Microsoft Office 2013 automatisiert installieren und konfigurieren

Die Anforderung klingt banal. Microsoft Office 2013 Professional Plus soll ohne bestimmte Komponenten, wie Access, Lync oder SkyDrive automatisiert via SCCM 2012 installiert werden. Mitarbeiter im Unternehmen sollen später auf Anfrage Access dazu bekommen. Nur leider funktioniert das Paket beim Kunden nicht. So wurde mir die Geschichte angetragen, gleich mit der Frage, kannst du mir helfen. Nun ich habe noch nicht Office 2013 im Netzwerk verteilt. Aber diese Aufgabe passt gut in mein Projekt mit OPSI (Open PC Server Integration). Was braucht man um so eine Aufgabe zu lösen? Zuerst einmal mindestens zwei virtuelle Maschinen, die ein kleines Netzwerk bilden. Office 2013 Professional Plus 32 oder 64 Bit – ist hier erst mal ziemlich egal und die Administrativen Templates für Office 2013 in der entsprechenden Version.

Windows Server 2012 Evaluation kann man hier herunterladen: http://technet.microsoft.com/de-de/evalcenter/hh670538.aspx

Windows 8.1 Evaluation gibt es hier zum Download: http://technet.microsoft.com/de-de/evalcenter/hh699156.aspx

Die Testversion von Microsoft Office Professional Plus 2013 erhalten Sie hier: http://technet.microsoft.com/de-de/evalcenter/jj192782.aspx

Zu guter Letzt noch die Administrativen Templates (sind nur in den Volumenversionen von Office dabei): http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=35554

Okay, damit hat man erst einmal alles beisammen. Jetzt kann man starten. Wie die beiden virtuellen Maschinen aufgesetzt werden, zeige ich zu einem späteren Zeitpunkt. Das würde den Rahmen hier sprengen und zu langwierig machen.

Bevor wir uns an die Arbeit machen, ein paar Grundüberlegungen vorne weg.

  1. Jeder vernünftige Mensch würde jetzt eine angepasste Installation von Microsoft Office erstellen, die genau die Features installiert die benötigt werden.
  2. Anschließend würde dieser Mensch eine angepasste Installation für das Feature erstellen, welches nachträglich hinzugefügt werden soll.

Wir reden also hier von zwei Schritten, mit den wir ans Ziel kommen. Einmal eine Installation welche Office wie gefordert installiert und ein zweiter, der die Nachträglich Installation durchführt.

Ich mache es kurz – das geht so nicht!

Es ist völlig egal welche Weg ich hier einschlage, ob mit OCT oder config.xml Datei, ich habe bei meinen Tests kein zufrieden stellendes Ergebnis erhalten. Es klingt paradox, ich muss zuerst Office komplett installieren um in einem zweiten Schritt die Features zu deinstallieren, die nicht gewünscht sind. Im dritten Schritt kann ich dann einzeln die Features hinzufügen, die danach benötigt werden, wie zum Beispiel Access.

Zum Nachspielen müssen Sie folgende Umgebung mit HyperV, VMware oder VirtualBox einrichten:

Server Koeln:

Windows Server 2012 Foundation, Standard oder Enterprise

Virtuelle Maschine mit 2 GB RAM, 100 GB Festplatten Speicher und zwei Netzwerkkarten

Netzwerkadapter 1 verbunden mit der physikalischen NIC oder NAT, IP Zuweisung automatisch.

Netzwerkadapter 2 verbunden mit dem Internen Netzwerk, IP-Adresse statisch 192.168.2.1 Subnetmask 255.255.255.0 Gateway keins, DNS 127.0.0.1

Folgende Rollen sollten am Server konfiguriert sein: Routing und RAS, DNS

Auf dem Server muss eine Freigabe eingerichtet sein, auf die Jeder über mindestens Leserechte verfügt, in der die Installationsdateien von MS-Office hinterlegt werden.

Testclient Kassel Windows 8.1:

Virtuelle Maschine mit 2GB RAM, 50 GB Festplatte und einer Netzwerkkarte die mit dem internen Netz verbunden ist. Statische IP-Adresse 192.168.2.50 Subnetmask 255.255.255.0 Gateway 192.168.2.1 DNS 192.168.2.1

Wenn das eingerichtet ist können wir mit dem Test beginnen.

Schritt 1: Office komplett auf dem Client installieren

Melden Sie sich hierfür am virtuellen Server Koeln mit einer Benutzerkennung mit administrativen Rechten an.

