Tag 25 – Online Shopping

Während den stationären Einzelhandel der Lockdown voll getroffen hat, frohlockt der Versandhandel. Versprechen doch die Online-Händler ungetrübtes Einkaufsvergnügen 24 Stunden am Tag auch in der Krise. Mein konservativer Selbstversuch endete im Desaster.

Mein Tag versprach ein normaler Tag im Homeoffice, ohne besondere Vorkommnisse zu werden. Also wollte ich die gewonnene Zeit nutzen und mir eine Freude bereiten. Schon länger wünsche ich mir ein neues Objektiv für meine Spiegelreflexkamera. Was ich haben will, hatte ich mir schon vorher genau überlegt. Und auch unserer Olga-Versteher hat mir das Modell empfohlen.

Ganz klassisches wollte ich dieses Teil über einen Online-Shop mit Vorkasse bezahlen. Das war nicht irgendein Shop. Dahinter steckt eine große Kette von Elektronikmärkten, die zu noch einem größeren Konzern gehören. Ich hatte natürlich vorher überprüft, ob auch Vorkasse als Zahlungsart angeboten wird. Und zu meiner Freude wird es.

Wenn Sie sich für Vorkasse entscheiden, erhalten Sie im Anschluss der Bestellung die Bankverbindung und Zahlungsreferenz per E-Mail.
Die Ware wird für Sie 15 Tage reserviert und nach Geldeingang auf unserem Konto – unter Berücksichtigung Ihrer angegebenen Lieferzeiten – an Ihre Lieferadresse versendet.

Saturn.de

Also habe ich mir das Objekt meiner Begierde im Shop herausgesucht und in den Warenkorb gelegt, um dann den Einkauf über den Check-out erfolgreich abzuschließen. Nur leider wurden mir beim Bezahlprozess alle möglichen Zahlungsarten angeboten, nur die Vorkasse nicht.

Ich bin ja nicht blöd und lesen kann ich auch. Als eingefleischter Hotline-Guru habe ich zum Hörer gegriffen und die Nummer der Hotline angerufen. Die Bandansage war freundlich und wies mich umgehend darauf hin, dass es aufgrund der Pandemie zu erhöhten Wartezeiten kommen kann. Und direkt wurde ich in Wartefeld der ACD (Automatic Call Distribution) geworfen.

Mit einem süffisanten Lächeln konnte ich feststellen, das der Online-Händler in seinem Call-Center wohl die gleiche Bananensoftware der Laiendarsteller verwendet, wie ich sie gerade für das Call-Center meines Brötchengebers versuche ans Rennen zu bekommen. Das nur als kleine Randnotiz bemerkt.

Nach gefühlt einer halben Ewigkeit war ich dann bei einem kompetenten und sehr freundlichen Call-Center Agenten gelandet, der sich sehr viel Mühe gab, meine Bestellung aufzunehmen um mir dann anschließen zu verkünden, das Vorkasse nicht möglich ist.

Okay es handelt sich nur um ein fucking Objektiv für gerade mal 965,71 Euro, in Worten neunhundert fünfundsechzig Euro und einundsiebzig Cent, welche ich beabsichtigt habe per Vorkasse, also im Voraus, an den Laden zu bezahlen. Wollen nur mein Geld nicht haben, wie es mir scheint. Also so hänge ich mal geschickt Kunden ab, die sicher auf rustikale Art und Weise ihre Geschäfte tätigen wollen.

Ich werde das Ende des Lockdowns abwarten können, um mir dann mein TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Objektiv zu hohlen. Ich werde es überleben und danach mit dem Teil sicher viele neue schöne Fotos für meinen Blog machen können. Aber schwach fand ich die Vorstellung heute schon.

Bleiben noch die aktuellen Zahlen der Johns Hopkins University zu vermelden. Weltweit wurden 1.477.412 Fälle gemeldet, 91.783 Menschen sind gestorben und 344.467 haben sich erholt. In Deutschland wurden 114.257 Covid-19 Fälle gemeldet, 2.349 Menschen sind gestorben und 46.300 haben sich erholt.

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