Workplace by Facebook – Facebook für Unternehmen?

Was jetzt kommt, halte ich aus datenschutzrechtlichen Gründen für sehr gefährlich. Workplace by Facebook mag auf den ersten Blick eine tolle Sache mit richtig guten Funktionen für kleine und mittlere Unternehmen sein. Es gibt aber mehrere Gründe sich die Sache sehr gut zu überlegen, bevor man hier für seine Organisation sein eigenes Facebook einrichtet.

Ein Who is Who, quasi die Rocky Horror Picture Show, ist in großen Unternehmen Standard und teil des Intranet. Meistens beschränken sich diese Lösungen auf das reine Anzeigen von Kontaktinformationen der Mitarbeiter der Organisation. Chat oder Diskussionsmöglichkeiten in Form von Gruppenforen werden eher stiefmütterlich behandelt. Hier wird immer noch der klassische Weg des Meetings in geschlossenen Räumen genommen.

Offensichtlich scheint es auf Facebook einige geschlossene Gruppen zu geben, die Mitarbeiter als zusätzlichen Kommunikationskanal missbrauchen. Ansonsten wäre die zuckerbergsche Bedürfnisanstalt nicht auf die Idee gekommen ein Facebook für Unternehmen an den Start zu bringen. Und das kostet das Unternehmen noch nicht einmal einen Cent. Und genau hier liegt für mich der Haken. Als Privatmann bezahle ich mein Facebook mit Informationen, die ich freiwillige hergebe. Wenn das auch für Unternehmen gilt, dann ist das der Weg zur legalen Betriebsspionage.

Die Einrichtung des Workplace by Facebook ist kinderleicht und wie üblich wird auf den unnötigen rechtlichen Firlefanz komplett verzichtet. Ich musste nur den Link in der Time-Line meiner Facebook-Seite anklicken und im ersten Schritt einfach meine E-Mail-Adresse angeben und auf Weiter klicken.

Danach habe ich eine E-Mail mit der Bestätigungsmail erhalten. Auch hier waren keine Informationen zu den AGBs und Datenschutzbestimmungen enthalten. Wie immer kauft man also die Katze im Sack und weiß nicht wirklich, auf was man sich da einlässt.

Prima, ich bin also die erste Person von schaemicon.de, die sich bei Workplace anmeldet. Interessant ist die Information im kleingedruckten: Alle Personen mit einer @schaemicon.de-E-Mail-Adresse können deiner Community beitreten. In diesem Fall wird die Community überschaubar bleiben, da nicht allzu viele Menschen über eine E-Mail-Adresse mit dieser Endung verfügen. Um genau zu sein, ist es genau eine Person.

Als Nächstes soll ich mein Team zum Workplace bringen – Bring your team to Workplace. Okay der Team Name war nicht schwer festzulegen: Blog-Team.

Warum ich ausgerechnet mich selbst dem Team zuordnen musste, wird wohl auf ewig ein Geheimnis der zuckerbergschen Bedürfnisanstalt bleiben. Ich nenne so etwas schizophren.

„Hey I’ve created a group on Workplace. Let’s try it out together!“ Dass ich hier etwas schizophren sein muss, habe ich ja schon bemerkt. Aber das treibt es nun wirklich auf die Spitze. Also beim Thema KI (künstliche Intelligenz) müssen die bei Facebook noch mächtig dazu lernen.

Fazit

Workplace by Facebook stinkt stark nach Facebook. Für meinen persönlichen Geschmack mächtig zu viel. Als Unternehmer würde ich etwas kalte Füße bekommen, wenn meine Mitarbeiter betriebliche Interna freimütig auf diesem Workspace diskutieren würden. Beim Thema Zusammenarbeit in Projekten hätte ich sowieso meine Bauchschmerzen. Auch wenn es sich förmlich anbietet, die bekannte Facebook-Oberfläche dafür zu missbrauchen.

Aber vielleicht hat ja der eine oder andere noch ein paar Gedanken und Anmerkungen, auf die ich hier noch gar nicht verfallen bin.

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