Vermarktungsstrategie für meinen Blog

Als Blogger ist man natürlich geil auf große Zahlen. Je mehr Besucher desto besser. Auch wenn man seinen Blog monetarisieren will, kommt man nicht darum herum, sich Gedanken darüber zu machen, woher kommen eigentlich meine Leser und wie finden sie den Weg zu mir. Über das Thema habe ich mich schon vor nicht ganz 6 Jahren ausgelassen. Schauen wir mal was sich seit dem getan hat.

Was hier nachfolgend kommt, ist meine ganz persönliche Sicht der Dinge und definitiv kein allgemein gültiges Erfolgsrezept.

Wer dieses Konzept nachmacht oder verfälscht, oder eine nachgemachte oder verfälschte Version in Umlauf bringt, wird mit Erbsensuppe nicht unter 2 Portionen bestraft.

Bevor wir uns darüber unterhalten, welche Strategie für den eigenen Blog die geeignetste ist, sollte wir wissen über welchen Weg die Leser auf den Blog finden. Hier habe ich mal eine Zahlen der letzten 30 Tage in ein Diagramm gepackt.

82,18% meiner Leser kommen also demnach über die organische Suche auf meinem Blog. Das ist schon ein stolzer Wert.

Phasen des Kaufprozess nach Kotler

Was haben die Phasen des Kaufprozesses nach Kotler mit meinem Blog zu tun? Eine ganze Menge – wie ich meine. Aber schauen wir uns das mal in Ruhe an. Die Ecommerce-Krabbelgruppe kann hier auch noch etwas lernen.

Okay ich will jetzt aber weder ein Produkt noch eine Dienstleistung verkaufen. Wie soll mir dieser Prozess jetzt beim Bloggen helfen? Werfen wir mal einen nüchternen Blick auf das Internet.

Informationen sind das Internet

Prinzipiell geht es beim Internet darum, anderen Informationen zur Verfügung zu stellen. Auch wenn ich Online-Versandhändler bin, kann ich über meinen Webshop nur Informationen zu meinen Produkten in Form von Beschreibungen, Bildern und Videos potentiellen Käufern als Angebot anbieten.

Mit dem Web 2.0 kam noch eine weitere Komponente hinzu. Hier wurde die Interaktion mit dem Besucher der Webseite möglich. Dieser konnte jetzt selbst Informationen auf einer Internetseite hinterlassen. Das sind waren dann Kommentare auf anderen Weblogs oder der Bestellprozess in einem Webshop.

Die zweite Form des Informationsaustausch im Internet sind E-Mail, Messanger-Dienste und Voice over IP (VoIP). Aber diese Kanäle können wir mal komplett vernachlässigen.

Zieldefinition

Als Blogger brauche ich eine Mission – Lydia Zoubek

Okay ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich eine Mission als Blogger zu 100% benötige. Aber ein paar Ziele sollte ich schon haben. Und diese ziele sollten

  • spezifisch
  • messbar
  • ansprechend
  • realistisch
  • terminiert

sein, kurz S.M.A.R.T. An dieser Stelle kann ich nur bedingt weiterhelfen. Diese sollte jeder für sich in einer ruhigen Minute definieren.

Google, wir haben ein Problem!

Springen wir mal kurz zurück an den Anfang und schauen wir uns mal an, woher die Besucher unseres Blogs kommen. Hier können wir 4 Kanäle festhalten (und jeder der versucht euch etwas anderes zu erzählen, ist ein Vollpfosten!):

  • Organic Search (organische Suche) – Der Leser hat eine Suchanfrage in einer Suchmaschine abgesetzt und die Seite war in der Ergebnissliste.
  • Direct (direkt) – Der Leser hat in der Adresszeile des Browsers den Domain-Namen eingegeben und ist so auf die Webseite gekommen.
  • Referral (Verweis) – Der Leser hat auf einen Hyperlink zur Webseite geklickt. Das kann der Link in einer E-Mail oder auf einer anderen Webseite gewesen sein. Das kann aber auch Werbung gewesen sein, die ihr bei Google Adwords geschaltet habt.
  • Social (Sozial) – Der Leser ist über einen soziales Medium, wie Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter & Co. auf die Webseite gekommen.

Gehen wir wir mal die Liste der Reihe nach durch und schauen wir uns mal die Vorteile und Nachteile der Kanäle an.

Soziale Medien, wie gerade Facebook, haben überhaupt kein Interesse, dass Ihre Nutzer diese verlassen. Mark Zuckerberg will dort seine eigene Werbung verkaufen. An diesen Umsätzen kann ich, wenn ich dort Inhalte zur Verfügung stelle nicht mitverdienen. Auf der anderen Seite habe ich gerade dort die Möglichkeit, mir eine relativ große Fangemeinde aufzubauen. Der Nachteil aber ist, wenn ich dort nicht regelmäßig etwas veröffentliche, kommt auch keiner auf meine Webseite.

