Pest oder Cholera – Amerika hat gewählt

Amerika hat gewählt und der 45 Präsident der Vereinigten Staaten wird wohl Donald J. Trump heißen – außer es passiert etwas völlig unerwartetes noch vor der Vereidigung Trump’s. Kann man jetzt schon, so kurz nach der Wahl Rückschlüsse für die Ecommerce-Branche auf die Folgen dieser Wahl ziehen? Ja man kann. Trump ist mit Sicherheit nicht so irrational, wie das uns einige glauben lassen wollen.

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Bittere Erkenntnis dieser Wahl dürfte wohl sein, das ich den rosigen Prognosen, die Thomas Lisson (Geschäftsführer der JTL-Software GmbH-GmbH) auf der diesjährigen JTL Connect unter Volk geworfen hat, wohl hier einen Dämpfer verpassen muss. So rosig werden die kommenden Monate definitiv nicht werden. Noch bevor Donald Trump seinen Sieg feiern konnte, nimmt das globale Erdbeben seinen Lauf:

  • Mexicos Peso stürzt ein, starke Verluste an den Börsen
  • Von der Leyen ist “schwer schockiert”
  • Kanadischer Einwanderungsserver bricht zusammen

Ali war wohl immer etwas verwundert, als ich schon im August das erste mal sagte, die guten Zeiten im deutschen Ecommerce Business sind vorbei. Der Markt wird sich in den nächsten Monaten konsolidieren und viele, gerade kleine Händler, werden das Handtuch werfen oder sich überlegen müssen, ob sie so wie bisher noch weitermachen können. Etwas entspannter kann der stationäre Handel in Deutschland die Entwicklung sehen. Dazu werde ich aber noch kommen. Aber schauen wir uns mal die Ausgangslage für den Online-Handel Stand heute an.

Wir haben den Brexit-Schock noch nicht einmal richtig verdaut, da bekommt der globale, fast grenzenlose Handel, den nächsten Tiefschlag verpasst. Mit Donald Trump an der Macht dürfte TTIP wohl schon jetzt gescheitert sein. Nach den Britten schotten sich jetzt auch die Amerikaner ab. Anstatt Handelsschranken abzubauen, werden neue errichtet. Das haben allen voran schon die Chinesen erkannt und darum verwundert es auch nicht, das gerade Moskau und Peking ihre Handelsbeziehungen weiter ausbauen wollen.

Im Blätterwald ist es in den letzten 6 Wochen ziemlich ruhig um die Pleite der Südkoreanischen Hanjin Reederei geworden. So wirklich aktuelle Informationen konnte ich heute nicht im allwissenden Netz finden. Ob durch die Pleite Hanjin Black Friday oder gar das Weihnachtsgeschäft wirklich gefährdet sind, lasse ich mal offen. So wirklich rosig wird es nicht werden, so viel steht fest. In jedem Fall haben sich durch die Pleite die Transportkapazitäten verknappt, was zu einem deutlichen Preisanstieg schon kurz nach bekannt werden der Pleite geführt hat. Teurere Transportkosten bedeuten aber entweder sinkende Margen oder höhere Preise. Letzteres ist aber wieder schlecht fürs Geschäft.

Dann haben wir da noch einen kleinen Flächenbrand im Nahen Osten und einen kleinen Irren am Bosporus, der gerade einen auf schlechte Adolf Kopie macht. Der Islamische Staat dürfte in Syrien und Irak schon bald Geschichte sein, den Kurden sei hier ausdrücklich gedankt. Die Konsequenz aber daraus ist, das die Amerikaner sich komplett ohne schlechtes Gewissen aus der Region zurückziehen können und die Islamisten sich eine neue Wirkungsstätte suchen werden. Nur ist die Frage, wo sie in Zukunft ihre Schreckensherrschaft ausüben werden. In Libyen gibt es ebenfalls nur Öl und ganz viel Wüste. Wirklich Schaden anrichten, können sie dort jedenfalls nicht. Aber nicht weit von Syrien, quasi einen Katzensprung entfernt, liegt die Sinai Halbinsel. An deren westlichen Rand verläuft der Suezkanal, eine der wichtigsten Wasserstraßen für die europäische Wirtschaft – Na gute Nacht, wenn Terroristen diese in Ihre Gewalt bekommen würden.

Eine neue Achse Washington – Moskau – Peking sehe ich ehrlich gesagt nicht. Dafür dürften die Interessen der beiden Supermächte USA und Russland zu verschieden sein. Auch wenn sich Trump und Putin persönlich vielleicht sogar verstehen mögen. Für die große Bühne wird das nicht ausreichen. Allenfalls wird man sich etwas weniger in die Quere kommen. Interessant wird sein, wie sich das politische Berlin in den kommenden Wochen verhalten wird. Trump als ausgemachter Frauenversteher und Angie in einem Bett – ob das mal gut geht? In jedem Fall werden die Whisky Vorräte im Weißen Haus knapp werden, wenn Angie zum Antrittsbesuch nach Washington reist – irgendwie muss sich ja Trump die Frau schön trinken.

Der Onlinehandel hat in jedem Fall mit höheren Bezugskosten für seine Produkte zu rechnen, sofern diese nicht Vorort gefertigt werden. Ware aus Fernost wird sich in den nächsten Monaten noch mal deutlich verteuern. Computer, Tablets, Smartphones, Bekleidung, Fernseher, Waschmaschinen, Spielzeug und so weiter, wird für die Konsumenten teurer werden. Gleichzeitig wird sich für den Deutschen Online-Handel rächen, das gerade die Deutsche Volkswirtschaft zum Billiglohn-Land geworden ist. Der Konsument kann halt nur das ausgeben, was er auch an Lohn oder Gehalt bekommt. Und in unsicheren Zeiten, wird man sich Investitionen zweimal überlegen.

Mein Fazit Ali?

Die Deutschen werden nach der Wahl in Amerika erst recht ihre sauer verdienten Kröten in der Tasche behalten und lieber in die Weihnachtsgans investieren. Bleiben die Umsätze im Online-Handel aus, werden auch die Händler im nächsten Jahr sich überlegen, wie viel Geld sie in ihr Geschäft investieren werden. Da wird ein neues Template für den bestehenden Online Shop schnell ganz weit nach hinten geschoben und so mancher wird sich stark überlegen, ob er in Zukunft im Online-Versandhandel sein Glück versucht. Diejenigen, die im diesen Jahr kräftig in ihre Online-Shops investiert haben, stehen jetzt vor dem Problem, das diese nicht genügt abwerfen, um die hohen Investitionen zu rechtfertigen – oder gar wieder einspielen.

Ich gehe in diesem Jahr eher von einem Umsatzrückgang, als von einem Umsatzplus im Online-Handel aus. Kleine Händler wird es hier sogar schlimmer treffen als die großen in der Branche. Noch schlimmer als Donald Trump wird wohl eine Frauke Petry als Bundeskanzlerin die Branche treffen. Mit Petri Heil als deutschen Gruß könnte man sich ja noch gezwungener Maßen anfreunden. Der Rest dürfte für die Ecommerce-Branche fatale Folgen haben. Ob wir beide, du Ali und ich, uns damit anfreunden könnten, wage ich zu bezweifeln.

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