Odoo – Ein paar Erfahrungen

In dieser Woche bin ich so gut wie nicht zum Bloggen gekommen. Das ist jetzt nichts ungewöhnliches. Der Grund ist relativ einfach. Ich habe in der letzten Woche ziemlich mit dem Enterprise Ressource Planing System Odoo gekämpft. Und die Betonung liegt klar auf Kampf. Also hier mal die Zusammenfassung meiner Erfahrungen.

Odoo Website
Odoo Website

Eine Testumgebung zu haben ist immer von Vorteil – Punkt. Und so bin auch in diesem Projekt sehr glücklich meine Spielwiese zu haben. Dafür gibt es ein paar nette Erfahrungen, die ich an dieser Stelle keinem vorenthalten will.

Ohne Projektplan sollte man sich nicht auf das Abenteuer Odoo einlassen. Wer glaubt, das so ein System an einem Wochenende lauffähig steht, irrt sich gewaltig. Wer auch noch das Hosting selbst übernehmen will, sollte sehr viel Zeit und Geduld mitbringen. Schnellschüsse können hier leicht nach hinten los gehen.

In meinem aktuellen Projekt habe ich keine guten Erfahrungen mit den virtuellen Servern von 1und1 machen dürfen. Vor allem das fertige Bitnami Image auf der Basis von CentOS 7 hat mich nicht unbedingt überzeugt. Die extrem wichtige Funktion Wkhtmltopdf wurde schlichtweg vergessen. Diese wird aber benötigt um Dokumente als PDF-Dateien verschicken und drucken zu können. Die Anleitung auf der entsprechenden Wiki-Seite dafür stimmt dazu hinten und vorne nicht.

Eines der größten Themen in so einem Projekt werden die Druckvorlagen für Angebote Rechnungen und vieles mehr sein. Das ganze ist zwar in Odoo mit Qweb sehr gut gelöst, hat aber auch so seine Tücken. Einige im Internet dazu veröffentlichte Videos sind, gelinde gesagt, mit sehr viel Vorsicht zu genießen. Choleriker sollten es gar nicht erst versuchen hier eigene Designs zu entwerfen. Das ist eher etwas für die Gattung Mensch mit viel Ruhe und Geduld.

Für kleine Unternehmen bis 25 Mitarbeitern dürfte sich eine Migration auf Odoo kaum lohnen. Das System ist zu komplex und zu aufwändig in der Implementierung. Es bietet zwar alle Möglichkeiten, aber ohne die eigenen Geschäftsprozesse zu kennen, würde ich so ein Projekt nicht mehr empfehlen wollen. Für diese Unternehmensgröße werde ich mich wohl oder übel nach anderen Alternativen umsehen müssen. Und um diese Größenordnung soll es aber hier in der Zukunft gehen.

Das ist jetzt aber nicht gleichbedeutend mit einem Abgesang auf Odoo zu verstehen. Ich werde mich hier auch noch weiterhin mit Odoo beschäftigen und da am Thema und Ball bleiben. Nur sollte das Unternehmen die Herausforderung Odoo am Ende auch stemmen können.

Die Probleme, die bei mir in den letzten 5 Tagen hochgekommen sind, waren hauptsächlich auf die Konfiguration der Server beim Hoster zurückzuführen. In meiner virtuellen Lab-Umgebung konnte ich keines der bestehenden Probleme auch nur ansatzweise nachvollziehen. Das lösen dieser Probleme hat mich in den letzten 5 Tagen mächtig aufgehalten. Oft waren es Kleinigkeiten, die so aber völlig unnötig sind.

Die richtigen Herausforderungen in diesem Projekt stehen noch auf der Agenda und sind noch gar nicht angegangen worden.

Klar das dies hier nur eine kleine Wasserstandsmeldung am Rande der Bedeutungslosigkeit ist. Nach 5 Tagen intensiver Fehlersuche bei Banalitäten bin ich über das Ergebnis auch nicht gerade glücklich. Aber so ist das manchmal, wenn man sich ohne Projektplan und so ganz spontan aus seiner virtuellen Lab-Umgebung in die harte Realität der produktiven Wirklichkeit begibt.

Ob der INET-Server mit Odoo in meinem Testlab so bestehen bleibt, lasse ich offen. Für meinen kleine Fahrrad-Manufaktur ist dies jedenfalls mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ziel dieses Netzwerkes soll es aber auch nicht sein, irgendein Warenwirtschaftssystem zu empfehlen. Hier geht es viel mehr darum herauszufinden, ob eine rein auf OpenSource-Lösungen basierende Infrastruktur für KMU-Unternehmen eine praktikable Lösung ist.

Zum Schluss. Eine Alternative zu Odoo könnte für meine kleine Fahrrad-Manufaktur ERPNext sein. Auch eine OpenSource-Lösung die sehr Odoo ähnelt, jedoch nicht so überladen ist. Ob sich das aber hier in Deutschland produktiv einsetzen lässt, lasse ich mal völlig offen. Die ersten kleinen Haken und Ösen habe ich hier aber auch schon gefunden. Und sei es das einige Begriffe nicht sauber übersetzt sind.

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