Kaufberatung Network Attached Storage kurz NAS für Small Office und Home Office


Beim Motorenbau galt lange die folgende Device: „Leistung bekommt man durch Hubraum und noch mehr Leistung nur noch mehr Hubraum.“ Beim Speicherplatz für die eigene Bildersammlung, Musiksammlung und Videosammlung gilt das Gleiche, Speicherplatz ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Speicherplatz. Und der deutsche ist nach Snowden und dem NSA Skandal skeptisch gegenüber Cloud-Diensten geworden, die ohnehin nicht genügend Speicherplatz kostenlos dem Anwender zur Verfügung stellen. Und so hat sich nicht viel seit den Zeiten von MS-DOS 6.1 und Windows 3.11 geändert. Anstatt Festplatten mit 80 MB die umständlich mit double Space auf 160 MB hoch gebohrt wurden, gibt es jetzt das ganze im Terra Byte Format und mit direkten Anschluss an Heimnetzwerk. Hier mein kleiner Ratgeber zum Kauf einer NAS.Rein praktisch könnte man auf jedem PC ein Verzeichnis im Netzwerk freigeben und somit allen im lokalen Netzwerk erlauben auf diese Freigabe zuzugreifen. Nur auf Dauer ist das auch keine Lösung. Nicht nur das der Rechner ständig an sein müsste und somit auch eine Unmenge an Strom fressen würde. Zudem müssten alle im Netzwerk über eine lokale Kennung auf dem Rechner verfügen, damit die Rechteverwaltung skalierbar und sicher ist. Unterm Strich keine praktikable Lösung. Besser ist da der Einsatz eines Netzwerkspeichers, kurz NAS oder Network Attached Storage. Wie der Name schon sagt, können hier die Daten über das Netzwerk abgelegt und für den Zugriff freigegeben werden. Solche Geräte sind nichts anderes wie kleine Server, meist auf Unix Basis, die wenig Strom verbrauchen. Je nach Gerät liegt der Verbrauch gerade mal zwischen 3 und 12 Watt, was rund 30 Euro Stromkosten pro Jahr machen dürfte (Je nach Preis für die Kilowattstunde und effektiven Stromverbrauch kann das natürlich schwanken).

In günstigen Geräten arbeiten Kombiprozessoren, System-on-Chip (SoC), die CPU-Kern, SATA-Controller, USB-Controller und Ethernet-Controller vereinen. Von solchen Prozessoren sollte man keine schneller Rechenleistung erwarten. Sie reichen aus, um einen Webserver für den Zugriff auf die Verwaltung bereit zu stellen und zügig die Daten auf die Festplatten zu speichern. Gerade bei sehr günstigen Geräten, sollte man sich sehr genau überlegen, ob man die Daten vor dem Speichern verschlüsselt, da hier die Schreib und Lese-Geschwindigkeit förmlich in den Keller geht. Um sich vor einem Ausfall einer Festplatte zu schützen sollte man daher auch bei günstigen Geräten auf ein RAID 1, dem Spiegeln der Festplatten, zurückgreifen. Auch die Ausstattung von 32 bis 512 MB Arbeitsspeicher reicht gerade um ein abgespecktes Linux zum Laufen zu bringen.

Bei teureren Geräten ab 300 Euro wird es dann etwas besser. Hier arbeiten schon Intel-SoCs mit zwei x86 Prozessorkernen oder auch schon mal ein Atom-Prozessor. In meiner Eigenbau-NAS ist ein solcher Atom-Prozessor mit 4 Kernen und 4 GB Arbeitsspeicher verbaut. Das reicht aus um für 5 User im Netzwerk auch einen SQL-Server bereitzustellen. Als Betriebssystem verwende ich hier den Windows Home Server 2011. Alternativ kann man heute den Windows Server Essentials 2012 R2 verwenden. Viele Hersteller liefern Ihre Geräte schon mit Ihren eigenen Lösungen vorinstalliert aus, unter denen häufig ein Linux arbeitet. Wer einen Eigenbau plant kann auch auf FreeNAS zurückgreifen oder direkt eine Linux-Distribution drauf spielen.


