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  • Kein Ziel. Kein Plan. Kein Fortschritt.

    Kein Ziel. Kein Plan. Kein Fortschritt.

    Ein Feldweg im Schnee, kein Ziel in Sicht und kein Versprechen im Kleingedruckten: Während anderswo Fortschritt gepitcht, Zukunft beschworen und Alternativlosigkeit simuliert wird, liegt diese Landschaft einfach da und verweigert jede Teilnahme. Keine Roadmap, kein Update, keine Vision – nur Spuren von jemandem, der losgegangen ist, ohne vorher ein Strategiepapier zu lesen. Der Wald im Hintergrund steht unbeirrt herum, völlig unbeeindruckt von Cloud, Transformation und Innovationszyklen, und beweist damit etwas höchst Unangenehmes: Dass Stabilität auch ohne Dauerbeschallung, Optimierung und Purpose-Claims existieren kann. Ein Bild wie ein stiller Affront – gegen Tempo, gegen Bedeutungshuberei, gegen die Idee, dass alles ständig irgendwohin muss.

  • Betriebsstätte im Kopf des Algorithmus

    Betriebsstätte im Kopf des Algorithmus

    Ich habe keinen Betrieb. Keine Angestellten, keine Kundschaft, kein Klingelschild mit Öffnungszeiten. Kein Faxgerät im Flur, keine Kaffeemaschine für Mitarbeitende, keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Kopfkissen. Und trotzdem bekam ich Post vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Betreff: „Rundfunkbeitrag für Ihre Betriebsstätte“. Aktenzeichen inklusive. Das Ganze wirkte erstaunlich entschlossen für etwas, das es schlicht nicht gibt.

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  • Machtfantasien des weltpolitischen Bodenpersonals

    Machtfantasien des weltpolitischen Bodenpersonals

    Während in der Air Force One Drohungen ausgesprochen, Länder markiert und die Weltordnung neu sortiert wird, steht in Bettendorf eine Krippe.
    Keine Forderungen, keine Eskalationsstufen, kein „Deal des Jahrhunderts“.
    Nur Holz, Licht und die Erzählung davon, dass Macht auch ohne Drohgebärden existieren kann.
    Unvorstellbar?
    Nicht ganz.

  • Bettendorf in der blauen Stunde

    Bettendorf in der blauen Stunde

    Die Ruhe vor der nächsten morgendlichen Rushhour …

  • Cetina, Festungen und Geschichte, die Google nicht kennt

    Cetina, Festungen und Geschichte, die Google nicht kennt

    Der Tag begann – wenig überraschend – nicht mit Luxus, sondern mit Realität. Nach dem Stromausfall vor ein paar Tagen nun das nächste Kapitel kroatischer Infrastrukturromantik: Wasserabschaltung im Hotel. Von 8 bis 12 Uhr. Man lernt auf so einer Reise erstaunlich schnell, Prioritäten zu setzen. Zum Beispiel, wann man duscht – oder wann man akzeptiert, dass Hygiene heute eher ein theoretisches Konzept bleibt.

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  • Meinungsfreiheit, solange sie nicht stört

    Meinungsfreiheit, solange sie nicht stört

    Ich habe die Nachrichten an Heiligabend 2025 als verstörend empfunden. Nicht wegen einer einzelnen Meldung, sondern wegen der Richtung, die sich abzeichnet. Menschen widersprechen offensichtlichen Fakes, melden Hasskommentare oder unterstützen Betroffene digitaler Gewalt – Dinge, die in Europa unter Demokratie laufen und keiner gesonderten Erklärung bedürfen. Und plötzlich stellt man fest: Genau dieses Engagement kann inzwischen ausreichen, um politisch aufzufallen. Allerdings nicht in Brüssel. Sondern in Washington.

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  • Piraten, Karst und Vollpension im Hochsicherheitsbereich

    Piraten, Karst und Vollpension im Hochsicherheitsbereich

    Was als entspannter Tagestrip von Split über Omiš nach Brela begann, entwickelte sich schnell zu einer Mischung aus Piratenromantik, Karstkunde und unfreiwilligem Probewohnen im Hochsicherheitsbereich.

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  • Split – Mann spricht Deutsch

    Split – Mann spricht Deutsch

    Manchmal glaubt man ja, die Nachsaison sei eine Zeit der Ruhe, Entspannung und leer gefegten Altstädte. Tja, willkommen in Split – wo „überlaufen“ noch die höfliche Variante von „Völkerwanderung mit Sonnenhutpflicht“ ist. Wir wollen gar nicht wissen, was hier im Sommer abgeht. Wahrscheinlich hat Diokletian seinen Palast nicht aus Stein, sondern aus purer Verzweiflung gebaut.

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  • Operation Meerblick: Wie wir geplant von Zadar nach Split weiterzogen (Chaos als Strategie)

    Operation Meerblick: Wie wir geplant von Zadar nach Split weiterzogen (Chaos als Strategie)

    Es gibt Reisen, die schreibt man sich in aller Ruhe in den Kalender, plant jedes Detail, jede Abzweigung, jede Hotelübernachtung. Und dann gibt es unsere Reise – wobei man fairerweise betonen muss: Natürlich war von Anfang an geplant, von Zadar nach Split weiterzufahren. Das stand fest, glasklar, ein Fels in der Brandung. Egal, was die Leute sagen, die uns beobachtet haben, wie wir am Morgen etwas verwirrt im Frühstücksraum standen, während die Lichter flackerten, erloschen und am Ende nur noch die Kerzen brannten.

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  • Vom Bunker in den Kerker – ein Tag zwischen Wasserfall, Wahnsinn und „Wäre es nicht besser ohne Menschen?“

    Vom Bunker in den Kerker – ein Tag zwischen Wasserfall, Wahnsinn und „Wäre es nicht besser ohne Menschen?“

    Der Morgen begann im Hotel Delfin, einem Haus, das auf einem ehemaligen italienischen Bunker steht. Und ehrlich: Man spürt es. Nicht wegen heroischer Geschichte oder tragischer Architektur – nein. Sondern weil das Badezimmer mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit exakt die Maße des ursprünglichen Munitionslagers hat. Spatzlchen bezeichnete es als „etwas zu klein“. Das ist nett ausgedrückt. „Einpersonenkonzept mit Überwindungsfaktor“ trifft es besser. Wer romantische Wellnessmomente erwartet, bekommt stattdessen den Charme einer feldgrauen Einmann-Dusche anno 1918. Dafür historisch. Ganz groß im Trend.

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