Mein Blog, ich und die Statistik von Google Analytics

Wenn ich zu diesem Thema in den Weiten des World Wide Waitings auf die Suche mache und meinem Lieblingssport dem Googeln nachgehe, finde ich außer gequirrlter Scheiße, nicht wirklich viel Material. Um es mal eben trocken auszudrücken. Also, warum brauchen wir Blogger Statistiken und die doofe Besucherzählerei?

Die Qualität eines Blogs oder eines einzelnen Beitrags lässt sich nur sehr schwer in nackten Zahlen ausdrücken. Eine große Reichweite bedeutet noch lange nicht, das auch Qualität dahinter steckt. Darum geht es mir aber heute nicht. Ich will hier mal betrachten, welche Informationen uns Google Analytics liefert und wie wir diese am besten für den eigenen Blog auswerten können – so grob jedenfalls.

Das mit der Statistik beim Bloggen sollte man nicht überbewerten. Sicher –  ich gebe zu, auch das kann süchtig machen. Dafür reicht aber ein Schluck aus der Flasche Analytics nicht aus. Eher wird man am Anfang sehr enttäuschst werden, wie der folgende Screenshot zeigt.

Startseite Google Analytics für shitcon.de

11 Nutzer, 16 Sitzungen und 20 Seitenaufrufe in 7 Tagen sind eher frustrierend als erbauend. Jetzt aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Das kann sich aber auch ändern und dann ungefähr so aussehen:

Google Analytics Startseite für schaemicon.de
Google Analytics Startseite für schaemicon.de

1.112 Nuter, 1.281 Sitzungen und 1.764 Seitenaufrufe in 7 Tagen sehen zugegeben schon viel schöner aus. Nur haben diese Zahlen für sich keine Aussagekraft – außer das der eine Blog viel mehr Besucher hat als der andere.

Zielgruppe – Was und wie werte ich aus?

Die entscheidende Frage beim Thema Statistik ist, welche Informationen werte ich wie aus. Klar werfe ich täglich einen Blick Google Analytics hinein. Ich lasse mich aber nicht von den nackten Zahlen verrückt machen. Alleine schon weil jeder Tag ein anderer ist und die tägliche Anzahl an Nutzern von vielen Faktoren abhängig ist.

Zielgruppe Übersicht Monat März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Zielgruppe Übersicht Monat März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Bei der Analyse der Daten will ich auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Analyse soll mir wertvolle Informationen darüber geben, was ich in der Zukunft besser machen sollte.

Als Auswertungszeitraum verwende ich grundsätzlich einen Abgeschlossenen Monat. Diesen vergleiche ich mit dem gleichen Monat vom Vorjahr. Eine Analyse der Daten macht also überhaupt erst nach 12 Monaten Sinn und solange muss ich warten. Ansonsten kommt der Unfug des nächsten Screenshots heraus.

Zielgruppe Übersicht Monat März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum shitcon.de
Zielgruppe Übersicht Monat März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum shitcon.de

Weil wir hier schon in der Zielgruppenübersicht sind. Hier sind folgende Werte für mich wichtig:

  • Sitzungen
  • Nutzer
  • Seitenaufrufe
  • Seiten/Sitzung
  • Durchschnittl. Sitzungsdauer
  • Absprungrate
  • Neue und wiederkehrende Besucher

Bedingt noch die Sprache und das Land/Region um etwaige Ausreißer auf Grund von Analytics-Spamming ausfiltern zu können.

Die Werte setzte ich dann in Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres. Alles andere ist eigentlich von sekundärer Bedeutung. Eventuell kann man noch einen Blick auf die Interessen der Besucher werfen und wie hoch der Anteil der mobilen Zugriffe ist. Das hängt aber sehr stark vom Thema des Blogs ab.

Zielgruppenübersicht stündliche Auswertung
Zielgruppenübersicht stündliche Auswertung

Interessant ist noch zu erfahren, zu welchen Uhrzeiten der Blog besucht wird. Dies erlaubt uns Rückschlüsse für eine Social -Media-Strategie. Ich weiß zum Beispiel, dass die meisten Besucher zwischen 9 Uhr morgen und 19 Uhr abends meinen Blog besuchen. Das deutet darauf hin, dass meine Leser hauptsächlich während der Arbeitszeit meinen Blog besuchen und ein klar definiertes Problem haben. Abends und am Wochenende gehen die Zugriffszahlen um bis zu 50% zurück.

Woher kommen meine Besucher und wie finden sie den Blog?

