Wochenrückblick KW10/17

 

Für gutes Kabarett habe ich immer etwas übrig. Egal ob nun neues aus der Anstalt oder der Scheibenwischer. Gut vorgebrachte Spitzen mit einer ordentlichen Prise Sarkasmus sind was feines. Diese Woche war in jedem Fall in Puncto Realsatire kaum zu übertreffen. Gehen wir also mal die Woche chronologisch durch.

Der Montag war nicht so besonders aufregend. Ich habe mich eigentlich nur mit meinem SMB Test Lab beschäftigt und dort auf dem Anwendungsserver die Datenbank MySQL und die Verwaltungsoberfläche phpMyAdmin installiert. Nun wirklich nichts spannendes.

Am Dienstag war wieder Blogger-Stammtisch in Frankfurt am Main. Wieder supernette Blogger mit ihren spannenden Blog-Projekten kennengelernt. Den dazugehörigen Blogbeitrag habe ich schon auf meinem zweiten Blog shitcon.de veröffentlicht. Ich brauche also keine großen Worte mehr hier darüber verlieren.

Damit war eigentlich die Woche schon fast gelaufen und so im Hinterstübchen plante ich sogar schon den Wochenrückblick am Sonntag ausfallen zu lassen, da es nun wirklich nichts spannendes zu berichten gab. Und meine Informationsquellen hatten mich eigentlich unterrichtet, dass erst Mitte nächster Woche meine Krabbelgruppe vom Niederrhein ein neues Release ihrer Warenwirtschaft geplant hat. Da hat mir wohl jemand ordentlichen Blödsinn erzählt.

Das neue Release der Warenwirtschaft kam dann schon diese Woche am Mittwoch. Okay, ob nun eine Woche früher oder später ist unterm Strich völlig egal, um nicht zu sagen, scheiß egal. Aber das Ganze entwickelte sich im Laufe der Woche zur absoluten Slapstick-Komik.

S-Printing Horse in Heidelberg
S-Printing Horse in Heidelberg

Wir erinnern uns kurz, dass unser E-Commerce-Conan auf seiner tollen Hausmesse öffentlich für jeden eine bessere Qualität bei neuen Software-Releases versprochen hat und ganz stolz verkündete, dafür eine extra Abteilung in seinem Kindergarten einzurichten. Das ist ja prinzipiell sehr lobenswert und auch sehr positiv zu bewerten.

Auch gut ist, dass sich die Krabbelgruppe viel Zeit mit dem neuen Release genommen hat und wichtige neue Funktionen endlich in ihrer Lösung umgesetzt hat. Auch hier sollte man eigentlich nur lobende Worte finden. Also unterm Strich gab es im Vorfeld nichts zu meckern und ich habe mich auch schön brav mit vorlauten und bissigen Kommentaren zurückgehalten. Am Mittwoch habe ich mir also das Promotion-Video zur neuen Warenwirtschaft angesehen und dann mal gleich festgestellt, das wird Stunk geben. Aber dazu komme ich noch.

Wie vor fast jedem neuen Release gibt es die eine Reihe von Kaffeefahrten (Das als Stammtische zu bezeichnen wäre eine absolute Beleidigung für jeden ordentlichen Stammtisch in dieser Republik.) auf denen die neuen Funktionen den interessierten Jüngern der E-Commerce-Lösung so richtig schmackhaft gemacht werden. Darum sind das auch keine Stammtische sondern bestenfalls Kaffeefahrten. Und natürlich freuen sich die Jünger, dass sie endlich ihren Kunden auch Skonto oder individuelle Preise für ihre Kunden festlegen oder völlig automatisch den Zahlungsabgleich durchführen können. Bei letzterem gibt es aber eine kleine Spaßbremse.

Nun meinten wohl unsere E-Commerce-Conans, das genau diese Funktion des automatischen Zahlungsabgleich gut geeignet ist, um harte Entwicklungsarbeit in klingende Münze umwandeln zu können. Natürlich haben sie auf den ganzen Kaffeefahrten kein Wort davon erzählt, dass der Spaß jetzt auch noch was kosten soll. Irgendwie kommt mir das so bekannt vor – aber egal.