Verweise auf anderen Webseiten sind schon alleine aus SEO-Sicht sehr wertvoll. Wie viele dann darüber auf die Webseite kommen, also den Hyperlink auch anklicken, kann man schwer vorhersagen. Dazu müsste man auch wissen, wie viele Besucher die Seite mit dem Hyperlink hat. Verweise in E-Mails haben keinen Wert. Der klassische Newsletter wird zwar nicht aussterben, hat aber den gleichen Nachteil wie die Sozialen Medien. Wenn ich den nicht regelmäßig versende, kommen auch keine Besucher.

Die direkten Zugriffe, sind die schönsten Zugriffe. Wir müssen für diese Leser nichts machen, außer immer wieder neue und interessante Inhalte zu veröffentlichen. Sie schauen in regelmäßigen Abständen auf unserer Webseite vorbei und sind schon treue Fans unserer Inhalte.

Besucher über die organische Suche sind aus der Sicht des Marketings eigentlich die wertvollsten Besucher. Sie haben ihr Problem erkannt und sind nun auf der Suche nach der Lösung. Sie sind nach Kotler auf der Informationssuche. Wenn sie jetzt noch auf der Internetseite die Lösung zum Teil gefunden haben, sind sie bereit entweder auf die Hyperlinks zu weiterführenden Informationen zu klicken. Das können auch Werbebanner oder Affiliate-Links sein.

Wenn ich ein Problem habe, haben dies andere auch.

Am 5. März habe ich folgenden Artikel hier in diesem Blog veröffentlicht: Serienbrief mit Word 2010 und Excel. Ich hatte mal wieder das leidige Thema für einen Serienbrief für irgendeine Briefaktion für irgendjemanden an der Backe. Und weil die Person auf gut deutsch zu faul war, selbst im Internet zu suchen und zu lernen wie es geht, habe ich es halt gemacht. Und da ich schon diesen Blog hatte habe ich auch gleich eine Anleitung geschrieben und hier veröffentlicht.

Nach ein paar Monaten habe ich dann mit erstaunen festgestellt, dass nicht alle so faul sind, wie meine Bekannte. Wenn jemand also ein Problem hat, dann fragt er also nicht Facebook – weil er dort keine Antwort bekommt – sondern Google. Und wenn die Algorithmen von Google erkennen können, dass mit so einem Beitrag den Menschen geholfen wird, dann landet der auch sehr weit vorne in den Suchergebnissen.

Die Rechnung mit vielen Unbekannten.

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Setzen wir die Maslowsche Bedürfnishierarchie hier an dieser Stelle mal an, so wird unser Bedürfnis nach Sicherheit an dieser Stelle rein gar nicht befriedigt. Auch wenn uns andere hier vielleicht etwas anderes suggerieren wollen.

Der Grund ist relativ einfach. Ich weiß nämlich nicht, welche Probleme die Menschen Morgen beschäftigen wird. Das weiß auch Google nicht. Und wir kennen auch nicht die Anzahl der Menschen, die nach unseren Problemen morgen suchen werden. Und leider verrät uns Google auch nicht mehr, welche Suchbegriffe sie verwendet haben. Weil genau das, ist deren größtes Kapital.

Fazit

Nehme ich meine Beitrag Wer eine Internetseite betreibt, will Besucher haben! den ich ebenfalls vor, so habe ich in den 6 Jahren einiges erreicht. 82,18% meiner Besucher kommen mittlerweile über die Suchmaschinen, vor 6 Jahren waren es noch ca. 10%. Nur 9,05% kommen direkt auf meinen Blog. Aus den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Google+ sind es 4,27% und 4,51% kommen über Verweise.

Die Beiträge mit den meisten Lesern sind grundsätzlich jene, die für ein genau definiertes Problem eine Lösung anbieten. Alle anderen Beiträge bringen so gut wie keine Besucher. Beiträge wie dieser haben also nicht das Zeug dazu, bei mir die Hit-Listen zu stürmen.

Beiträge die über die Suchmaschinen aufgerufen werden, erzielen deutlich höhere Umsätze, als Beiträge die über einen Verweis, direkt oder über sozial Media aufgerufen werden.

Das ist hier meine ganz persönliche Sicht der Dinge. Eure Gedanken könnte ihr hier ins Kommentar-Feld schreiben.

4 Gedanken zu „Vermarktungsstrategie für meinen Blog“

  1. Gerade bei Facebook ist es so, dass meine Beiträge nicht all meinen Freunden angezeigt werden. Wenn ich also 500 Freunde habe, heißt das noch lange nicht, dass alle meinen Beitrag von heute gesehen haben.

    1. Hallo Lydia,

      darum ist SEO für Blogger so wichtig. Dieser Filter bei Facebook, was mir an Inhalten meiner Freunde angezeigt wird, nervt mich schon ziemlich lange.

      Aus der Sicht der Blogvermarktung bin ich daher sehr glücklich, dass ich nicht von Facebook, Twitter & Co. abhängig bin.

      Gruß Michael

    1. Hallo Klaus,

      vielen Dank für deinen Gedanken. Aber wenn man sich als Experte für Affiliate Marketing auf seiner Webseite darstellt, sollte mein Beitrag doch nur kalter Kaffee sein. Oder irre ich mich jetzt.

      Gruß Michael

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