Office komplett auf dem Client installieren

Nein, wir nehmen nicht die CD und installieren frei weg Office per Hand. Das wäre zu einfach. Wir kopieren den Inhalt des Installationsmediums bzw. der heruntergeladenen Image-Datei in unsere Freigabe. Ich habe hierfür die Freigabe sw-lager im Root erstellt und darunter den Ordner Mircosoft_Office_ProPlus_2013_x64_DE_EVAL.

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Im nächsten Schritt fügen wir das Admin Template den Installationsdateien hinzu.Laden Sie auf den Server die Microsoft Office 2013 Administrative Templates herunter und starten Sie den Download. Akzeptieren Sie das Lizenzabkommen und klicken Sie auf Continue.

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Wählen Sie den Speicherort Ihrer Office Source aus und klicken Sie auf OK.

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Wenn die Dateien erfolgreich kopiert wurden, können Sie die Meldung mit OK bestätigen.

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Wechseln Sie jetzt zum Windows 8.1 Client Kassel und starten Sie die Eingabeaufforderung als Administrator.

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Als nächstes starten wir das Microsoft OfficeAnpassungstool mit folgenden Befehl: \\KOELN\sw-lager\Microsoft_Office_ProPlus_2013_X64_DE_EVAL\setup.exe /admin

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Belassen Sie die Einstellungen wie Sie sind und klicken Sie auf OK.

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Wählen Sie als Standarddateityp Office Open XML-Formate aus und klicken Sie auf OK.

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Unter Installationsspeicherort und Name der Organisation tragen Sie den Namen Ihrer Firma ein. Den Standardinstallationspfad belassen wir so wie er ist.

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Unter Lizenzizierung und Benutzeroberfläche den Produkt Key der Evaluierungsversion von Microsoft Office ein (Die Bindestriche im Key müssen entfernt werden, so dass der Key in der Form 1234512345123451234512345 eingegeben wird). Anschließend noch den Bedingungen des Lizenzvertrags zustimmen und als Anzeigeebene Grundlegend mit modalen Dialog unterdrücken auswählen. Für eine komplett silent Installation kann auch die Anzeigeebene „Keine“ gewählt werden.

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Zum Schluss ändern wir noch in den Setup-Eigenschaften die Eigenschaft für die automatische Aktivierung von Microsoft Office. Dazu über Hinzufügen den Eigenschaftsdialog aufrufen und unter Name AUTO_ACTIVATE und als Wert 1 eintragen. Mit OK alles bestätigen.

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Jetzt können die Anpassungen gespeichert werden. Als Dateinamen verwenden wir installOffice.msp und schließen anschließend das Microsoft Office-Anpassungstool.

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Für die Installation bauen wir uns noch eine kleine Install.bat mit folgendem Inhalt: \\koeln\sw-lager\Microsoft_Office_2013_ProPlus_X64_DE\setup.exe /adminfile \\koeln\sw-lager\Microsoft_Office_2013_ProPlus_X64_DE\installOffice.mspDiese Datei speichern wir Lokal in einem Verzeichnis ab.

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Wir öffnen anschließend wieder die Eingabeaufforderung und starten von dort unsere install.bat. Wenn alles richtig gelaufen ist, sollte sich Office jetzt von ganz alleine installieren.

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Somit haben wir Microsoft Office auf dem Client.

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Schritt 2: Office Features deaktivieren

In diesem Schritt passen wir die Installation von Microsoft Office an und nehmen die Komponenten weg, die den Benutzern nicht zur Verfügung stehen sollen. Man könnte die Verknüpfungen löschen, aber schlaue User tippen einfach den Programm-Namen Blind in die Kacheloberfläche und bekommen dann die Software als Ergebnis angezeigt. Um dies zu verhindern entfernen wir sauber Access, Skydrive, Publisher und Lync.

Office Features deaktivieren

Wir starten also wieder das Microsoft Office-Anpassungstool von der Freigabe über die Eingabeaufforderung.

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Diesmal wählen wir als Produkt vorhandene Setupanpassungsdatei öffnen aus.

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Wir wählen die gerade erstellte installOffice.msp auf der Freigabe von MS Office aus und klicken auf Öffnen.

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Wir wählen Featureinstallationsstatus festlegen aus und setzen Microsoft Access, Microsoft SkyDrive Pro, Microsoft Publisher und Microsoft Lync auf nicht verfügbar (rotes Kreuz).

