Sonntag, 3. Juli 2016 – Wochenrückblick KW 27

Schwierig den Wochenrückblick für diese Woche anzufangen. Die letzten Tage habe ich mich sehr intensiv mit meiner kleinen Anwendung für die schnelle Erstellung von Rechnungen beschäftigt. Insbesondere ein Punkt hat mich richtig beschäftigt. Und damit ein grundlegendes Thema, was die komplette IT-Branche noch für die nächsten Jahre beschäftigen wird. Um den Wandel und die Konsequenzen für die IT besser zu verdeutlichen, gehe ich mal knapp ein viertel Jahrhundert zurück ins Jahr 1992.

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Mein erster wirklicher PC, der sich so auch schimpfen durfte, hatte einen intel 80286 Prozessor mit 25 MHz Prozessertaktfrequenz, 1 MB Arbeitsspeicher, 80 GB Festplattenkapazität und einen 14“ Farbmonitor. Auf diesem Eisenschwein lief dann MS-DOS 6.0 und GeoWorks, was die wenigsten kennen werden. Bei GeoWorks handelte es sich um ein Konkurrenzprodukt zu Windows 3.11, was aber schon damals lange Dateinamen und eine etwas bessere Benutzeroberfläche mitbrachte. Dabei waren auch eine Textbearbeitung, GeoWrite, und eine Tabellenkalkulation, GeoCalc. Und schon damals hätte ich mich mit der Kiste über ein Modem ins Internet einwählen können. Ich war also stolzer Besitzer eines Personal Computers der mal mehrere tausend D-Mark gekostet hat.

Zum Vergleich hat heute ein Microsoft Lumia Smartphone 512 MB Arbeitsspeicher, mindestens eine 8 GB SSD und eine Taktfrequenz von 1 GHz. Mein Smartphone hat mehr Dampf als mein erster Computer und verbraucht dabei noch weniger Strom und kann mehr. Und wie sieht es mit der Software aus?

Der Trend im Internet seit ein paar Jahren sind die mobilen Endgeräte. Schöner – Schneller – Mobil – Als wenn alle Welt über das Smartphone nur einkaufen würde. Dabei kann so ein Smartphone viel mehr. Damit kann man nicht nur telefonieren oder Kurznachrichten versenden oder Kontakte und Termine verwalten, im Internet surfen oder einfach mal eine Runde zocken. Das Ding ist zum vollwertigen Computer geworden, mit dem sich auch komplexe betriebliche Aufgaben erledigen kann. Nur müssen die Anwendungen für die Bedienung mit dem Smartphone ausgerichtet sein.

Sind also die klassischen Client-Server-Anwendungen, die in der Regel nur mit großen Bildschirmen effektiv zu bedienen sind, die richtigen Anwendungen für die Zukunft? Wohl kaum, selbst wenn diese keine eigene Client-Anwendung benötigen und rein im Browser laufen. Egal was ich mir da auf dem Markt anschaue, die Bedienoberflächen sind oftmals viel zu komplex, als das sie vernünftig mit einem Smartphone zu bedienen sind. Und jetzt sorry Jungs in Hückelhoven und Hürth, wenn die Bedienung eurer Lösung bei einer Auflösung von 1024 x 786 Bildpunkten zur Qual wird, wie würde das dann auf einem Smartphone sein (Ja ich weiß, dass die Wawi dafür auch nie konzipiert wurde!).

Anwendungen wie die JTL Wawi oder andere werden schon mittelfristig auf dem Markt keine Chance mehr haben. NoSQL (Not only SQL) – Lösungen, die barrierefrei sind und auf allen möglichen Plattformen einsetzbar sind, werden in Zukunft den Markt beherrschen. Kleine Anwendungen, die eine Aufgabe perfekt und fehlerfrei beherrschen und Schnittstellen zu anderen Anwendungen bieten, reduzieren die Entwicklungszeit und damit auch die Kosten. Und dabei muss man bei der Anwendungsentwicklung noch nicht einmal das Rad jedes Mal neu erfinden. Einzelne Module die ganz bestimmte Dienste zur Verfügung stellen und sich dabei beliebig kombinieren lassen, sind von Natur aus viel flexibler als Datenbank-Monster die den Schein erwecken Eierlegende Wollmilchsäue zu sein. Lieber wenig, aber dafür richtig gut.

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Meine kleine Anwendung wird also keine Insellösung bleiben. Es wird Schnittstellen für andere Apps geben, die auf die dort gespeicherten Daten zugreifen können und sie wird selbst auf andere Apps zugreifen. Wie das geht werde ich in den nächsten Tagen hier zeigen. Es wird in jedem Fall spannend werden.

 

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