Tag 18 – Entschleunigung

Es ist schon eine Kunst dem ständig wachsenden Druck etwas entgegenzusetzen. Irgendwie ist dieser Virus auch eine Chance wieder Druck vom Kessel zu nehmen. Wieder mehr Zeit für einander zu haben, wenn die Zeiten sozialer Distanz vorüber sind.

07:45 Uhr Homeoffice: Quäle mich aus dem Bett. Die braune Brühe ist schon fertig. Ab unter die Dusche und dann geht es zum örtlichen Aldi. Donnerstag ist traditionell der Tag der Sonderangebote.

8:45 Uhr örtlicher Aldi: Der Parkplatz vor Aldi ist gut gefüllt. Rechne schon mit einer Schlange vor der Eingangstür. Zu meinem Erstaunen fehlt die Schlange und die Automatiktür öffnet sich. Ich steuere geradewegs auf die Truhen mit Tiefkühlkost zu und lasse den Bereich der Hygieneartikel links liegen.

9:16 Uhr WhatsApp: Die Abwehr meldet eine Störung bei der Qualitätssicherung. Ich überlege kurz, ob ich die Nachricht ignorieren soll. Ich entscheide mich dann aber die Qualitätssicherung an den harten Kern der Spacken zu verweisen. Ob das mal gut geht?

9:33 Uhr WhatsApp: Einer der Spacken meldet streikendes Arbeitsgerät. Reboot tut immer gut. Ob hier die Qualitätssicherung ihre Hände im Spiel hatte? Ich beachte die folgende Diskussion nicht weiter.

9:44 Uhr WhatsApp: Kopfschuss Olga sagt mir mit einem freundlichen „Aschlok“ guten Morgen. Gefolgt von der liebenswürdigen Nachfrage „Hasdu corona virus“ Ich antworte ihr mit dem Mundschutz Smily. Darauf erhalte ich Ihre Beileidsbekundung: „Ha ha, Schaize mann, Du bis super schaeize. Libe god geben dia virus und du schterben.“ Das nenne ich mal wahre Liebe. Der Tag wird gesichert großartig werden. Versuche die Konversation mit dem Hinweis abzukürzen, dass ich jetzt keine Zeit für den Scheiß habe. Leider wird mir das nicht gelingen.

10:52 Uhr Homeoffice: Habe die Lösung für den gordischen Knoten gefunden, und mache mich daran das Chaos zu entflechten. Ich bringe zuerst die Jungs der indianischen Fernmeldetechnik in Wallung. Soll mal im Keller Heizöl sägen. Wir brauchen hier oben schließen ordentlich Dampf auf dem Kessel.

12:39 Uhr WhatsApp: Kopfschuss Olga verabschiedet sich mit einem liebevollen „Ok aschlok, Schaize mann, Schwuchteln, Schraiben niks mea ok“ von mir. Ich muss leider befürchten, das Olga sich in den nächsten Tagen nicht mehr daran erinnern kann.

13:03 Uhr Homeoffice: Setze einen Hilferuf mit Großverteiler ab, da ich mit meinem Latein gerade etwas am Ende bin. Ich hoffe, dass der Publikumsjoker die Lösung bringen wird

13:29 Uhr Homeoffice: Habe die erste Aufgabe für heute gemeistert. Problem stellte sich als Problem vor dem Rechner heraus. Shit happens.

13:40 Uhr Homeoffice: Hinweis auf die falsche Fährte bringt den Durchbruch. Ich möchte jetzt nicht unbedingt sagen, das ich mich hier zu blöd angestellt habe. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

15:00 Uhr Homeoffice: Telefonkonferenz mit externen Dienstleister bezüglich des Hilferufs von mir. Nach 30 Minuten Try and Error können wir die Lösung finden. Was sich nicht alles so im Kopf einbrennt: „Das folgende Fenster auch einfach mit Weiter bestätigen.“ – Kann es eben nicht. Rechte Maustaste als Administrator ausführen und die Scheiße läuft.

15:36 Uhr Homeoffice: Der alte Sack meldet der obersten Heeresleitung die erfolgreiche Implementierung der Datensicherung im Manöver. Die Schlacht kann beginnen. Heeresleitung ruft zurück und gratuliert zum Erfolg. Geht doch, sag ich mir.

18:15 Uhr Homeoffice: Ich mache für heute Feierabend. Ein harter Tag geht zu Ende.

Bleiben noch die aktuellen Zahlen der Johns Hopkins University zu vermelden. Weltweit wurden 981.221 Fälle gemeldet, 50.230 Menschen sind gestorben und 20.605 haben sich erholt. In Deutschland wurden 81.728 Covid-19 Fälle gemeldet, 997 Menschen sind gestorben und 19.175 haben sich erholt.

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