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Anschließend speichern wir diese Datei mit dem Namen configOffice.msp auf dem Share wieder ab.

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Jetzt erstellen wir uns eine zweite Batchdatei mit dem Befehl msiexec /p configOffice.msp.

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Diese Datei speichern wir auf der Lokalen Platte in ein temporäres Verzeichnis ab und kopieren die configOffice.msp ebenfalls dort hinein.

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Anschließend sieht der Ordner C:\temp auf dem Client so aus, wie links im Screenshot zu sehen.

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Jetzt könen wir über die Eingabeaufforderung die gerade erstellte config.bat starten.

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Und siehe da Microsoft Office Professional Plus 2013 wird konfiguriert.

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Schritt 3: MS Access nachträglich hinzufügen

Jetzt haben wir die Microsoft Office Professional Plus 2013 Installation so angepasst, wie sie später beim Kunden auf allen Clients verteilt werden soll. Die bis jetzt erstellten Scripte können also schon in SCCM oder OPSI eingebunden werden und von dort auch automatisch auf den restlichen Clients verteilt werden. Damit haben wir aber nicht alle Anforderungen erfüllt. User die Microsoft Access benötigen sollen gleich im Anschluss oder auch später Access nachinstalliert bekommen. Diese Installation ist bei meinen Tests in zwei Schritten immer fehlgeschlagen.

Im dritten Schritt werden wir also Access wieder hinzufügen.

MS Access nachträglich hinzufügen

Wir starten zum dritten Mal das Microsoft Office-Anpassungstool aus der Eingabeaufforderung heraus.

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Wählen wieder vorhandene Setupanpassungsdatei öffnen aus.

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Diesmal wählen wir die zuvor erstellte configOffice.msp aus und öffnen diese.

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In Featureinstallationsstatus festlegen wählen wir für Access alle von ‚Arbeitsplatz‘ ausführen aus.

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Wir speichern diese Datei in der Installationssource als addAccess.msp ab.

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Jetzt legen wir eine weitere Batchdatei an mit dem Befehl msiexec /p addAccess.msp.

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Wir speichern diese Datei ebenfalls im Installationsshare als installAccess.bat ab.

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Jetzt kopieren wir die addAccess.msp und installAccess.bat in das temporäre Verzeichnis auf unserem Testclient.

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In der Eingabeaufforderung können wir jetzt die installAccess.bat starten.

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Jetzt wird Access wieder auf dem Client installiert.

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Abschließend können wir das Ergebnis auf dem Client kontrollieren und Access auch starten.

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4 Gedanken zu „Microsoft Office 2013 automatisiert installieren und konfigurieren“

  1. Sehr schön geschriebene Anleitung, aber irgendwie fehlt mir da der Bezug zu OPSI, denn so wie Sie das hier beschrieben haben, ist es eine manuelle Installation auf einem Client und keine Softwareverteilung mit OPSI. Bei einem Client ist das ja durchaus ein praktikabler Weg, aber wenn man mehrere Clients hat, ist das kein Spaß :-)

    1. Hallo Robert,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast völlig Recht. Im Artikel fehlt, wie dieses Paket anschließend verteilt wird. Diese Artikel ist auch nur ein Abfallprodukt eines kleinen Projekts, bei dem ich unterstützend tätig war. Dieses Paket wurde damals nicht mit OPSI, sondern mit SCCM (Microsoft System Center Configuration Manager) auf ca. 800 Clients verteilt. Die Anforderungen daran waren schon ziemlich speziell und die Admins haben das nicht wirklich gebacken bekommen.

      Das Paket sollte aber auch mit jedem anderen Produkt, wie z.B. OPSI, verteilt werden können. Hier muss man eigentlich nur darauf achten, dass die Office Installationsdateien auf einem Share liegen, auf das jeder Rechner Zugriff hat. Die eigentliche Installation übernehmen die jeweiligen Skripte. Es würde mich aber wirklich freuen, wenn Du mir hier sagen könntest, ob es geklappt hat.

      Gruß Michael

  2. Nun, ich hatte bereits ein funktionierendes Office 2013-Paket für OPSI erstellt und habe bei der Ausführung dann einen Schönheitsfehler entdeckt, den ich beheben wollte: Bei der Installation zeigt der OPSI-Agent kein Logo für Office. Also noch schnell ein Bildchen hinzugefügt und neu paketiert. Und schon lief das Paket nicht mehr. Wobei die Softwareverteilung grad nur nebenbei zum Tagesgeschäft läuft.

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