Wochenrückblick KW15/17 – Bastelstube E-Commerce

Beim Verfolgen diverser Facebook Gruppen muss ich immer wieder feststellen, wie konzeptlos und planlos viele gerade kleine Unternehmen in Bezug auf ihre IT-Infrastruktur vorgehen. Aus den meistens sehr oberflächlich gehaltenen Fragen entwickeln sich oft Diskussionen, die jedem IT-Verantwortlichen im Enterprise Segment nur ein müdes Lächeln entlocken würden. Ändern daran kann man herzlich wenig. Aber man kann zeigen wie es besser geht.

Es gibt wohl kaum eine Branche in der Anspruch und Realität so weit auseinander gehen, wie in der E-Commerce-Branche. Damit meine ich jetzt nicht die Big Player. Es sind vor allem die vielen kleinen Händler, die mächtig hinter her hinken. Ausgerechnet jene, die ohne eine stabil laufende IT-Infrastruktur nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig sind.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zu wenig Personal, zu wenig Budget aufgrund stark gesunkener Margen im Online-Handel, zu geringes Fachwissen auf der Seite des Händlers. Kurz gesagt, oft hört man die Frage, das geht doch auch für kleines Geld.

Gottes Tiergarten ist groß. Genauso groß sind auch die Möglichkeiten in der IT. Nun sollte man aber nicht jede technisch mögliche Lösung auch tatsächlich ausprobieren. Das ist weder kosteneffizient, noch besonders praktisch, geschweige den für kleines Geld zu haben.

Ich kann hier auch nur den guten Rat geben, sich keine Ratschläge oder Tipps aus irgendwelchen Facebook Gruppen zu holen. Selbst die Recherche im Internet kann für einen Laien leicht zur Stolperfalle werden. Wer mit den Grundlagen der IT schon Probleme hat, sollte sich auf verlässliche Quellen berufen.

Es gibt gerade im englischsprachigen Raum sehr gute Blogs, die mit hervorragenden Tipps aufwarten können. Gerade in der Open Source Szene gibt es davon eine ganze Reihe. Und trotzdem sollte der Weg immer zuerst einmal in die TechNet gehen. Hier hat Microsoft seine Test Lab Guides (TLGs) veröffentlicht, mit denen alle Microsoft Lösungen in einem virtuellen Testlabor ausgiebig getestet werden können, bevor sie im Unternehmen implementiert werden.

TLGs für Open Source Lösungen sind Mangelware, bzw. schlichtweg nicht vorhanden. Einzig Richard W. Brown hat auf seinem Blog eine Rudimentären Aufbau für ein Test Lab beschrieben. Dieser ist unter https://blogging.dragon.org.uk/test-networking-lab-ubuntu-on-16-04/ zu finden. Und beim Thema E-Mail hört es dann auch leider schon fast auf (Das ist mein Eindruck bis jetzt). Und suche in Google nach Ubuntu Test Lab Guide, wer steht an erster Stelle? Das ist ein Suchergebnis welches ich an dieser Stelle so nicht haben wollte!

 

Weil dem so ist, habe ich mich in der letzten Wochen wieder in der Disziplin Try and Error versucht. Das ist natürlich kein Weg um schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Allenfalls wächst mit jedem Fehlversuch auch der Frust, weil die „Scheiße“ einfach nicht funktionieren will. Wenn man dann nicht hartnäckig bleibt, kommt man schnell in die Versuchung wieder zurück zu Microsoft zu gehen. Ist ja so schön einfach.

Gerade für die Open Source Welt dürfte die Entwicklung der entsprechenden TLGs ein Segen sein. Schaue ich mir Richards Test Lab an, so ähnelt es schon sehr dem Microsoft Original.

https://blogging.dragon.org.uk/wp-content/uploads/2016/06/test-lab_ubuntu16.04-dragon.lab_.png
https://blogging.dragon.org.uk/wp-content/uploads/2016/06/test-lab_ubuntu16.04-dragon.lab_.png

Das ist per se nicht schlecht. Auch ich habe mich bei der Planung an Microsoft orientiert und bin dann bei der Recherche wie der Router zu konfigurieren ist, auf seinen Blog gestoßen. Allerdings verwerfe ich diesen Ansatz in der aktuellen Version meines Testlabors wieder. Hier kommt bei mir eine virtuelle Maschine mit OpenWRT zum Einsatz. Diese ist weit aus angenehmer zum Einrichten und zu administrieren.

Auch beim DC1, bei Richard lab-server1, gibt es einen großen Unterschied. Hier verwende ich zwar auch einen Server auf der Basis von Ubuntu 16.04 LTS. Um diesen dann zum Domaincontroller und Fileserver zu machen, verwende ich den Zentyal Small Business Server 5.0, der auf der Ubuntu Basis installiert wird.

Beim Server APP1 bleibt fast alles wie gehabt. Dieser Server wird primär als LAMP Server konfiguriert und wird dazu eine ownCloud Instanz erhalten. Je nach Einsatzszenario bietet sich aber auch eine Installation vom Microsofts SQL Server vNext auf dieser Maschine an. Hier bin ich mir aus den Erfahrungen der letzten Woche noch nicht zu 100% sicher.

Wie bei Microsoft und Richard, gibt es auch in meinem Testlabor einen Client. Eigentlich sind es sogar zwei. CLIENT1 mit Ubuntu 16.04 LTS als Masterclient. Weil aber reale Anwender nicht ohne ihre Windows können, wird noch ein zweiter Client auf der Basis von Windows 10 dazukommen. An diesem Thema habe ich in der letzten Woche sehr intensiv gearbeitet.

Was bei Richard fehlt, aber was bei Microsoft und in meine Testlabor ebenso wenig fehlen darf, ist das Internet in Form des Servers INET. Auch hier handelt es sich im Prinzip um einen LAMP Server, der zusätzlich noch den DNS Server Bind und die Mail Services Dovecot und Postfix erhalten wird.

Damit bin ich schon fast am Ende. In dieser Woche werde ich wohl die Base Configuration des Open Source Test Lab Guides abgeschlossen haben. Danach wird es daran gehen, die Umgebung mit den entsprechenden Betriebsszenarien endlich zum Leben zu erwecken. Hier ist schon ein bisschen Vorarbeit getan worden. Und wenn das alles läuft und noch etwas Zeit bis zu Ubuntu 18.04 LTS ist, dann werde ich auch wieder ein bisschen E-Commerce hier machen.

In diesem Sinne frohe Ostern an alle meine Leser.

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