Tag 5 – Tag der starken Männer

Wie ein Weg aus der Coronavirus-Pandemie aussehen kann, haben die Südkoreaner eindrucksvoll auch ohne Ausgangssperren gezeigt. Es ist durchaus fraglich, ob jetzt die Holzhammermethoden der starken Männer aus Bayern und dem Saarland die erhoffte Wende bringen werden.

7 Uhr Home-Office: Der Wecker klingelt. Eigentlich keinen Bock zum Aufstehen. Aber wat mutt dat mutt. Kann beim Kaffeekochen noch gerade so verhindern, dass der Kaffee schon wieder daneben läuft. Glück braucht der Mann am Morgen.

7:30 Uhr Home-Office: Checke meine Mails. Noch ahne ich nicht, welche Dynamik der Tag entwickeln wird. Habe immer noch das Problem mit der Fernmeldetruppe und deren verdammter Telefonie.

8:38 Uhr Home-Office: Grautvornix schwafelt in einer Mail etwas von viel Spielraum für Spekulationen. Mir platzt die Hutschnur. Mache ich hier jetzt IT oder bin ich in einer Wurstbude? Kann mich gerade noch so beherrschen.

8:41 Uhr Home-Office: Frage in der WhatsApp Gruppe des Service Desk nach, ob sich jemand bereit erklärt, Grautvornix für den Rest des Tages wie Troubadix am nächsten Baum geknebelt aufzuhängen. Frank B. regt an, das dies ein Auftrag für die Teabagging Unit wäre. Sven B. grätscht mit der Erklärung dazwischen, warum Klopapier jetzt verstärkt gekauft wird:

Coronavirus = Home-Office
Home-Office = alleine zu Hause
Alleine zu Hause = Internet
Internet = Youporn
Youporn = Klopapier

Sven B.

Merke an dieser Stelle in der Gruppe an, das Grautvornix erst wissen müsste, was Onanieren überhaupt ist. Könnte auch sein, dass er weinen muss, weil am Ende nicht geheiratet wird. Ich werde es wohl nie erfahren.

09:14 Home-Office: Karsten K. schreibt in der WhatsApp Gruppe, das er sich an DEM nicht seinen guten Teebeutel schmutzig macht. Frank B. fragt, was Grautvornix schon wieder falsch gemacht hat. Ich antworte ihm wahrheitsgemäß, das er Schwachsinn von sich gegeben hat. Frank B. fragt, ob die Zellengenossen von Grautvornix anwesend sind. Diese wären in der Lage es wie einen Unfall aussehen zu lassen. Ich antworte, habe keine Ahnung, da ich seit Montag in der selbstgewählten Isolation sitze. Frank B. antwortet, das er seit Dienstag im Home-Office ist. Ich frage ihn, ob er schon Feinripp und Jogginghose bei Amazon bestellt hat? Frank B. antwortet mit Nein. Darauf grätscht Karsten K gekonnt dazwischen und wirft ein, dass Frank B. daheim nur den Schweiß auf seiner Haut und ein stilvolles Ensemble feinster Lacklederwaren trägt. Frank B. bleibt den Gegenbeweis schuldig.

10:35 Uhr Home-Office: Grautvornix wird mal wieder seinem Namen gerecht und stellt eine Telko ein. Er hat gefühlt das ganze Unternehmen eingeladen. Was will er zum Teufel mit dieser Telko bezwecken? Erkenne zum Glück noch den strategischen Vorteil und belasse es bei einem leichten Rüffel.

11:00 Uhr Home-Office: Erste Telefonkonferenz am heutigen Tag. Sie verläuft gut und langsam kriege ich das Gefühl hier geht noch was.

12:30 Uhr Home-Office: Markus Söder verhängt für Bayern landesweite Ausgangsbeschränkungen. Die Saarländer ziehen als Erstes nach. Ich habe immer noch kein funktionierendes Notfallkonzept und denke mir so, das kann ja noch heiter werden.

15:00 Uhr Home-Office: Telko in großer Runde mit anwesender Heeresleitung. Für gefühlt 80 % der Teilnehmer war das ein Satz mit X – war wohl nix. Grautvornix ist der Telefonkonferenz wohl beleidigt fern geblieben. Trotz aller Widrigkeiten konnte hier der entscheidende Durchbruch gelingen. Asap erneute Telko mit externen Dienstleister ohne störendes Publikum einstellen lassen.

16:00 Uhr Home-Office: Externer Dienstleister kann die Konfiguration der Telefonanlage erfolgreich anpassen. Technische Umsetzung des Notfallkonzeptes ist damit erfolgreich und getestet abgeschlossen. Meine zwei Hiwis können sich an die Arbeit machen, die restlichen Kollegen entsprechend anzupassen und mit den mobilen Endgeräten auszustatten. Damit ist Home-Office für alle gesichert.

17:00 Uhr Home-Office: Schreibe Dankes-Mail an alle Kollegen und Hiwis, die mich hier tatkräftig unterstützt haben. Chef bedankt sich für die gut geschriebene Mail und merkt an, dass ich wenigstens lerne – ha ha… Mir aber gerade egal, weil jetzt die Baden-Württemberger, Pfälzer und Hessen machen können was sie wollen. Der Laden bleibt am Laufen!

18:00 Uhr örtlicher Discounter Netto: Die Filiale sieht aus wie nach der Wiedervereinigung. Als wären gerade gefühlt 17 Millionen Ossis über meinen kleinen Supermarkt hergefallen und hätten alles leer gekauft. Hallo, ich sorge dafür, dass in diesem Land nicht alles den Bach heruntergeht und ihr lässt mir nichts übrig. Ist das fair?

21:19 Uhr Home-Office: Zum Schluss noch die aktuellen Zahlen der John Hopkins University. Weltweit haben wir 258.052 gemeldete Fälle, 11.268 Menschen sind am Coronavirus gestorben und 87.370 haben sich erholt. In Deutschland wurden 19.848 Infektionen gemeldet, 67 Menschen sind am Virus gestorben und 180 haben sich erholt. Euch allen eine gute Nacht und das wir uns morgen gesund und munter hier wieder sehen.

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