Warum will man mich auf E-Commerce Facebookgruppen und Kaffeefahrten immer verarschen!

E-Commerce ist definitiv nichts für Warmduscher und Schwiegermutter Blumen vorbei Bringer. Das in der deutschen E-Commerce-Szene 10 von 100 keine Ahnung von Prozentrechnung haben, was mehr als 17 % sind, ist auch nicht neu. Und schaue ich mich zwischen Privat Label, FBA und Dropshipping Gelaber um, werde ich den Eindruck nicht los, als wenn dort nur geistige Tiefflieger im Namen von wem auch immer unterwegs sind. Werfe ich mal einen Blick auf diese selbsternannten Multi-Channel-Rockstars.

Facebook Gruppen an die Macht

Inflationär sprießen die Gruppen der Scharlatane bei Facebook wie Champignons aus dem Boden. Kaum gegründet, schon ködern sie mit 4 oder 5 stelligen Mitgliederzahlen. Natürlich braucht jeder seine Community. Was eignet sich da besser, als die soziale Bedürfnisanstalt Facebook. Und hier geht es dann auch zu, wie auf dem Scheißhaus des Bahnhofs Zoo. Dementsprechend sind dann auch die dort veröffentlichten Beiträge – entweder Mist oder völliger Mist. Dazwischen scheint es nichts zu geben.

Hinter den Kulissen tobt dann der Kleinkrieg der Gruppenadministratoren. Nach dem Motto vorne hui und hinten pfui. Da wird gemobt auf Teufel komm raus. Als unbequemes Mitglied wird man schon mal als Arschloch vom Administrator bezeichnet. Offensichtlich leiden hier einige schon unter massiven Größenwahn, wenn sie als Gruppenadministratoren ein paar tausend Mitglieder haben. Ansonsten konnte ich nur feststellen, dass oft an Fakten kein Interesse herrscht.

Ich kann nur hoffen, dass einige den Trend der Facebook Nutzer zum Rückzug ins Private mächtig verschlafen und Ihre Gruppen aus tausenden von verwaisten Facebook Profilen bestehen werden. Das gute alte Forum wird wohl über kurz oder lang ein nicht gekanntes Revival als Diskussionsplattform erfahren.

Stammtische (Ecommerce Kaffeefahrten) und Events

An einem Stammtisch trifft sich regelmäßig eine Gruppe von Menschen, um sich dort zwanglos in einem öffentlichen Lokal auszutauschen. Sie finden immer am gleichen Ort statt und sind oft auch als solche gekennzeichnet. Stammtische in der E-Commerce-Szene sind dagegen gut organisierte Kaffeefahrten. Hauptziel dieser Veranstaltungen ist es, die Teilnehmer mit als Fachvorträgen getarnter Werbung einzulullen.

Nach zwei besuchten Veranstaltungen dieser Art, kann ich persönlich auch hier nur abraten. Sie sind effektiv die reinste Form der Zeitverschwendung. Ich warte persönlich nur noch darauf, dass einer die Gelegenheit nutzt und auf so einer Veranstaltung versucht, seine Heizdecken an den Mann zu bringen.

Das gleiche gilt für viele der E-Commerce-Events im Format der Amazon Seller Konferenz. Bei allen diesen Veranstaltungen stehen der zu erwartende Mehrwert in keinem Verhältnis zu den Kosten. Selbst wenn für diese keine horrenden Eintrittspreise im 3 oder 4-stelligen Bereich verlangt werden. Wirft man kritisch einen Blick auf die Liste der Vortragsredner und deren Themen, kommt man ziemlich schnell hinter den eigentlichen Zweck dieser Veranstaltungen. Für das Geld bekommt der Händler viele gute Fachbücher in der Buchhandlung seines Vertrauens oder online bei Amazon. Viele Vorträge gibt es dazu noch kostenlos bei YouTube. Man muss einfach nur nach den entsprechenden Rednern suchen.

