JTL – Der Update – Wahnsinn

2015-10-17 09_24_48-Download JTL-Wawi und ConnectorenAm 17. September hat JTL für viele endlich die Wawi 1.0 auf den Markt geschmissen. Nach rund 4 Wochen ist es an der Zeit mal ein kleines Review zu ziehen, was sich seit dem getan hat. Optisch hat sich eine Menge getan. Die Homepage kommt im neuen Kleid daher, die Wiki wurde auch ordentlich aufgemöbelt und man ist gerade dabei Sie nach den Prozessen thematisch zu ordnen. Über das neue Release vom Shop gibt es definitiv fast nichts zu meckern – bis jetzt jedenfalls nicht – und ansonsten freuen sich alle auf die Connect in der nächsten Woche. An dieser Stelle könnte ich dann schon wieder aufhören in die Tasten zu hauen und meine Gedanken wieder abschweifen lassen von Wawi, Shop, Marktplätzen und dem ganzen eCommerce Gedöns. Damit sich aber unsere Praktikantin Monika nicht laufend neue Turnschuhe kaufen muss, habe ich mich entschlossen, doch nicht abzuschweifen und mal wieder dem Problem auf den Grund zu gehen.

7 Updates in 30 Tagen

Alle 4,29 Tage hat JTL ein neues Update für die Wawi veröffentlicht. Und so wie die Sache momentan abläuft, bekommt die Turnschuh-Administration ein Revival. Und ich dachte schon sie ist dem Rationalisierungswahn der letzten Jahre zum Opfer gefallen. Bei JTL hat man sich mit unattended Software-Distribution offensichtlich nicht sonderlich auseinandergesetzt. Wenn ich aber mehr als 3 Rechner in einem Netzwerk mit einer neuen Version einer Software versorgen muss, wird es auf die Dauer ziemlich mühsam von Rechner zu Rechner zu springen und 3 mal Klick zu machen, damit das Update eingespielt wird.

Leichte Magenschmerzen in Bezug der JTL-Wawi Update bekomme ich, wenn ich daran denke, was da alles verändert wird. De facto werden nicht nur Programmdateien getauscht sonder mit jedem Update auch massive Änderungen an der Datenbank vorgenommen. Das bedeutet, das eine zu 100% automatisierte Verteilung von JTL-Wawi nur bedingt möglich ist – Autsch!. Beim Datenbankserver muss ich in jedem Fall Hand anlegen – armer Norman.

Analyse der Setupdatei

JTL verwendet für die Erstellung der Installationsdateien Inno-Setup. Das ist kein großes Geheimnis. Dieses Tool ist bei vielen Entwicklern sehr beliebt. Um der Setup-Routine etwas auf den Zahn zu fühlen öffnet man als Software-Paketierer die Installationsdatei über die Eingabeaufforderung gefolgt von einem /? auf. Das sieht dann so aus:

2015-10-17 12_05_13-Administrator_ Eingabeaufforderung
C:\Users\info\Downloads>setup-jtl-wawi_1.0.4.1_151016.exe /?

Drückt man dann mutig die Enter-Taste kommt dann das heraus:

2015-10-17 11_12_16-Setup
Wer hier jetzt vor dem Informationsflash steht und mit einer Menge Fragezeichen auf der Stirn vor diesem Screenshot steht, sollte sich eine Tasse Kaffee oder Tee holen, einmal tief Durchatmen und dann sein Englisch-Wörterbuch aus der Schulzeit hervorkramen. Kurz erläutert, dass sind die Commandline (Eingabeaufforderung) Parameter, die die Installationsroutine von JTL akzeptiert. Damit können wir uns ein kleines Skript bauen, mit der die Software völlig automatisch auf die Rechner in unserem Netzwerk verteilt werden kann. Supi – und warum machen wir das jetzt nicht?

Das Skript für die Installation

Take it easy altes Haus, wer morgens länger schläft hält es abends länger aus.

Fang deinen Tag doch später an, dann bleibst du länger dran.

Das Installationsskript ist schnell heruntergeschrieben:

@echo off

START [Pfad zur Installationsdatei]\setup-jtl-wawi_x.x.x.x_xxxxxx.exe /SP- /SILENT /SUPPRESSMSGBOXES

pause

In diesen drei Zeilen steckt das ganze Geheimnis der automatisierten Installation von JTL-Wawi. Das Ganze stecken wir ein eine Text-Datei mit dem sinnigen Namen install.bat. Was dann ungefähr so aussieht:

2015-10-17 13_54_57-install.bat - Editor

Für den Test habe ich mir ein Verzeichnis auf der lokalen Platte der virtuellen Maschine angelegt und dort alle Dateien hineinkopiert. Im Netzwerk würde ich dafür eine Freigabe erstellen, auf die alle Computer zugriff haben.

Das Skript kann jetzt über die Eingabeaufforderung im Administrator-Modus aufgerufen werden. Das schreibt man einfach in die Eingabeaufforderung [Pfad zur install.bat]\install.bat und drückt die Entertaste einmal kräftig durch.

2015-10-17 14_00_27-Eingabeaufforderung

Was jetzt passiert zeige ich euch in einem kurzen Video. Wie von Zauberhand wird JTL-Wawi 1.x.x.x installiert. Kein lästiges Weiter klicken mehr. Wollen Sie? Ja ich will – endlich fertig werden.

Was soll das ganze jetzt?

Na Norman und Mohamed, ihr beide wolltet doch immer meine Praktikantin euch ausleihen. Braucht ihr eigentlich nicht mehr. Was jetzt im Grunde noch fehlt ist ein System mit dem die Installation völlig alleine zum Rechner kommt und anschließend dort installiert wird. In einer Domäne – wie schon gesagt – könnte man hierfür die Gruppenrichtlinien missbrauchen. Das würde ich aber nicht so ohne weiteres empfehlen. Ich würde hierfür ein Tool für die Verteilung von Software benutzen. Hier bieten sich zwei Lösungen an:

1. OPSI (Open PC Server Integration)

2. PDQ Deploy

Es gibt noch eine Reihe von Tools, mit der Software in einem Netzwerk verteilt werden kann. PDQ Deploy habe ich noch nicht getestet und darum bin ich mir nicht sicher, ob diese Lösung auch im Workgroup-Umfeld funktioniert. Bei OPSI bin ich mir sicher, dass meine Clients nicht in einer Domäne stecken müssen, um Software vom Softwaredistributionpoint zu erhalten. Wie die Software mit OPSI verteilt wird, werde ich beim nächsten mal zeigen.

Ein Gedanke zu „JTL – Der Update – Wahnsinn“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.