NAS-Geräte lieben, wie eigentliche alle elektronische Geräte, kühle und trockene Räume ohne große Staubbelastung. Ein eigener kleiner Serverschrank mit zusätzlichen Lüfter ist aus meiner Sicht der Ideale Standort für so eine NAS. Zusätzlich ist sie hier vor Stürzen und Stößen gesichert. Ansonsten ist der Erstkontakt mit der NAS unproblematisch. Eingerichtet werden Sie über einen PC mittels Browser. Die Einrichtungsassistenten sind so einfach, das selbst ungeübte Anwender keine Probleme bei der Inbetriebnahme haben dürften. Wichtig ist hier nur, die NAS vorher über ein Ethernetkabel mit dem Netzwerk zu verbinden und ihr Strom zu geben. Im Grunde müssen dann auf den Geräten nur noch die Freigaben im Netzwerk und die Benutzerkonten für den Zugriff eingerichtet werden.

Die wichtigste Aufgabe einer NAS ist es als Speicherort für Dateien im Heimnetzwerk oder kleinem Firmennetzwerk zu dienen und dieser darüber auch anderen Mitgliedern bereitzustellen. Für bieten diese Geräte auch eine Streaming-Server-Funktion um die netzwerkfähige Stereo-Anlage oder Smart-TV mit Videos, Music oder Bildern zu versorgen. Funktionen für automatische Backups auf USB-Platten oder der Synchronisation mit einer zweiten NAS bieten fast alle Geräte auf den Markt. Darüber lassen sich die meisten NAS-Geräte mit zusätzlichen Funktionen, wie Mail-Server, Cloud-funktionen (Owncloud, Fotogalerie, Adressbuch), Blogsystem oder Datenbankserver über Plugins erweitern. Einige Geräte lassen sich mit USB-TV-Empfängern sogar zum ferngesteuerten Videorecorder erweitern.

Raid-Systeme schützen nicht vor schleichenden Datenfehlern auf Festplatten. Selbst meine NAS wird täglich auf eine zusätzliche USB-Festplatte gesichert. Auch der Einsatz eines Virenscanners sollte in Betracht gezogen werden, um infizierte Dateien auf dem Datenspeicher zu erkennen und zu isolieren. Damit ist aber nicht getan. Auch mit den Zugriffsrechten und den Passwörtern sollte nicht allzu leichtsinnig umgegangen werden. Insbesondere dann, wenn die NAS als private Cloud Verwendung findet. Hier ist dies NAS 24 Stunden am Tag über das Internet erreichbar und somit auch ein Ziel für kriminelle Subjekte. Für jeden Benutzer im Netzwerk sollte daher ein eigenes Konto in der Benutzerverwaltung eingerichtet werden, welches auch nur über die wirklich notwendigen Rechte verfügt.

Grundsätzlich erfüllen selbst günstige Einsteigergeräte allen Anforderungen, die an eine NAS gestellt werden. Schnell und mit wenig Aufwand lassen diese sich an die individuellen Anforderungen anpassen. Aus diesem Grund dürfte der Eigenbau nur etwas für Freaks und Nerds sein. Kostengünstiger ist ein Eigenbau auf keinen Fall und ein besseres System erhält man in den seltensten Fällen. Meine Eigenbau-NAS entspricht im wesentlichen den Geräten der großen Hersteller vom gleichen Typ. Einzig allein das Gehäuse ist vielleicht etwas stylischer.

Anbei noch eine Liste mit 10 NAS-Geräten um die 100 Euro. Bitte beachten, dass zu den Geräten noch jeweils die Festplatten bestellt werden, das diese im Preis nicht enthalten sind!

[asa_collection schaemicon]201530_sale[/asa_collection]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.