Tag 12 – Ernüchterung

Rose im Dezember

Irgendwann kommt die Ernüchterung. Und angesichts des Umstandes, dass ein Ende der Pandemie in gefühlt einer Ewigkeit zu erwarten ist, fügt man sich in sein Schicksal. Man richtet sich in der Situation wo gut es geht ein und versucht dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen.

7:11 Uhr SMS: Rudolf W. aus Ö: „Wach?“ Ich: „Ich ja. Liegt heute was Wichtiges an?“ Telefon klingelt bevor ich die erste Tasse Kaffee intus habe.

7:45 Uhr Homeoffice: Und täglich grüßt das Murmeltier. Am morgendlichen Ritual hat sich bis auf den Anruf und einen Blick in den Spiegel nichts geändert. Stelle fest, dass der drei Tage Bart ein fünf Tage Bart ist. Der Aufenthalt in der Dusche dauert entsprechend länger.

8 Uhr Homeoffice: Checke meine E-Mails und die Termine für den heutigen Tag. Keine Besonderheiten zu erwarten.

10 Uhr Homeoffice: Kurzfristig einberufene Lagebesprechung mit dem Führerhauptquartier. Lösung konnte schnell ermittelt werden.

11 Uhr Homeoffice: Zweite Telefonkonferenz am heutigen Tage. Ich soll als biomechanische Schnittstelle durch einen Roboter abgelöst werden. Vor drei Jahrzehnten hätte dies noch Existenzängste bei mir ausgelöst. Heute bedeutet dies, dass ich wieder einen geregelten Feierabend erhalte.

14:30 Homeoffice: Dritte und letzte Telefonkonferenz für den heutigen Tag. Muss mich leider etwas aus dem Fenster lehnen und eine terminliche Zusage erteilen. Was keiner ahnen kann ist, dass ich die Ursache für den zeitlichen Verzug schon kenne, es aber erstmal an der Umsetzung hapert. Shit happens.

17:20 örtlicher Discounter: Hiwi stört mich beim Einkauf und meldet telefonisch eigenartiges Verhalten der Bananensoftware. Entscheide Externen Dienstleister hinzuzuholen. Nach ein paar Telefonaten stellt sich heraus, das Bananensoftware offensichtlich sich mit Covid-19 infiziert hat und leichte Symptome zeigt. Neustart diverser Komponenten bringt eine Linderung. Hoffentlich wird das kein Fall für die Intensivstation mit künstlicher Beatmung. Die Versorgung mit isotonischem Hopfen-Kaltgetränk konnte trotz der Störung für die nächsten 10 Tage gesichert werden.

18:00 Uhr Homeoffice: Katastrophen Olga versucht es mit der Mitleids-Masche. Bin für solche Scherze aber gerade nicht so empfänglich. Vertröste sie auf den nächsten Tag.

20:30 Uhr Facebook: Monia Z. streamt wieder ein Live-Video. Schaue kurz hinein und sage Hallo. Bei den Eidgenossen scheint die Lage nur noch besoffen erträglich zu sein. Das Glas in Ihrer Hand war mit gut 0,2 Liter Johnnie Walker randvoll gefüllt. Na dann prost Monia…

Bleiben noch die aktuellen Zahlen der John Hopkins University zu vermelden. Weltweit wurden 585.040 Fälle gemeldet, 26.819 Menschen sind gestorben und 129.812 haben sich erholt. In Deutschland wurden 50.178 Covid-19 Fälle gemeldet, 321 Menschen sind gestorben und 5.673 haben sich erholt.

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