Rückblick auf Monat März

Veronika, der Lenz ist da, die Mädchen singen tra-la-la – Irgend wie kommt mir im Rückblick auf den Monat März die E-Commerce-Szene wie ein Haufen aufgeschreckter Hühner vor, der gerade ziemlich planlos durch die Gegend läuft und mächtig viel Mist aufwirbelt. Das liegt aber nicht an der Jahreszeit und das bei einigen Akteuren gerade Frühlingsgefühle hochkommen.

Bei den Jüngern der Krabbelgruppe vom Niederrhein war die Freude am Anfang des Monats groß als das nächste Major-Release der Warenwirtschaft zum Download bereit stand. Nicht mehr ganz so groß war die Freude, als noch am gleichen Tag die ersten Käfer auf Facebook kursierten und schon am nächsten Tag das nächste Release folgte. Noch getrübter dürfte Stimmung gewesen sein, als dann am Freitag das dritte Release und 5 Tage später das vierte Release zum Download bereitgestellt wurde.

Hossa die Waldfee, das nenne ich mal fleißig. Dafür gibt es bestimmt auch ein Fleiß-Bienchen. Irgendwie hat man bei dem ganzen Chaos dann vergessen die Servicepartner-Landkarte mal auf den aktuellen Stand zu bringen. Das hat dann aber jene ordentlich verärgert, welche für die Mitgliedschaft im elitären Kindergarten löhnen sollen. Aber ob Geld für Qualität sorgt, lasse ich mal so dahingestellt.

Die ersten schauen sich schon mal vorsichtshalber bei der Konkurrenz um, was dann wiederum den Kindergarten-Conans nicht schmeckt und sie mal wieder schmollen. Ich stelle nur fest, das in die Geschichte langsam die Bewegung kommt, die ich schon seit Sommer letzten Jahres erwarte.

Dazu passt auch, dass sich jene, die sich eigentlich sehr lieb haben sollten, plötzlich gar nicht mehr lieb haben. Und das nur, weil da einer in der Scheiße etwas herum gestochert hat und jetzt wohl bei ein paar Quacksalbern mächtig die Kacke am Dampfen ist. Dabei wurde der Misthaufen noch gar nicht richtig angerührt. Bei einigen dürfte noch so manche Leiche im Keller liegen, die nur darauf wartet, dass man sie wieder ausgräbt. Und dann wird es richtig stinken.

Konsequenz daraus ist, das es jetzt die drei millionste Facebook Gruppe für angehende Millionäre gibt. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist? In jedem Fall haben sich die Wandervögel getrennt und die einen wandern und die anderen – halt eben. Vielleicht sollte man dort wo sie – halt eben – etwas Aufklärungsunterricht leisten – oder auch nicht. Aber wer weiß das schon.

Was da so mancher selbsternannte E-Commerce-Guru in diesem Monat von sich gegeben hat, grenzt schon hart an der Grenze des Zumutbaren. Da kündigt Amazon seinen Amazon Marketing Service an und sofort gibt es einen Vollpfosten der daraus den Niedergang von Google folgert. Mit wie vielen geistigen Tieffliegern man es doch gerade in dieser Szene zu tun hat.

Und dann diese unsäglichen E-Commerce-Kaffeefahrten, die unter dem Deckmäntelchen des Erfahrungsaustauschs nichts anderes als schlecht gemachte Verkaufsveranstaltungen sind. Online Spezialisten können halt eben nicht offline. Da hat jede E-Commerce Krabbelgruppe ihren eigene Kaffeefahrt, von der dann Bilder nach dem Motto “Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man dieses…” in die sozialen Netzwerke geschickt werden. Auf den anderen sieht man dann die Schnapsleichen. Weil nur mit ordentlich Alkohol lassen sich solche Veranstaltungen ertragen.

Wenn die Veranstalter wenigsten Inkontinenzwindeln beim Entleeren ihrer Sprechblasen tragen würden.

Und weil das noch nicht reicht, philosophieren die anderen, dass der E-Commerce-Szene ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Das ganze wird dann damit begründet, das keine verschreibungspflichtigen Medikamente online verkauft werden dürfen. Den anderen Müll erwähnen ich lieber erst gar nicht, weil dann wird es peinlich.

Vielleicht sollten einige Autoren im World Wide Waiting ihre Aprilscherze auf den ersten April verlegen und diese nicht schon mitten im März veröffentlichen – Ach so – Google – Wie konnte ich das nur wieder vergessen – Sind die nicht schon Tod oder googelst du noch?

Irgendwie werden mir da schon wieder die kleinen Hühner bei Facebook sympathisch, die mir ungefragt ihre Titten via Facebook-Time-Line unter die Nase halten. Diese Blödchen kommen aber nicht daher und tun als ob wie schlau sie wären. Sie zeigen einem ehrlich, das sie dicke Dinger aber wenig Hirn haben. Das weiß Homo Erectus zu schätzen und schmeißt sie deshalb auch nicht gleich aus der Time Line. An irgendetwas muss man sich ja auch erfreuen können.

Der Monat März hat eines ganz klar gezeigt. Der deutschen E-Commerce-Szene fehlt es auf keinem Fall an Vollpfosten, die auf der emotionalen Pissrinne Facebook ihre Scheißhausparolen in die Time-Line schmieren. So geil ist Facebook nun auch wieder nicht, dass einem ausgerechnet dort der Verstand in den Arsch absackt.

April, April, er weiß nicht was er will. Wer nun glaubt, das irgendwann der Blitz der Erkenntnis mit Donner in der Szene einschlägt, der irrt sich gewaltig. Warum auch? Vollpfosten die jedem Trend hinterherlaufen sind gut fürs Geschäft der Quacksalber. Sie wollen gar keine Jünger haben, die Ahnung von Ihrem Geschäft haben.

Solange Mark Zuckerberg die Plattform bietet, auf der jeder seinen Schwachsinn ungefiltert in den Äther schicken kann, und Jeff Bezos seinen surrealistischen Eierkarton für den schnellen Euro, solange wird es auch Quacksalber geben, die bitteres Snakeoil für Ahnungslosigkeit Vollpfosten die darauf reinfallen feilbieten. Die einzigen Gewinner in diesem Spiel sind nur Mark Zuckerberg und Jeff Bezos, die auf dem Placebo mit Jo-Jo-Effekt ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben und ordentlich Kasse machen.

Wer in einer begrenzten Welt an unbegrenztes Wachstum glaubt, ist entweder ein Idiot oder ein Ökonom!
Kenneth Boulding

Offensichtlich hatte der gute Albert Einstein mit seiner Einschätzung recht, das die menschliche Dummheit als einzige Ressource tatsächlich unendlich ist. Aber so ist das nun mal auf diesem Planeten. Damit muss man sich halt eben abfinden. Aufregen hilft da nicht weiter.

Also auf einen unbeständigen April der uns hoffentlich viel Content bieten wird. An Vollpfosten scheint es ja nicht zu mangeln und die Quacksalber sterben auch nicht so schnell aus.

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