Mittwoch, 30. März 2016 – Adblocker

Das Münchner Landgericht hat eine Klage der Süddeutschen Zeitung gegen Adblock Plus zurückgewiesen. Natürlich verfolge ich als Blogger auch solche Meldungen. Und hier schlagen tatsächlich zwei Herzen in meiner Brust. Ich habe Verständnis für beide Seiten. Für die einen, die wirklich nicht zum gläsernen Bürger für die Werbewirtschaft werden und diejenigen, die auch über meinen Blog werben wollen oder selbst sich durch Werbung finanzieren.

Ein Twitter-Feed hat mich heute auf das Thema Adblocker aufmerksam gemacht. Adblocker sind Programme, welche die lästige Werbung auf Internetseiten unterdrücken, um mir das Gefühl zu geben, frei und ungestört zu surfen. Darüber hinaus verhindern sie, das die lästigen Spuren der Werbeindustrie erst gar nicht auf meinen Rechner gelangen. Letzteres lässt sich aber auch relativ einfach über die Datenschutzeinstellungen des Browsers, wie hier im Firefox, lösen.

Mozilla Firefox Datenschutz-Einstellungen
Mozilla Firefox Datenschutz-Einstellungen

Klar ist Werbung nervig. Sicherlich wäre es schöner, wenn diese Seite ohne Werbung auskommen würde. Ich sehe es jetzt mal mit der Brille meiner Kunden. Suchmaschinen Marketing ist für viele Webshop-Betreiber überlebensnotwendig. Dazu schalten sie Bannerwerbung bei Google Adwords. Diese Werbung wird nicht nur bei Google gezeigt, sondern auch auf vielen anderen Internetseiten, die über Google Adsense Werbeflächen für diese Anzeigen bereitstellen. Google nutzt natürlich seine Daten, die wir Google durch die Benutzung der Suchmaschine quasi als Gegenleistung geben, natürlich dazu aus, die Werbung optimal der richtigen Zielgruppe zu präsentieren.

Damit ist schon mal die Kritik aus der eCommerce-Ecke, ich finanziere meine Homepage über Werbung, ziemlich daneben. Die Werbung hier sorgt auch dafür, das Unternehmen, die Produkte über das Internet vermarkten Kunden gewinnen. Und da ich mein Geld mit eCommerce verdiene, ist das völlig legitim. Ich finde es sogar besser, sich seine Unabhängigkeit als Blogger über die Refinanzierung durch bezahlte Bannerwerbung zu sichern, als gegen Bezahlung auf dem eigenen Blog Artikel zu veröffentlichen, die nichts anderes als Schleichwerbung sind. Und wenn ich für ein Unternehmen einen Beitrag schreibe und Geld dafür erhalte, dann wird der gesichert nicht hier veröffentlicht. Ich gehe da sogar soweit, dass diese Artikel nicht unter meinem Namen veröffentlicht werden dürfen.

Kleine Anmerkung am Ende: Wer Adblocker einsetzt und gleichzeitig bei Facebook sein Privatleben zur Schau stellt, sollte sich weniger über die AGBs von Facebook aufregen und versuchen über seine Timeline diesen zu widersprechen. Wer das Internet wirklich werbefrei genießen will, sollte zuallererst seinen Facebook-Account auf Eis legen, oder besser noch löschen. Hier gibt es sogar Likes für Werbung und wenn das nicht ausreicht, wird diese noch geteilt.

Facebook Profil
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2 Gedanken zu „Mittwoch, 30. März 2016 – Adblocker“

  1. Hallo Michael,

    ich teile deine Auffassung mit den zwei Herzen in deiner Brust. Ich persönlich verwende auch einen Werbeblocker, deaktiviere ihnen aber auf bestimmten Seiten, wenn diese mich von Ihren Inhalten überzeugen. Zudem darf die Werbung nicht zu aufdringlich sein.

    Ich vermute, dass in Zukunft immer mehr Internetnutzer Adblocker verwenden werden.

    Gruß
    Julian

  2. Hallo Julian,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Einsatz von Werbeblockern kann aber auch dazu führen, das frei verfügbare Inhalte ganz oder teilweise in Zukunft hinter einer PayWall verschwinden. Entsprechende Systeme gibt es auch für WordPress. Und ab einer bestimmten Anzahl von Besuchern ist dies eine durchaus überlegenswerte Lösung.

    Dann trägt aber nicht mehr die Werbeindustrie die Kosten, sondern der Anwender direkt. Und ganz ehrlich, es bleibt jeden selbst überlassen, ob er auf die Werbung klickt oder nicht. Ganz ähnlich verhällt es sich mit Affiliateprogrammen.

    Gruß

    Michael

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