Keyword-Recherche – Macht das für Blogger überhaupt Sinn?

Muss ein Blogger für jeden Artikel eine aufwändige Keyword-Recherche durchführen und seine Beiträge auf diese Keywords ausrichten? Also erst Keywords recherchieren und dann auf den Ergebnissen basierend den Artikel verfassen. Passt das überhaupt zusammen? Oder mache ich da sogar etwas grundlegend verkehrt? Hier meine Gedanken zu diesem Thema.

Wenn ich mir die deutsche Blogosphäre anschaue, dann befinden sich die meisten Blogs in einem Zustand zwischen Sponsored Post, ich weiß gerade nicht was ich schreiben soll und habe deshalb gerade den Faden verloren. Irgendwie schon traurig, wie die Qualität hier gerade den Bach herunter geht.

Dazu kommen noch die selbsternannten SEO-Päpstinnen aus der Fashion-Ecke, die dann noch ziemlich ausgelutschten Blödsinn weiterverbreiten. Diesen Schwachsinn findet man zuhauf im Netz, wenn Frau halt nur die falschen Suchbegriffe bemüht. Da steht dieser Content meistens ganz vorne in den Suchergebnissen.

Leider ist es so, dass genau diese Inhalte meisten nie die wirklichen Informationsprobleme der Suchenden lösen, sondern nur möglichst viele potentielle Kunden auf die Seiten locken sollen. Das ganze nennt man dann Content-Marketing. Als wirklicher Blogger hat man es da nicht leicht, seine Inhalte in den Suchmaschinen zu platzieren.

Wie entsteht ein Blogbeitrag?

Die grundlegende Frage, die sich jeder Blogger stellen sollte ist, wie entstehen Blogbeiträge. Muss ich für mein Thema viel Recherchieren oder ergeben sich meine Beiträge aus dem was ich persönlich erlebe. Oder nehme ich Themen aus externen Quellen auf und erweitere sie durch meine eigenen Gedanken.

Vier kurze Beispiele:

  • Ich baue ein Netzwerk in einer Lab-Umgebung auf und dokumentiere die Arbeitsschritte mit Screenshots
  • Ich mache eine Mehrtägige Radtour, halte abends das Erlebte in Worten fest und füge die Bilder vom Tag hinzu.
  • Ich habe die Lösung für ein Problem gefunden und veröffentliche diese auf meinem Blog.
  • Ich habe einen interessanten Blogbeitrag gelesen und spinne den Gedanken auf meinem Blog weiter.

Keine Blogbeiträge im klassischen Sinne sind hier so Dinger wie Ansammlungen von Ratschlägen, die ich mir irgendwo zusammengeklaut habe. Sorry, das ist in der Regel Content der untersten Schublade und gehört aus jeden guten Blog verbannt.

Nun habe ich meine ultimative Lösung gefunden und mache mich vorher über https://trends.google.com/trends/ auf die Suche, ob nach meiner Lösung auch gesucht wird.

Google Trends LibreOffice Writer Serienbrief vs Word Serienbrief

Dabei kann mir aber dann folgendes passieren. Während die halbe Welt nach der Lösung für Serienbriefe mit Word sucht, interessiert sich keine Sau für meine Lösung für LibreOffice Writer. In Google Trends ist meine tolle Überschrift für den nächsten Blogbeitrag nicht vorhanden.

Wie gut das es noch den Google Keyword-Planer unter https://adwords.google.com/home/tools/keyword-planner/ gibt. Also schauen wir mal, was uns dieser an Keyword-Ideen meiner tollen Lösung liefert.

Das Ergebnis meiner Recherche habe ich auf Google-Drive gespeichert und den Link dazu für jeden zugänglich gemacht: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1CASYkg-smTCffEb9PZxbJDNOewXrO_gO6U7HWACXgMA/edit?usp=sharing

Auf die Idee die Überschrift wie folgt zu benennen, wäre ich auch ohne große Keyword-Recherche gekommen.

Wie erstelle ich einen Serienbrief mit LibreOffice 5.x Writer und Calc?

Ich habe hier sogar noch die Release-Nummer der Version in die Überschrift gepackt, mit der ich diese Anleitung verfasst habe.

In den meisten Fällen kann ich mir als Blogger eine Keyword-Recherche sparen, da diese sich aus dem Thema von selbst ergeben. Hier sollte ich mir aber im klaren sein, dass unter gewissen Umständen das Suchaufkommen nach dem Thema relativ gering ist.

Ich mag zwar jetzt persönlich nicht unbedingt die Überschrift für diesen neuen Blogbeitrag, aber es handelt sich hier um genau die Fragestellung, die auch ich mir für diese Lösung am Anfang gestellt habe. Damit sind auch die Keyword für den Beitrag schon bei der Ideenfindung für den Beitrag fest umschrieben: Libreoffice, Writer, Calc, Serienbrief.

Im Grunde die Zutaten und das Ergebnis ergeben also die Keywords, nach denen dann auch gesucht wird. Warum dann also eine Keyword-Recherche durchführen?

Gehe ich nach dem Schema Problemstellung, Zutaten, Lösung vor, kann ich mir die Keyword-Recherche im Vorfeld sparen. Ich habe nämlich schon die richtigen Begriffe zusammen, nach denen auch meine potentiellen Lesern wahrscheinlich auch suchen werden. Ich werde sogar die Menschen auf meinem Blog ziehen, die genau für dieses Problem nach einer Lösung suchen.

Aber wie sieht es jetzt mit diesem Artikel aus? Probieren wir es aus.

Auch hier habe ich mal über Google Trends nachgeschaut, wie hoch das Suchaufkommen in Deutschland ist.

Google Trends "Blogger Keyword-Recherche"
Google Trends „Blogger Keyword-Recherche“

Gähn, als wenn sich keine Sau dafür interessieren würde.

Und was gibt uns der Google Keyword Planer zu dem Thema aus: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1G3yBnD0ow0TeGJBUCSf-8XEgDndlJggMQX84rRUYKnM/edit?usp=sharing

Google Adwords Keyword-Planer
Google Adwords Keyword-Planer

Offensichtlich ist das Thema für Blogger nicht gerade von überragender Bedeutung. Warum dann diesen Artikel dennoch so geschrieben habe und heute veröffentlicht habe, das werde ich hier beim nächsten Mal erklären.

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