Nun damit hatten wir schon mal alle Zutaten für einen Mini-Shitstorm im Forum der Krabbelgruppe zusammen. Der ist im übrigen, wer auf gutes Kabarett steht sehr lesenswert und man findet ihn unter „1.2 ist da – Kritik an Kummunikatikon“. An dieser Stelle könnte man das Thema jetzt genüsslich beenden. Wenn da nicht die neue Qualitätssicherungstruppe der Krabbelgruppe vom Niederrhein wäre.

Das bei manchen Jünger der Krabbelgruppe der Intelligenzquotient nicht gerade im oberen Drittel anzusiedeln ist, dürfte klar sein. Wenn ich das dritte Release innerhalb von 48 Stunden mit dem folgenden Satz kommentiere, dann sollte ich mich fragen, ob ich im Oberstübchen noch alles beisammen habe.

Immerhin schnell nachgebessert!

Wir halten mal chronologisch fest. Am Mittwoch wurde das neue Release veröffentlicht und am Donnerstag gab es schon gleich das Nächste. Und am Freitag haben wir dann gleich das dritte Release der Lösung zum Download veröffentlicht (Wohl gemerkt immer ein vollständiges Release mit neuer Datenbank-Version!). Also ich würde mich jetzt als Kunde fragen, was macht eigentlich die Qualitätssicherungstruppe so den ganzen Tag. Bohren die in der Nase oder schaukeln die sich die Eier, während ich als Kunde die ganzen Bugs finden und im Forum posten darf?

Da wirken dann Sprüche wie

Wir versuchen uns zu bessern, versprochen.

für mich wie der blanke Spott und Hohn. Um es noch direkter auszudrücken. Ich würde mich hier als Kunde mächtig verarscht vorkommen. Und da hilft es auch nicht zu sagen ich warte bis zum Release x.x.x.9998.

Ich glaube jetzt nicht, dass die Jünger der E-Commerce-Krabbelgruppe in Scharen sich auf die Suche nach einer besseren Lösung machen. Wie gesagt, dafür reicht zum einem der Intellekt nicht und zum anderen dürfte auch der Geldbeutel dies verhindern (Auflösung kommt noch!). Mein Erzeuger kannte schon die Weisheit, das jeden Tag fünf Idioten am Bahnhof ankommen. Die Kunst besteht darin diese zu finden. Er kannte damals nur das Internet noch nicht und wird sich wahrscheinlich in den Arsch beißen wollen: „Junge, was hätte ich für Möglichkeiten gehabt.“

Aufregen ist in jedem Fall der falsche Weg. Nun das sagt sich so einfach, wenn man selbst nicht von so einer Lösung abhängig ist. Ich brauche sie weder für meinen Blog oder sonst wie. Alternativen dazu gibt es auf dem Markt mehr als genug. Und wenn ich es mir so recht überlege, wird sich Großteil meiner Leser auch nicht für Kindergartengeschichten interessieren. Außer sie belustigen sie und dienen ausschließlich der Unterhaltung. Und dass soll ja mein Wochenrückblick auch.

Klar habe ich mich auch diese Woche wieder ernsten Themen gewidmet. Das oben ist ja auch nicht mehr als eine Randnotiz aus meinen Social Media Kanälen, die ich mit einem dicken fetten Grinsen, so zwischen dem Try and Error der Lösungsfindung, ganz nebenbei mitbekommen habe. Die meiste Zeit habe ich damit verbracht einen Small Business Server auf der Basis von Ubuntu 16.04 LTS und Zentyal aufzusetzen. Wobei man hier Versuch und ich habe wohl an einer Stelle etwas falsch gemacht, ruhig wörtlich nehmen kann.

