Notebook-Schnäppchenjagd

Diesen Artikel schreibe ich auf meinem gebrauchten Dell Inspiron E6420, der mit Windows 7 Professional ohne Murren seine Dienste macht. Ausgestattet mit einem Core i5, 8 GB Arbeitsspeicher, einer 128 GB SSD Festplatte, Dockingstation und 2 Netzteilen ist dieses Notebook mein treuer Wegbegleiter. Ich habe keine Ahnung, ob bei diesem Gerät der Akku schon einmal getauscht wurde, aber selbst dieser bringt noch eine stattliche Laufzeit von mindestens 4 Stunden zustande. Gekauft habe ich dieses Notebook vor einem Jahr bei einem befreundeten Händler in Heidelberg für rund 350 Euro inklusive Dockingstation. Rechne ich die SSD noch oben drauf, komme ich auf knapp 450 Euro. Auf geht’s zur Notebook-Schäppchenjagd….

Gebraucht oder neu?

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Meine persönliche Erfahrungen mit günstigen Consumer-Notebooks sind keine besonders guten. Oft hatten diese Geräte schon nach kurzer Zeit deutliche Gebrauchsspuren durch den täglichen Einsatz. Auch den täglichen Transport in Laptoptasche oder Rucksack überstanden diese Geräte nicht wirklich schadlos. Hier ein Riss, der Monitor wackelte und der eine oder andere USB-Port fing langsam an zu streiken. Unterm Strich bin ich wieder zu der Business-Klasse zurückgekehrt und damit auch wieder sehr zufrieden. Die Gebrauchsspuren an meinem 4 Jahre alten Dell Inspiron stehen in keinem Vergleich zu dem mittlerweile verschrotteten Samsung R711 17 Zoll Notebook mit Core i7 Prozessor. Auch bei der Akku-Laufzeit schlägt mein Dell den Samsung um Längen und darauf kommt es schließlich an.

Wer ein gebrauchtes Schnäppchen ins Auge fasst, ist mit Leasing-Rückläufern der Businessklasse gut bedient. Allerdings empfiehlt es sich hier, die Geräte bei einem stationären Händler zu kaufen und auch dort in Augenschein zu nehmen. Online würde ich so ein Gerät nicht unbedingt kaufen. In der Regel werden diese Geräte von den Händlern aufgearbeitet, das heißt sie werden gereinigt und dass Betriebssystem, Treiber und Software werden neu aufgespielt. Bis auf den Akku geben die Händler in der Regel ein Jahr Garantie auf die Hardware. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass alle Aufkleber auf diesem Gerät vorhanden sind und möglichst unbeschädigt sind. Insbesondere Seriennummer des Gerätes und Lizenzschlüssel des Betriebssystem sollten lesbar vorhanden sein.

Wer keine so hohen Anforderungen an ein Notebook hat und dieses eigentlich nur dafür benutzt um etwas im Internet zu surfen oder mal einen Brief zu schreiben, der findet dafür geeignete Geräte schon ab 200 Euro.

Betriebssystem dabei?


Gerade besonders günstige Schnäppchen werden oft ohne Betriebssystem oder einer Linux Distribution wie Ubuntu angeboten. Bei ersterem wird das Schnäppchen schnell teuer als ein Mitbewerber mit Betriebssystem bei gleicher Ausstattung. Das aktuelle Windows 10 Home wird im Handel ab 100 Euro angeboten. Dazu kommt noch der Aufwand für die Installation, wenn man es nicht selbst kann.

Prozessor?

Gerade beim Thema Prozessoren gibt es sehr große Unterschiede. Wer mit dem Notebook nicht spielen oder Full-HD-Videos ansehen will, wird mit Prozessoren auskommen, die mit Celeron oder ein U bzw. M in der Modellbezeichnung haben. Wer mehr Leistung benötigt wird erst ab der 700 Euro Marke fündig. Hier sollten Sie als Käufer auf das Q in der Modellbezeichnung achten, welches auf einen Vierkern-Prozessor hinweist. Seltener auf dem Markt sind Notebooks mit AMD-Prozessoren. Selbst AMDs leistungsstärkster Vierkern-Prozessor kann es nicht mit einem Core i5 Doppelkern aufnehmen.

Arbeitsspeicher

Das Thema Arbeitsspeicher kann auf diese einfache Formel reduziert werden: 2GB RAM naja – 4 GB RAM ist Okay – 8 GB RAM ist besser. Windows 8.1 bzw. Windows 10 64 Bit laufen zwar ab 2 GB Arbeitsspeicher. Das Surfen macht mit so einer Kiste definitiv keinen Spaß. 4 GB RAM oder mehr sollten es schon sein.

Festplatte

Starke Prozessoren und genügend Arbeitsspeicher sorgen für ein flottes System. Gefühlt noch schneller werden moderne Notebooks mit Solid State Drive (SSD). Geräte mit weniger als 128 GB SSDs sind kaum zu empfehlen. Ab einer SSD mit 250 GB ist das Gerät mit SSD einem vergleichbaren mit konventioneller HDD immer vorzuziehen, auch wenn es ein paar Euro teurer ist. Langfristig hat man dann mehr Freude am Notebook.

Akkulaufzeit

Gerade die Akkulaufzeit hängst stark von den verbauten Komponenten ab. Die Zeiten sind vorbei, in denen die Akkulaufzeiten stark von den Angaben der Hersteller abweichen. Notebooks mit einer großen Bildschirmdiagonalen werden tendenziell eher im Home Office mit Netzteil betrieben, wo hingegen die kleineren und leichteren 13 Zoll Notebooks mehr unterwegs genutzt werden. Das haben auch die Hersteller bei der Konfiguration der Notebooks so berücksichtigt. Unter dem Strich haben die Geräte heute ausreichende Akkulaufzeiten.

Bildschirme und Grafikkarten

Die minimale Auflösung bei aktuellen Notebooks beträgt 1366 x 768 Pixel. Durch die geringe Höhe ist man beim Surfen oft zum Scrollen verurteilt um zum eigentlichen Inhalt zu gelangen. Wer viel im Internet unterwegs ist sollte auf etwas mehr achten. 1600 x 900 Pixel sollten es schon sein, wobei sich der Aufpreis in Grenzen hält. Wer dann noch Touchscreen oder eine Grafikkarte haben will, die auch für 3D-Anwendungen oder zum Spielen geeignet ist, der sollte schon etwas mehr Budget einplanen und verlässt schnell die Schnäppchen-Ecke.

Ausblick

Einen Blick sollte man auf Hybrid-Geräte oder 4 in 1. Gerade wenn Sie sich nicht entscheiden können, ob sie einen mobilen Desktop-Ersatz benötigen oder doch lieber ein Tablet. Wer hier die Consumer-Klasse verlässt und sich in der Business-Klasse umsieht bekommt jetzt schon Hochleistungsgeräte die sowohl als Notebook mit Tastatur oder auch als Tablet mit Touchscreen betrieben werden können. Für kleine und mittlere Unternehmen, die ein günstiges Gerät für einen Mitarbeiter suchen, oder viel Schreiber, wie ich es einer bin, können gebrauchte Geräte der Business-Klasse eine günstige Alternative sein. Mit wenig Aufwand und auch zu überschaubaren Kosten lassen sie sich aufrüsten und wer noch etwas Geld in einen neuen Akku steckt, hat bei der richtigen Wahl ein Top-Gerät für kleines Geld.
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