Als abschreckendes Beispiel kann ich hier die Vorträge von Michael Atug nur empfehlen. Bei mir ist jedenfalls nur hängen geblieben, dass sein Lehrling ihn auf den Trichter mit dem Verkauf bei eBay gebracht hat und er immer noch ein gutes Verhältnis zu seiner Exfrau hat. Mehr haben die rund 70 Minuten Video-Material auf YouTube nicht hergegeben.

E-Commerce-Blogs

E-Commerce-Blogs sind ein ganz schweres Thema für mich. Entweder versuchen sie die alternative zum Handelsblatt zu sein und da kann ich auch gleich das Original online lesen. Oder bestehen aus einer Sammlung von Artikeln die irgendwie zusammen keinen Sinn mehr ergeben.

An dieser Stelle muss ich als Blogger ehrlich zugeben, wie schwer es ist einen Blog mit einem roten Faden auf die Beine zu stellen. Wie einfach es dann doch wieder sein kann, hat die 9-jährige Martha aus Großbritannien gezeigt. Sie hat mit Ihrem Blog über ihre tägliche Schulspeisung innerhalb kürzester Zeit mehr als 700.000 Leser erreicht (http://neverseconds.blogspot.de/).

Zwischen Kassenzone, Shopbetreiber, Shopanbieter und Wortfilter soll jetzt der Leser seine alternativen Fakten für sich finden. Das nenne ich dann eine sportliche Aufgabe. Die erfolgreichen Händler, die ich kenne und betreut habe, finden definitiv keine Zeit einen Blog regelmäßig zu lesen (nicht einmal meinen!). Wer Abends nach 12 Stunden im Geschäft noch Zeit hat meinen Blog zu lesen, macht offensichtlich irgendetwas falsch im Leben. Etwas anders verhält es sich mit seiner Mitarbeiterin, die einen Serienbrief an die Kunden erstellen muss. Sie wird meinen Blog lieben (und liest ihn auch!).

Fazit

E-Commerce Gruppen auf Facebook sind für mich der Spielplatz für Spinner mit zu viel Zeit. Aus den dort geführten Diskussionen konnte ich bis jetzt nichts für mich gewinnen (außer Unterhaltung). Das gleiche gilt für die vielen Events und Stammtische, die im ganzen Land veranstaltet werden. Das Lesen von Fachliteratur ist günstiger und bringt hier oft viel mehr. Für Neueinsteiger ist die Zukunftswerkstatt von Google immer noch eine der besten Anlaufstationen sein Fachwissen auf Vordermann zu bringen. Die E-Commerce-Blogger-Szene im deutschsprachigen Raum muss leider erst lernen, was es bedeutet einen Blog zu schreiben. Das liegt auch daran, dass viele dieses Medium als Instrument für Marketing missbrauchen. Gute Blogs haben es schwer dagegen anzuschreiben.

5 Gedanken zu „Warum will man mich auf E-Commerce Facebookgruppen und Kaffeefahrten immer verarschen!“

  1. Was mache ich falsch, wenn ich noch Zeit habe Deinen Blog zu lesen? Aber auch ich gehöre zu den Spinnern, die seit fast 2 Jahren gegen die vielen Werbung geführten Blogs anzuschreiben.

  2. Ja, Ostern ist gerettet!
    Ich habe den Beitrag grinsend genossen, denn auch ich kriege Bauchschmerzen bei den ganzen Fachvortägen, die mir suggerieren wollen dieser oder jene Dienst wäre genau das, was mir für den erfolgreichen ecommerce fehlt!
    Taucht irgendwo der „ecommerce Rockstar“ auf der Rednerliste auf, ist die Veranstaltung für mich so gut wie gestorben.
    Also, bitte weiter so und „Frohes Fest“…

    1. Hallo Joe,

      freut mich, dass ich Dir „Ostern retten“ konnte. Deinem Kommentar kann ich nichts mehr hinzufügen und Deiner Bitte wird gesichert nachgekommen – versprochen.

      Gruß und schöne Feiertage

      Michael

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