Das liegt aber nicht unbedingt an den verwendeten Softwarekomponenten, sondern viel mehr daran, dass auch ich mal etwas zum ersten Mal machen muss, um damit auch meine Erfahrungen machen zu können. Und ganz so simpel wie sein großer Bruder aus dem Hause Kleinweich, ist dann diese Open Source Lösung doch nicht zu konfigurieren. Da gibt es ein paar echte Stolpersteine, die man erst mal kennen muss. Und somit habe ich geschlagene 3 Tage gebraucht, um eine stabil laufende Umgebung in meinem virtuellen Netzwerk hinzubekommen.

Das ich darüber im Wochenrückblick auch so wenig berichten kann, liegt einfach daran, dass es verdammt langweilig ist. Und schon wieder schaue ich 30 Minuten einer virtuellen Maschine zu, wie die Dateien des Betriebssystems auf die Festplatte kopiert werden – gähn. Verständlich, dass man sich bei solchen Arbeiten über etwas Abwechslung aus den Social Media Kanälen freut. Und zum dritten Mal zieht sich der Server die Updates aus dem Internet – es wird einfach nicht spannender.

Die letzte Erkenntnis dieser Woche ist, dass die deutsche E-Commerce-Blase wohl kurz vor dem Platzen steht. Das mag der ein oder andere Jünger der Krabbelgruppe noch verdrängen wollen, aber die fetten Jahre sind endgültig vorbei. Das kann man schon alleine daran gut erkennen, dass jährliche Kosten von 149 Euro dem ein oder anderen Online-Händler wohl richtig weh tun, ansonsten hätten Sie sich ja auch nicht zu einem kleinen Shitstorm hinreißen lassen – Wenn es mir egal ist, dann meckere ich auch nicht. In jedem Fall liegen die Renditen deutscher Online-Shops unter denen der Offline-Mitbewerber. Wer hätte das gedacht?

Damit dürfte klar sein, dass Preiserhöhungen der Zulieferindustrie die kleinen Online-Händler richtig schmerzen wird und einen ordentlichen Beitrag zum Sterben mancher Webshops leisten. Und da hilft auch kein Jammern über Amazon, eBay oder Chinesen. Wenn die Rendite des Shops bei unter einem Prozent liegt, hat der Händler ein Problem. Dem Kunden interessiert das herzlich wenig.

Natürlich habe ich auch eine ganze Reihe neuer Blogbeiträge geschrieben und einen Gastbeitrag von Lydia Zoubek hier veröffentlicht.

Zum Schluss noch eine kleine Runde “Was bin ich?” und viel Spaß beim Raten.

  1. Spielt Golf, hat immer das neueste Technik-Spielzeug, bekämpft Werbeagenturen und Consultingfirmen.
  2. Zockt, rennt Moden hinterher, fühlt sich als Gott.
  3. Will mit Tricks ganz nach oben, ist trinkfest, bückt sich nicht für einen 100-Euro-Schein.
  4. Macht Dinge schöner als sie sind, muss Fehler von anderen ausbaden, redet für andere.
  5. Kennt sich mit Technik aus, arbeitet nachts, ist schwer zu finden.
  6. Ärgert sich über Amazon, ärgert sich über Google, ärgert sich über Chinesen.
  7. Klingelt ohne rein zukommen, fährt im Kreis, wirft Päckchen.
  8. Hat in seinem Leben noch nie gearbeitet, ist überteuert, spricht in einer unverständlichen Sprache.
  9. Braucht Schönheit, benutzt Photoshop, braucht die schnellste Hardware.

Die Auflösung gibt es dann im nächsten Wochenrückblick.

2 Gedanken zu „Wochenrückblick KW10/17“

  1. Hallo Michael,

    ja, hättest Du es Dir und uns bloß erspart, den Finger in die Hürther Wunde zu legen, aber diesmal ist es nicht deshalb so schmerzhaft, weil das was Du schreibst, sinnhafte Analysen eigener Beobachtungen wären, sondern weil es einfach nur zusammengeklau(b)tes Zeugs aus einem einzigen Thread im Forum ist.

