schaemicon.de goes Ubuntu

Gibt es eine Alternative zu Microsoft Windows? Brauche ich wirklich Microsoft Office, Outlook, Visio und den Internet-Explorer? Bis war ich der Überzeugung Windows ist das bessere Betriebssystem, wenn es darum geht einen Büroarbeitsplatz mit einem Rechner auszustatten oder privat einfach so mal schnell ins Internet zu gehen, eine Mail zu schreiben oder über Skype mit Freunden zu telefonieren. Wie gesagt bis jetzt. Warum ich jetzt anderer Meinung bin, lesen Sie hier.

Gestern war Windows

Die Überschrift stimmt nicht ganz. Auch in der Zukunft wird mich Windows in all seinen Varianten beschäftigen. Das hat natürlich damit zu tun, dass JTL-Wawi nicht wirklich unter Linux-Systemen lauffähig ist. Android, iOS, Google Chrome und allen voran Linux machen es mir schwer die Microsoft-Scheuklappen auf zu behalten und nicht mal über den Tellerrand zu blicken. Angefangen hat alles mit einer kleinen Installation von Ubuntu in einer Virtuellen Maschine unter Windows. Na ja, gar nicht mal so unübel. Und was da alles schon an Software mitkommt. Nicht so nackig wie mein Windows. Anschließend Treiber, Office, Adobe Reader, Adobe Flash, usw. installieren. Da ist mal schnell ein ganzer Tag weg, bevor die Kiste wieder einigermaßen alltagstauglich ist. Kennen Sie doch auch. Und dann noch die ganzen Updates, die alle 4 Wochen auf einen nieder prasseln und einem das schöne Surfvergnügen verhageln. Dazu kam bei mir noch die allmorgendliche Microsoft Gedenkminute, bei der mein Windows 8.1 einschlief und nichts mehr zuließ.

Was machen? Okay meine E-Mails schreibe ich mit Mozilla Thunderbird, zum Surfen verwende ich Mozilla Firefox, meine Texte schreibe ich mit OpenOffice oder LibreOffice, Bilder bearbeite ich mit Gimp und Grafiken erstelle ich mit Inkscape. Alles Programme die auch unter Ubuntu laufen. Moment, warum ist dann auf meinem Rechner Windows installiert? Ein plausiblen und nachvollziehbaren Grund konnte ich nicht mehr finden. Ach so die Virtualisierung, da gibt es VirtualBox, die auch hervorragend funktioniert. Ach ja FileZilla – läuft auch unter Ubuntu.

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Software Center Ubuntu

Überraschend einfach

Der Umstieg von Windows nach Ubuntu verlief für mich überraschend einfach. Gleich nach der Installation waren alle wichtigen Programme schon vorinstalliert. Was fehlt kann einfach über das Ubuntu Software-Center nachinstalliert werden. Die hier hinterlegten Klick-Once Installationen benötigen keine tief gehenden Linux-Kenntnisse. Einfach suchen, auswählen und auf den Button „Installieren…“ klicken. Das war’s – den Rest erledigt Ubuntu im Hintergrund ohne störende Fragen. Das Einrichten von Mozilla Thunderbird ist genauso schwer oder einfach, wie unter Windows.

Die Systemsteuerung ist herrlich aufgeräumt. Schnell findet man auch ohne große Kenntnisse die wichtigen Einstellungen um das System an seine Anforderungen anzupassen. Mit wenigen Klicks hatte ich die Zeit für den Sperrbildschirm nach oben gesetzt und die eine oder andere kleine Anpassung durchgeführt. Auch der Explorer, bei Ubuntu mit Aktenschranksymbol und dem Namen „Dateien“, unterscheidet sich nur unwesentlich von seinem Gegenstück bei Windows. Links eine Navigationsleiste und rechts die Ordner und Dateien. Viel gibt es da nicht zu schreiben.

Systemeinstellungen_006
Ubuntu Systemeinstellungen

Fazit nach 48 Stunden

Ein wirklich Fazit kann ich nach 48 Stunden mit Ubuntu abgeben. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit diesem System und es erfüllt alle meine Anforderungen und Erwartungen. Das eine oder andere ist etwas anders oder Gewöhnungsbedürftig, aber ansonsten werde ich wohl bei Ubuntu bleiben. Sicher wäre es schön, wenn meine heiß geliebt Wawi von JTL-Software auch unter Ubuntu laufen würde. Mit VirualBox habe ich aber die Möglichkeit einen Windows Client als Virtuelle Maschine hier laufen zu lassen. So muss ich nicht wirklich auf die Microsoft-Welt verzichten. Es ist vielleicht noch etwas zu früh, um wirklich zu sagen, ich habe eine neue Liebe gefunden. Bis jetzt ist es ein heftiger Flirt und es sieht ganz danach aus, als wenn sie hier eine lange Beziehung anbahnt. In diesem Sinne Ubuntu….

3 Gedanken zu „schaemicon.de goes Ubuntu“

  1. Heiß geliebtes JTL Wawi? Entweder habe ich die Ironie Tags überlesen oder wir verwenden unterschiedliche Wawi Versionen….meine ist der letzte Sch… mit Bugs die schon seit 5 JAhren drin sind und ums Verrecken nicht behoben werden….dafür tolle neue Funktionen wie einen Packtisch den kleine Shops wie ich nicht brauchen :-)

    Aber stimmt…Die Wawi nativ unter Ubuntu wär schon cool…dafür müssten es die JTLer aber anfangen unter Java zu entwicklen…aber die können ja nur C.

    1. Naja ich habe da ein paar Hoffnungen, dass es mit Docker eines Tages möglich sein wird. Wenn JTL seinen Stuff in einem Container ausliefert – perfekt.
      Mit dem Shop probieren Sie es schon habe ich in deren GitLab gesehen – sehr schön.

      1. Hallo Lukas,

        die Wawi wird wohl nie in einem Docker-Image laufen. Dazu müssten Sie diese komplett neu in nativen C oder Java schreiben. Sie sind gerade dabei den gesamten Quellcode nach C# zu portieren und die gesamte Datenbank auf UTF-8 zu bringen. An der Front wird kaum etwas geschehen.

        Was den Shop anbelangt, so mag für das Hosting oder zu Testzwecken ein Docker-Image ganz nett sein. Praktisch sehe ich darin keinen Mehrwert. Das der MS SQL Server jetzt auch unter Linux läuft, tröstet da kaum.

        Unterm Strich stellt sich eigentlich nur die Frage, ob Systeme wie die Warenwirtschaft von JTL auf lange Sicht im Markt bestehen bleiben. Aus der Consulting Sicht wird der Trend zu Dynamikrobusten Architekturen und einer IT der zwei Geschwindigkeiten hin gehen (auch für kleine und mittlere Betriebe). Ob eine Software-Schmiede wie JTL hier den Spagat zwischen agiler Programmierung und einem stabilen Kern-System hinbekommt, steht in den Sternen.

        Gruß Michael

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