SEN – SchaeMi’s Experten Netzwerk

Einer der wichtigsten Grundsätze in meinem Beruf ist, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Einzig bei der Wahl der Quellen sollte man etwas vorsichtig sein. In der Regel sind es bei mir die offiziellen Online-Kanäle der Software-Hersteller wie die Microsoft Technet, Magazine, wie die c‘t aus dem Heise-Verlag, und deren Webseite, und in ganz speziellen Fällen Blogs von Kollegen, die sich mit sehr speziellen Themen befassen und dort die Lösungen veröffentlicht haben. Und natürlich mein in der Zwischenzeit viel zu klein gewordenes Bücherregal.

Experten unterscheiden sich von Laien dahingehend, dass sie im Laufe Ihres Lebens sich Wissen zu einem bestimmten Thema angeeignet haben. Wissen entsteht grundsätzlich immer durch Lernen. Und Lernen kann auf vielfältige Art und Weise geschehen. Ich bevorzuge hier immer noch die klassische Form des Know-How-Transfers über gedruckte Bücher. Mit dem Internet sind natürlich auch bei mir digitale Informationskanäle hinzugekommen. Die Vermittlung von Wissen durch Experten über den Weg des Unterrichts (Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man dieses Unterricht.) spielt dagegen kaum noch eine Rolle. Womit die 70-20-10-Regel bei mir schon eher eine 70-30-Regel beim Lernen ist. 70 % bringe ich mir selbst bei, 30 % (20 %) kommen durch den Erfahrungsaustausch mit Kollegen und nichts, bzw. max. 10 % werden durch Unterricht vermittelt.

Das wichtigste für mich dabei ist, dass das Wissen oder die Informationen, die ich für die Lösung einer Problemstellung gerade benötige, frei und schnell für mich zugänglich sind (womit nicht kostenlos gemeint ist!). Danach kommt direkt die Vertrauenswürdigkeit der Quelle. Ein Fachbuch aus einem renommierten Verlag, auch wenn es 50 Euro kostet, ist in jedem Fall besser, als ein Online-Kurs beworben durch einen Tierarzt aus dem Wendland. Ein Doktor der Veterinär-Medizin ist halt kein Doktor der Betriebswirtschaft. Die Vertrauenswürdig einer Quelle wird dabei nicht dadurch erhöht, dass man mich nach dem Download eines kostenlosen Whitepapers förmlich mit E-Mails überschüttet. Wenn das Whitepaper Müll ist, ist auch die Quelle Müll.

Eine weitere beliebte Quelle sind Foren und Facebook-Gruppen. Hier kann man seine Frage für jeden lesbar stellen und hofft dann die Lösung für das Problem zu erhalten. Hier hat schon ein gewisser Lutz Donnerhacke vor über einem Jahrzehnt festgestellt, dass die Qualität der Antworten in solchen Foren oder Gruppen stark zu wünschen lässt. Wo jeder Fragen darf, darf auch jeder ungefragt sein gefährliches Halbwissen darunter schreiben. Das kann dann bei denen mit Sachverstand dazu führen, dass sie sich leicht verarscht fühlen. Sehr schwierig wird es, wenn eine Diskussion von einigen von der sachlichen in die persönliche Ebene verschoben wird. Da wird dann schnell das eigentliche Problem zur Nebensache.

Nun habe ich den großen Vorteil, dass mir während meiner Militärzeit eine gewisse Lern- und Arbeitsmethodik quasi eingebläut wurde. Ist die Menge an Wissen so groß, dass einer alleine sich nicht mehr alles merken kann, steht man vor dem Problem, mit was füttere ich mein Langzeitgedächtnis. Der Schlüssel war die Methode „Learn and forget“. Ich habe also wie blöd für eine Prüfung gebüffelt, um dann anschließend den Speicher wieder zu leeren, damit dieser dann für neuen Inhalt aufnahmefähig war. Das einzige was ich mir für die Zukunft merken musste, wo was steht, damit ich im Notfall schnell auf das dort gespeicherte Wissen zurückgreifen konnte (damals gab es noch kein Google!). Das ganze habe ich dann dahin gehend verfeinert, die richtigen Begriffe in google einzugeben, um schnell ans Ziel zu kommen. Wenn ich also wissen will, ob man die Standardvorlage von Word auf einem Gruppenlaufwerk für alle Anwender bereitstellen kann, muss ich nur „sharing normal.dotm“ in die Google suche eingeben. Die Quiz-Frage ist nur, welcher Link der richtige ist.

https://support.microsoft.com/de-de/help/811468/you-cannot-share-the-normal-dot-file-among-multiple-users-in-word

Nur wenn ich in meinen Fachbüchern und Online-Quellen nicht mehr fündig werde, muss auch ich auf jemanden zurückgreifen, der mir weiterhelfen kann. Zum Glück kommt das bei mir in den seltensten Fällen beruflich vor. Also ist es immer gut jemanden zu kennen, der auch wirklich weiß, wie es geht. Und damit schließen wir den Bogen für heute. Das Wortfilter Experten Netzwerk von Mark Steier ins Leben gerufen, könnte so eine Anlaufstelle für Händler (egal ob online oder offline) sein. Ich schreibe hier ganz bewusst im Konjunktiv, da ich nicht beurteilen kann, ob es sich hier auch wirklich um Koryphäen ihres Fachs handelt. Prinzipiell finde ich die Idee smart. Auch wenn ich der Meinung bin, dass gewisse Themen einfach unterbelichtet sind.

https://www.wortfilter.de/wp/vorstellung-wortfilter-expertennetzwerk-wen/ (Leider funktioniert hier nicht die WordPress-Funktion mit der Autovorschau – Experte?)

Solltest Du Mark diese Zeilen lesen, bitte verstehe es nicht so, dass ich dort aufgenommen werden will. Mein eigener Blog und Job geben mir gerade nicht viele Spielräume, um mich auch noch damit zu belasten. Da überlasse ich das Feld gerne anderen. Für mich gehören aber neben den vielen fachlichen Experten auch die klassischen IT-ler in so ein Netzwerk. Viele Probleme würden sich schon im Vorfeld vermeiden lassen, wenn das Fundament vernünftig aufgebaut wäre.

Bleibt eigentlich nur noch eine Liste mit den Fachbüchern, die für mich ins Bücherregal gehören. Alle Bücher aus der folgenden Liste, die bequem über Amazon bestellt werden können, finden sich auch in meiner Bibliothek. Ich mache mich gerade in der Bahn über das umfassende Handbuch zu Google Analytics von Markus Vollmert und Heike Lück aus dem Rheinwerk-Verlag her. Auch wenn ich schon gefühlt eine Ewigkeit dieses Tool benutze, so kann selbst ich bei der Lektüre noch was lernen. In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen.

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