Sonntag, 5. Juni 2016 – Wochenrückblick

Diese Woche und natürlich auch an diesem Wochenende gab es wieder heiße Diskussionen zu meinem Lieblingsthema. In meinem Wochenrückblick will ich das ganze mal versuchen nüchtern zu betrachten, ohne den ansonsten üblichen Sarkasmus.

Es ist selten zu früh und niemals zu spät. Damit wäre eigentlich die philosophische Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für ein Update beantwortet. Nun gibt gibt es aber Murphy’s Law (Murphys Gesetzt):

„Whatever can go wrong will go wrong.“
„Alles, was schief gehen kann, wird auch schief gehen.“


Kurz, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst wie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.

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Aber was macht jetzt die Sache mit dem Update so kompliziert?

Nun schauen wir mal was Vawns Murphy (irgendwie passt ihr Name gerade zum Thema) dazu schreibt. Lösen wir mal mit ihr die Universal-Verwirrung auf.

Change Management

Für Euer Geld ist das Change Management der Wächter. Es schützt das Leben Eurer Umgebung.

Die primäre Aufgabe des Change Management ist es vorteilhafte Änderungen zu ermöglichen, mit minimaler Unterbrechung der IT-Services.

Release Management

Das Release Management arbeitet wie Fluglotsen. Hier werden alle Änderungen in ein einziges Release gebündelt um die Ausfallzeiten und Unannehmlichkeiten auf das Tagesgeschäft zu reduzieren. Die primäre Aufgabe des Release Management ist es sicherzustellen, das die Integrität der Live-Umgebung geschützt ist und die richtigen Komponenten verteilt werden.

Praktisch – was ist ein Change und was ist ein Release?

Ein Change ist zum Beispiel das Einspielen der Updates für das Betriebssystem. Wenn also Microsoft an seinem Patch-Day wieder einmal ein paar Updates veröffentlicht und wir diese auf unseren Arbeitsplatz rechnen installieren oder lassen, dann ist das ein Change.

Ein Release ist zum Beispiel, wenn wir ein Service Pack oder eine neue Version von Microsoft Office auf dem Arbeitsplatzrechner installieren. Ein Release kann zum Beispiel dazu führen, das Komponenten nicht mehr kompatibel zu einander sind oder neue Funktionen hinzukommen, die wiederum den Anwendern bekannt gemacht und dokumentiert werden müssen.

Richtig schön deutlich wird es, wenn man sich aus der Sicht des IT Service Management die notwendige Dokumention für das Change und Release Management ansieht.

Change Mangement:
  • Termine (z.B. MS Patch Day)
  • Änderungsbeschreibung
  • Genehmigungsdetails & Prüfungspfade (Auch Änderungen müssen genehmigt werden!)
Release Management:
  • Umfang (Welchen Anwendungsbereich betrifft dieses neue Release!)
  • Release Detail (Was beinhaltet alles dieses Release)
  • Implementierungsplan (Wie wird dieses neue Release eingeführt)
  • Roll-Back Plan (Hier kommt Murphy’s Law ins Spiel. Was ist wenn das Release schief geht?)
  • Kontakt Details (Wer sind die Ansprechpartner für dieses Release und wer ist dafür verantwortlich.)
  • Veröffentlichungshinweis (Was müssen die Dummies/Anwender zum Release alles wissen.)

Und jetzt kommen wir dazu, warum Entwickler und Administratoren nie oder in den seltensten Fällen Freunde sind. What to Hell is ITSM? – Was zur Hölle ist IT Service Management? Liebe Entwickler, es gibt tatsächlich Menschen auf dieser Welt, die versuchen zwischen dem was Ihr an Software fabriziert und den Dummies da draußen zu vermitteln. Also den Schwachsinn, den ihr gelegentlich produziert anderen schmackhaft zu machen. Und da ist es wohl nicht zu viel verlangt, wenn ihr euch mal an ein paar einfache Spielregeln halten würdet.

Abschließend stellt sich eigentlich nur noch die Frage, was eigentlich passiert, wenn ein Dummy auf einen Möchtegern-Administrator und gleichzeitig auf Softwareentwickler trifft, welche die Fehler in Ihrer Software erst dann bemerken, wenn der Dummy sich beim Möchtegern-Administrator darüber aufregt. Wobei ich jetzt nicht den Fehler begehen darf und Aussagen aus dem Bauch heraus, für bare Münze nehmen sollte. Aber solche Aussagen geben einen tiefen Einblick über die Methoden der Softwareentwicklung. Ich sag nur MUPs (Methode des unbekümmerten Probierens). Oder ist es dann vielleicht doch nur Murks?

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Nein wir werden es nie erfahren, welche Methode hier an den Tag gelegt wird. In jedem Fall hat sich Bolle ganz kräftig amüsiert und seinen Spaß gehabt. Manch Dummy würde ja am liebsten den Rechner aus dem Fenster werfen. Vielleicht sollten wir jedem Dummy einen Flüchtling zur Seite stellen, der ihm in diesem Fall das Fenster öffnet. Wäre doch schade um das schöne Glas.

Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche und für alle die eine gewisse Software benutzen, ihr wisst schon welche ich meine, denkt einfach mal darüber nach, aus welchem Grund ihr diese verwendet. Also bei mir bitte definitiv nicht beschweren, ich bin aus der Nummer raus…..

2 Gedanken zu „Sonntag, 5. Juni 2016 – Wochenrückblick“

  1. Norman,

    was die Wawi angeht, Antrag an der falschen Stelle eingereicht. Du konntest es leider nicht lesen, aber ich konnte mich am Wochenende wieder köstlich über ein paar Kommentare in FB amüsieren…

    Gruß nach Dettingen

    Michael

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