    Deine Schlußfolgerungen lassen sich auf Basis dieses Threads aber so partout nicht ziehen, die Zitate sind leider ALLE völlig aus dem Zusammenhang gerissen und – schlimmer noch – in einen falschen Zusammenhang gesetzt und auch Deine Generalkritik an der Kniepigkeit der Kundschaft von JTL findet sich im Thread überhaupt nicht wieder, ganz im Gegenteil, mal Ganz zu schweigen von der “IQ im oberen Drittel” Geschichte. Das ist verstörend, geht’s noch?

    Das heißt nicht, dass beim Release der 1.2 alles glatt lief, oh nein, das war definitiv nicht so, aber ich würde mir wünschen, dass Du Deine bekanntermaßen guten analytischen Fähigkeiten auch in Bezug auf JTL mal wieder in Schwung bringst, oder es einfach mal gut sein lässt, denn die letzten Beiträge haben eher einen Feld- oder Kreuzzug Charakter als den einer sinnhaften Auseinandersetzung mit einem Produkt oder seinen Machern oder deren Strategie, oder, oder, oder.

    Und übrigens, wenn ich hier zum wiederholten Mal lese, Alternativen dazu gäbe es mehr als genug, dann würde ich mir wirklich wünschen, dass Du da auch mal “Butter bei die Fische tust”, denn eine Google Suche bringt zwar einen ganzen Sack an sogenannten Alternativen, aber wenn man die mal wirklich testet, dann trennt sich Spreu vom Weizen schneller als Du “IQ” schreiben kannst und – da schau her – selbst bei Produkten, die ein stattliches Geld pro Jahr kosten, zeigt ein einfacher 30 Tage Selbsttest und ein intensiver Blick ins Forum (sofern das überhaupt existiert), dass Du dort ein rechtschaffenes Geld ausgibst, nur um am Ende die gleichen Probleme wie mit JTL zu haben. DIE Logik erschließt sich mir nicht.

    Was ist denn nun Deiner Meinung nach diese “Alternative” von der Du immer redest. Odoo scheint es ja wohl nicht zu sein, sonst wäre Dein “Odoo als Alternative zu JTL” Projekt ja wohl nicht so sang- und klanglos im Boden versunken. Oder bist Du immer noch am konfigurieren und debuggen? Aus vieljähriger Erfahrung mit dieser “Komplett-ERP” würde ich das nämlich auch SOFORT glauben…

    Nichts für ungut, der Kreuzzug muß hier enden, Du bewirfst Deine eigene Klientel mit Kuhfladen! Mach wieder konstruktiv mit oder bleib fern, Deine Wahl, in jedem Fall unser Gewinn…

    Gruß,
    Ingmar

    1. Hallo Ingmar,

      manchmal besteht der Sinn einfach nur darin, allen den Spiegel vor das Gesicht zu halten und als Till das ganze mit überspitzen Kommentaren zu versehen. Alles andere ist bei diesem Beitrag Spekulation und viel zu weit gedacht.

      Für Dich Ingmar, Odoo geht weiter und ist noch lange nicht abgehakt. Aber ich führe diesen Blog alleine und habe kein großes Team hinter mir, das zeitnah alle Interessen meiner Leser gleichzeitig befriedigen kann. Es gibt Themen, die sind gerade wichtiger. Darüber habe ich mich hier aber schon ausgelassen. Voraussichtlich ab Mitte diesen Jahres wird es mit Odoo weitergehen. Zuvor will ich aber die Basis in meinem Test Lab schaffen.

      Die Zielgruppe der Wawi-Anwender wird durch den Umzug aller Anleitungen zum Thema JTL-Wawi in Zukunft keine Rolle hier mehr spielen. Das ist beschlossene Sache und wird gerade auch umgesetzt. Das erklärt die im Absatz davor Planung meiner Themen. Deinen umfangreichen Gedanken werde ich am Sonntag noch mal aufgreifen.

      Gruß Michael

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