Ich wünsch mir was Kleines

Tot geglaubte leben länger und so wirklich ist der gute alte Desktop nicht Tot zu kriegen. Weihnachten steht wieder vor der Tür und die ganzen Nerds wollen beschenkt werden. Nein es muss jetzt nicht unbedingt eine Zocker-Kiste mit 64 Gigabyte RAM und einem 6 oder 10 Kern Prozessor werden. Manchmal reicht schon was kleines schickes und vor allem leises völlig aus. Das ganze soll ja nicht mit dem IkeA-Prinzip (Ich kriege einen Anfall Prinzip!) enden. Wie so ein PC zusammengebaut wird, erklären uns die beiden Jungs im Video unten ja vortrefflich.

Bildquelle Heise c’t

Auch in diesem Jahr hat uns die c’t in Ihrer aktuellen Ausgabe mit 3 Bauvorschlägen für den optimalen PC beglückt. Mit dem PC selber bauen ist das immer so eine Sache. Wer jetzt keine Lust auf Bastelanleitungen im Format skandinavischer Möbel hat, dürfte mit einem fertigen System in jedem Fall besser bedient sein. Auf der anderen Seite bin ich beim Selbstbau frei in der Wahl der Komponenten – sie müssen halt eben zusammenpassen und genau da fängt die Schwierigkeit für die meisten schon an. Wer also beim Einkauf keinen Fehler machen will – am Ende gibt es eine kleine Einkaufsliste.

Für die meisten Arbeiten im Büro braucht man keinen Intel Core i3, i5 oder gar i7 Prozessor. In der Regel reicht schon ein Dual-Core Prozessor für nicht mal 50 Euro aus, um im Internet vernünftig Browsen zu können oder auch mal ein 4K-Video abzuspielen. Und für das Schreiben von Blogbeiträgen oder das Pflegen der einen oder anderen Excel oder LibreOffice Calc Liste reicht so eine Kiste dreimal aus. Wenn dann die Kiste im Leerlauf nicht mal 8 Watt schluckt und mit 0.1 Sone auch noch kaum hörbar ist, dann sind das echte Argumente für mich. Und wenn der ganze Rechner in etwas so groß ist wie ein ATX-Netzteil, dann bin auch ich völlig scharf auf die Kiste.

Die Basis für diesen Bauvorschlag bildet der Barbone ASRock DeskMini 110 für etwas mehr als 150 Euro. Das Ding besteht aus dem Gehäuse, einem externen Netzteil wie beim Notebook und einem Motherboard. Wir müssen also nur noch eine CPU, Arbeitsspeicher und eine Festplatte dazu kaufen und natürlich auch selbst einbauen. Gibt es einen Schraubkopf in der Familie oder Freundeskreis, kann natürlich auch der diese Aufgabe übernehmen.

Großer Vorteil dieses Barbones ist, das wir mit der Wahl des Prozessors flexibler sind als bei den ganz kleinen mit aufgelöteten Prozessor. Wir können also jeden Prozessor verwenden, der in den Prozessorsockel LGA1151 passt. Dazu passen noch zwei DDR4-SO-DIMMs auf das Mainboard, was wiederum 32 Gigabyte Arbeitsspeicher ermöglicht – maximal 8 GB sollten aber völlig reichen. Und schließlich kriegen wir noch maximal 2 SSDs oder 2,5 Zoll Festplatten unter – oder auch eine Kombination von je einer SSD und einer 2,5 Zoll HDD.

Die zwei M.2-Fassungen erlauben es sogar noch eine zusätzliche SSD und einen WLAN-Adapter zu verbauen, was aber nur wirkliche Geeks und Nerds machen sollten. Ein externer USB-WLAN-Adapter tut es ja auch und ist für wenig Geld zu haben.

Die Nachteile einer solchen Kiste dürften nur selten stören. Der Einbau einer Grafikkarte oder eines optischen Laufwerks ist bei der Baugröße definitiv nicht möglich. Auf der Front gibt es zwar eine USB 3.0 Type-C Buchse die aber weder DisplayPort-Signale noch hohe Ladeleistungen liefert.

Wie in der c’t schon vorgeschlagen, würde ich auch einen Intel Celeron G3900 Boxed verbauen. Auch beim Arbeitsspeicher würde ich nur 4 GB Kingston ValueRAM SO-DIMM verbauen. Wer diesen Bauvorschlag mit Windows 10 verwenden will, sollte lieber gleich den 8 GB Riegel verwenden, insbesondere wenn ich an meine Freunde der Wawi denke. So konfiguriert und mit 2 WD Scorpio Blue Platten bestückt, kann man sich diesen Bauvorschlag auch als Mini-Streaming-Server vorstellen. So ausgerüstet bietet sich sogar FreeNAS als Betriebssystem an.


Bildquelle: http://www.asrock.com/nettop/intel/deskmini%20110%20Series/#Feature

Ein Low-Budget Office-PCs mit AMD Quad-Core Prozessor und Windows 10 Home ist bei Amazon schon für unter 200 Euro zu haben. Die c’t veranschlagt für diesen Bauvorschlag 309 Euro ohne Betriebssystem und 400 Euro mit Windows 10 Home. Ich komme bei meiner Amazon Einkaufsliste auf 309,81 Euro ohne Betriebssystem und und 429,80 mit Windows 10 Home. Wer damit wirklich nur ins Internet will, LibreOffice drauf haben will und seine Emails mit Thunderbird verwalten will, sollte sich die aktuelle Version von Ubuntu installieren. Nach Oben gibt es auch hier keine Grenzen. Wer will kann aus dem Mini-PC mit 2 2,5 Zoll 1 TB HDDs, 1 x Intel Core i5 und 2 x 16 GB RAM einen schicken kleinen und richtig flotten Server machen. Mit der Ruhe dürfte es dann aber spätestens vorbei sein, wenn die Kiste unter Last steht.

Einkaufsliste

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