Tag 16 – Etwas Statistik

Jeden Abend um 19 Uhr laufen bei mir die Nachrichten im ZDF. Und seit 2 Wochen kennen diese nur ein Thema. Zum Ritual ist es geworden, das die aktuellen Zahlen der Johns Hopkins University veröffentlicht werden. Und jedes Mal, frage ich mich, ob hier nicht ein falscher Eindruck erweckt wird.

Heute mal ein paar sarkastische Zahlenspiele, die mich schon den ganzen Tag verfolgen. Unser Erbsenzähler hat ja auch so seine Schwierigkeiten die Zahlen in einen vernünftigen Konsens zu bringen. Zahlen alleine sagen aber noch recht wenig aus, sofern sie nicht im richtigen Kontext dargestellt werden.

Je größer die Zahlen, desto größer die Wirkung. Das wissen auch die möchte-gern Influencer auf Instagram. Und wenn sich keine Sau für einen interessiert, dann werden halt Follower gekauft. Nur diese gekauften Follower sind keine echten Follower und unterm Strich interessiert sich immer noch keine Sau für einen. Außer das Anzahl der Follower schön groß ist.

Bei den Meldungen in den Medien kommt es mir genauso vor. Das in Italien mehr als 12.000 Menschen am Coronavirus gestorben sind, ist wahrlich tragisch. Und das Leid in Italien, Spanien, Frankreich und demnächst der USA möchte ich hier nicht klein reden. Auch sind die Maßnahmen, welche wir gegen diese Erkrankung getroffen haben, sind für uns alle durchaus sinnvoll. Auch, das wir in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser dadurch geraten.

Mich persönlich interessiert aber, wie hoch ist das Risiko am Coronavirus zu erkranken, wenn ich morgen zur Arbeit fahre. Je kleiner die Zahl der aktuellen Erkrankungen ist, desto geringer ist auch das Risiko mit einem erkrankten in Kontakt zu kommen. Logisch, oder?

In den Heute-Nachrichten im ZDF erfahre ich aber immer nur die kumulierte Anzahl an Erkrankten. Stand heute 18:15 Uhr sind das für Deutschland laut Johns Hopkins University 68.180 Menschen. Klingt erstmal viel und dramatisch. 682 Menschen davon sind an der Krankheit gestorben, was eine Quote von 1 % macht. Nun sind das alle Fälle seit Ende Februar, die in Deutschland getestet wurden.

In der Grafik oben beziehe ich noch eine weitere Zahl mit ein, die in den Heute-Nachrichten nicht genannt wird. Das ist die Zahl derer, welche die Erkrankung überstanden haben und wieder gesund sind. Jene sollten den Virus nicht mehr in sich haben und von jenen sollte auch kein Ansteckungsrisiko ausgehen. Ansonsten müssten wir jeden Covid-19 erkrankten in ein Konzentrationslager stecken. Auch irgendwie logisch.

Also von allen, die das zeitliche gesegnet haben, oder heil aus der Geschichte heraus gekommen sind, geht für die Allgemeinheit keine Gefahr mehr aus. Das dürfte so nach 2 Wochen der Fall sein. Also alle die sich Mitte März den Virus geholt haben, müssten heute gesund und munter wieder durch die Gegend laufen können – okay bis auf die, welche ins Gras gebissen haben.

Rechne die Anzahl der Gestorbenen und die der Erholten zusammen und ziehe die Summe von der kumulierten Zahl der Erkrankten ab, bekomme ich die Anzahl der Menschen, von der ein akutes Ansteckungsrisiko ausgeht. Kann mir noch einer folgen? Wenn nein, auch egal.

In der Grafik oben ist das die grüne Linie. Und das ist die Zahl, die in einer Pandemie für mich für die Einleitung aller Maßnahmen entscheidend wäre. Ich hoffe das die Frauen und Männer im Roland Koch Institut und im Bundestag ähnliche Überlegungen anstellen. Bei den Bayern und dem Söder wäre ich mir jetzt nicht ganz so sicher. So viel Mathematik traue denen dann doch nicht zu.

Interessant ist also, wie diese grüne Linie in den nächsten Tagen verläuft. Haben unsere Politiker mit dem Lockdown die richtige Entscheidung getroffen, sollte diese Linie leicht ansteigend oder waagrecht und bestenfalls nach unten zeigen.

Bleiben noch die aktuellen Zahlen der Johns Hopkins University zu vermelden. Weltweit wurden 826.222 Fälle gemeldet, 40.708 Menschen sind gestorben und 174.115 haben sich erholt. In Deutschland wurden 68.180 Covid-19 Fälle gemeldet, 682 Menschen sind gestorben und 15.824 haben sich erholt.

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