JTL-Stammtisch in Hürth

Heute, Donnerstag den 11. Juni 2014, ist JTL-Stammtisch in Hürth und ich habe mich quasi Last-Minute angemeldet. Zusammen mit Thanasi von der Aiges OHG will ich mir diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Zum einen weil die neue Wawi kurz vor der Veröffentlichung steht und parallel dazu der neue Shop in der Version 4.0 sich schon seit einer Woche in der Closed Beta Phase befindet. Die Ankündigung von JTL-Software zur neuen Shop-Version ging hier gleich etwas nach hinten los. Okay die Lizenzkosten sind gestiegen und trotzdem immer noch sehr moderat. Das aber ein Update mit einer Subskription-Verlängerung einhergehen muss, löste in Facebook für JTL Verhältnisse schon einen kleinen Shitstorm aus und zwang die Jungs aus Hückelhoven doch etwas einzulenken, um die Gemüter wieder zu beruhigen. Wie sich das Thema in dem Stammtisch niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.

Eins ist klar, der Druck auf JTL-Software wächst mit jedem Tag, an dem die neue Wawi nicht auf dem Markt erscheint. Parallel dazu ist ein grundleg.endes Re-Design des Shop notwendig. Nicht nur weil die neue Wawi viele nützliche neue Funktionen mit bringt. Google zwingt mit dem letzten Update seiner Suchmaschine Shop-Betreiber dazu, Ihre Webshops auch für mobile Endgeräte fit zu machen. Es ist also keine freudige Nachricht mit der ich heute beglückt wurde „JTL-Shop 4 is coming soon!“. Es ist die logische Konsequenz aus den Erfordernissen des Marktes. Dabei wurde glatt unterschlagen, dass mit der neuen Wawi auch wieder die Anwender geschult und damit Ihr Wissen ein Update erhält. Learning by Doing gehört zu den 70% wie Wissen in Unternehmen entsteht. Dieses Wissen ist aber oft personenbezogen und wenn diese das Unternehmen verlassen, ist das schöne Wissen wieder futsch. Ich will jetzt aber nicht den nächsten Shitstorm auslösen, darum von mir der Hinweis hier, dass es auch mittlerweile Workshops zur neuen Wawi gibt.

Die Loreley und Koblenz habe ich nun hinter mir gelassen und Köln liegt quasi vor mir. Für diesen Stammtisch habe folgende Punkte auf der Agenda. Da ist zum einem das leidige Thema, das in der Wawi Funktionen fehlen oder nur unzureichend implementiert bzw. umgesetzt sind. Eine solche wichtige Funktion ist die Möglichkeit für einen Kunden ein Skonto zu hinterlegen. Hier gibt es sicherlich noch mehr Punkte, die zur Folge haben, dass sich die User mit mehr oder weniger geschickten Workarounds behelfen. Das hat wieder um den netten Effekt, das der eine es so macht und der andere so, was dann später wieder zum Chaos führen wird. Die einen freuen sich weil es gut für Sie gelaufen ist, die anderen ersticken an der Mehrarbeit, weil Sie plötzlich x-Datensätze manuell per Hand pflegen müssen. Auch nicht gerade geschickt gelaufen. Damit bin ich dann wieder bei meinem Lieblingsthema: „Dokumentation der Prozesse.“ Auch das werde ich wieder zum Besten geben. Zum einem weil die Dokumentation der neuen Wawi um Monate dem Stand der Entwicklung hinterher hinkt und zum anderen dies extrem wichtig für eine erfolgreiche Einführung der Wawi ist. Es geht nicht darum wie ein Artikel oder Kunde angelegt wird. Um zum Beispiel die Workflows effektiv nutzen zu können, benötige ich definierte Prozesse in einem Unternehmen. Mit das machen wir mal so und morgen dann wieder ganz anders, kann ich eben nicht Arbeitsabläufe automatisieren und damit schneller machen. Und ein Prozess der nur darauf beruht, dass ich zum Telefon greife, ist zum Scheitern oder zu mindestens Langsam sein verurteilt.

Das der Update-Stress bei JTL hausgemacht ist und dieser Form eigentlich nicht notwendig ist, steht bei der ganzen Misere auf einem anderen Blatt Papier. Auch hier ist der Stammtisch in Hürth eine würdige Plattform mal Tacheles zu reden. JTL braucht ein vernünftiges Change und Release Management. Für die, die nicht wissen was ich damit meine, hier eine einfache Erklärung. In der Software gibt es Fehler, sogenannte Bugs oder auf deutsch Käfer. Jede Software verfügt über mehr oder weniger Funktionen, die Fehler beinhalten können. Beseitige ich einen Fehler in einer Software gebe ich in der Regel ein Update heraus. Das nennt man im IT-Kauderwelsch Release. Kommt eine neue Funktion hinzu, haben wir einen Änderung in der Software, auf Englisch einen Change. Was macht JTL – Okay in den letzten mehr als 12 Monaten haben Sie bezüglich der Wawi nichts gemacht – Das ist definitiv ein NO GO! Aber was machen Sie wirklich?

JTL wirft neuen Release und Change in einen Topf und bietet es zum Download an. Das dabei noch nicht schlimmeres passiert ist, halte ich nach der Terrakotta-Armee für das neunte Weltwunder. Plug and Pray bekommt hier seine Würdigung. Wie viele User sich Ihre SQL-Datenbanken in der Praxis bei dem Versuch von Version 099923 auf 100000 (JTL-Wawi 1.0) upzudaten zerschießen, wird dann wohl ein gut gehütetes Geheimnis von JTL bleiben. Das dürfte dann auch der GAU sein, der die Jungs in Hückelhoven so tierisch Nervös macht. Hier muss dringend ein Umdenken bei der Entwicklung der Wawi kommen. Selbst mittelständische Kunden dürften sich mit einem Wechsel zur Wawi aus diesen Gründen sehr schwer tun, auch wenn Sie einen Haufen Geld durch den Wegfall von Lizenzkosten einsparen könnten. Der Vorteil für JTL ist, das die Qualität der Wawi nochmals schlagartig steigen würde und Datenbank-Updates nur noch bei Fehlern in der Datenbank oder Änderungen im Funktionsumfang notwendig wären. Das würde einen Quantensprung in Richtung Stabilität und Verfügbarkeit der Wawi bringen.

So genug Schwadroniert. Ich kann schon die Spitzen des Dom erkennen. Ich wünsche allen eine schöne Zeit bis demnächst auf diesem Kanal.

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