Die nächste spannende Frage ist, über welche Kanäle kommen finden die Besucher den Weg auf unseren Blog und wie hat sich dieses Verhältnis in den letzten 12 Monaten verändert. Hier haben wir 4 Hauptkanäle:

  • Organic Search – Die Besucher kommen über eine Suchmaschine
  • Direkt – Der Besucher ruft direkt die Domain auf
  • Social – Der Besucher kommt über ein Soziales Netzwerk wie Facebook, Twitter oder Google + zu uns.
  • Referal – Der Besucher hat auf einen Backlink zu unserer Seite geklickt.
Akquisition Übersicht schaemicon.de
Akquisition Übersicht schaemicon.de

Für mich wichtig ist, dass die überwiegende Mehrheit meiner Besucher mich über die organische Suche und direkt findet. Dadurch bin ich sehr unabhängig von Facebook, Twitter und Co.

Bin ich Abhängig davon, dass ich meine Blog-Beiträge in den Sozialen Medien bekannt machen muss, um Besucher auf meinen Blog zu ziehen, sieht das Ergebnis wie unten aus. Ich bin also ständig dazu genötigt in irgendwelchen Facebook-Gruppen meinen Inhalt zu posten.

Akquisition Übersicht shitcon.de
Akquisition Übersicht shitcon.de

In so einem Fall kann die Devise nur lauten regelmäßig neue Beiträge zu veröffentlichen. Eventuell sollte ich hier auch über eine Backlink-Strategie nachdenken.

Mehr oder weniger nebensächlich und aus purer Neugier kann man noch einen Blick in die Suchanfragen werfen. Als Blogger sollte man aber nicht den Fehler machen, seine Artikel nur anhand von Keywords zu schreiben. Zumal wir bei den meisten Suchanfragen keine Rückschlüsse auf das jeweilige Keyword schließen können (not set).

Akquisition Search Console Suchanfragen
Akquisition Search Console Suchanfragen

Was will der Besucher lesen

Wenn man schon etwas länger bloggt lohnt sich ein Blick in die Top 10 der Seiten. Hier bekomme ich als Blogger ein Gefühl dafür welche Themen gefragt sind, ob diese Themen auch gut aufbereitet worden sind und ob der Leser anschließend noch das Thema auf dem Blog weiter vertiefen wollte.

Hier sollte man keine Angst vor hohen Absprungraten haben. Je nachdem über was ich schreibe, kann der Leser schon nach dem ersten Blogbeitrag wieder verschwunden sein, wenn er die Lösung für sein Informationsproblem gefunden hat. Ein Blog ist ja keine Unternehmensseite deren Ziel eine möglichst hohe Anzahl an Konversationen ist.

Hier sorgt ein Blick in die wiederkehrenden Besucher für Beruhigung. Aus wiederkehrenden Besuchern werden irgendwann Besucher die unseren Blog in den Favoriten haben und uns dann nicht mehr suchen müssen.

Nice to have – Ereignisse

Wer in seinem Blog Google Adsense oder andere Werbung einblendet, der interessiert sich auch dafür, wie hoch der Anteil der Leser mit Adblocker ist. Wie das entsprechende Adblocker Plugin dafür eingebaut wird habe ich in diesem Blogbeitrag schon beschrieben. Hier sollte man aber als Blogger nicht zu viel Zeit investieren.

schaemicon.de Adblocker Nutzung
schaemicon.de Adblocker Nutzung

Kurioses

Mit einem Blogbeitrag kann man durchaus die falsche Zielgruppe anziehen und so für eine Menge Traffic sorgen. So geht es mir gerade mit meinem Artikel zum Internet of Shitty Things. Wobei der deutsche Leser mit dem Wort Shitty wenig anfangen kann. Das ganze heißt nämlich frei übersetzt “Internet der Scheiß-Dinger”.

Es gibt wohl die ersten, die nach den entsprechenden Videos über Google suchen. Suchanfragen wie “siime eye video” lassen dieses vermuten – Aber vielleicht sucht die eine oder andere Dame nach einer Gebrauchsanleitung im Netz. Das bekomme ich aber heraus, wenn ich in einem Jahr meine Zielgruppe nach Geschlecht mir betrachte und dort eine signifikante Veränderung feststelle.

schaemicon.de Seitenaufrufe
schaemicon.de Seitenaufrufe

Fazit

Statistik ist schön und macht ab einem gewissen Punkt auch Spaß. Nur sollte man sich nicht verrückt machen lassen. Mit Google Analytics bekommt man einen schönen Überblick, wer da so auf dem Blog vorbeischaut. Mehr aber auch nicht. Die Blogbeiträge schreiben muss man immer noch selbst. Dabei sollte man aber nicht den Fehler machen und sich zu sehr von Statistiken beeinflussen lassen.

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