrängen. Aber vielen scheint dies egal zu sein und versuchen mit einer Deutschlandfahne ein bisschen Gelsenkirchener Barrock ins Fernsehstudio von Günter Jauch zu bringen.

Ich zitiere hier mal frei Georg Schramm:

Ich wollte meinen Beitrag als Teil einer Zeitenwende darstellen. Das ist mir so ziemlich Misslungen. Eine Zeitenwende hat etwas positives und konstruktives. Was aber gerade hier abläuft ist der unkontrollierter Niedergang des Abendlandes. Was die CDU gerade macht ist jämmerlich und die SPD schaut zu und passt auf, dass Sie sich dabei nicht die Finger dreckig macht.

Heiner Geisler hat seiner Partei gesagt, ihr Fehler ist der Mut und die Einsicht zuzugeben, das Sozialismus und Kapitalismus gleichermaßen gescheitert sind!

In Deutschland gibt es kein Interesse mehr an Inhalten. Was Thema ist, entscheiden Glotze und Bildzeitung (Originalzitat Gerhard Schröder). Die Politik wird woanders gemacht. Interessenverbände machen die Politik. Die ziehen die Fäden an den die politischen Hampelmänner hängen, die uns in der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen dürfen. Diese Marionetten dürfen anschließend in den öffentlich rechtlichen Bedürfnisanstalten ihre Sprechblasen entleeren.

Ich mag Deutschland und ich lebe gern hier. Es gibt auch eine Menge guter Menschen. Miesmacherei liegt mir fern, aber morgen, nicht übermorgen, muss sich in diesem Land einiges ändern.

Ich Danke STS – Steinbäcker Timischl und Schiffkowitz für die genialen Texte die mich in meiner Jugend begleitet haben und Georg Schramm für die emotionale Pissrinne.

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