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  • Wenn der mächtigste Mann der Welt keine Eier in der Hose hat

    Wenn der mächtigste Mann der Welt keine Eier in der Hose hat

    Manchmal staunt man einfach nur. Da sitzt er also, der selbst ernannte „mächtigste Mann der Welt“, im prunkvollen Oval Office, verkündet den Beginn eines militärischen Feldzugs, setzt einen Vier-Wochen-Zeitplan und tut so, als hätte er die Welt im Griff. Und was passiert? Nun, fast nichts. Eigentlich nichts, was über den Anstieg des Ölpreises hinausgeht. Regimewechsel? Fehlanzeige. Entwaffnung des Iran? Fehlanzeige. Kontrolle über die Straße von Hormus? Auch Fehlanzeige. Dafür gibt es etliche Schlagzeilen, Tamtam und die bewährte Inszenierung eines glorreichen Sieges – alles aus dem sicheren Büro in Washington heraus, während andere die Schäden ausbaden.

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  • Blaue Stunde in Marienfels – wenn selbst die Kamera kurz deprimiert ist

    Blaue Stunde in Marienfels – wenn selbst die Kamera kurz deprimiert ist

    Die blaue Stunde ist ja bekanntlich der heilige Gral der Landschaftsfotografie: magisches Licht, dramatischer Himmel, perfekte Stimmung. In der Praxis bedeutet das meistens: kalt, feucht, und irgendwo hängt garantiert eine Stromleitung durchs Bild.

    Also stand ich in Marienfels an der alten Brücke, wartete geduldig auf den großen fotografischen Moment – und bekam stattdessen das, was man wohl als „realistische Dorfromantik“ bezeichnen kann. Die Kirche schaut stoisch über den Bach, das Wasser fließt dank Langzeitbelichtung geschniegelt darunter durch, und die Straßenlaterne sorgt für genau die Portion Chaos, die man in einem eigentlich idyllischen Motiv unbedingt braucht.

    Kurz gesagt: Die blaue Stunde hat geliefert. Nur eben anders als geplant.

  • RAW geladen, Talent wird nachgereicht

    RAW geladen, Talent wird nachgereicht

    Man steht an der Isar in Bad Tölz, richtet bei 10 mm alles millimetergenau mit der Wasserwaage aus, kämpft mit Regen, nasser Linse und fünf Sekunden Belichtungszeit – und am Ende sitzt man vor dem RAW wie ein Azubi am ersten Tag im Maschinenraum von Darktable. Der Kies ist scharf, die Stadt leuchtet tapfer, der Himmel spielt blaue Stunde, und irgendwo zwischen „Farbkalibrierung“ und „Filmic RGB“ dämmert die Erkenntnis: Das Motiv war bereit, nur der Fotograf muss noch ein paar Updates installieren. Aber gut – Meister fallen nicht vom Himmel, sie stehen erstmal frierend im Regen und nennen es Lernprozess.

  • Blaue Stunde oder: Wenn selbst die Brücke nasse Füße bekommt

    Blaue Stunde oder: Wenn selbst die Brücke nasse Füße bekommt

    Konstanz im gepflegten Abendblau: Geschniegelt spannt sich die Brücke über den Rhein, während unten das Wasser so glatt daliegt, als hätte es einen Kurs in meditativer Selbstoptimierung besucht. Ein paar Lichtpunkte tropfen dekorativ nach unten und behaupten, das hier sei große Romantik. In Wahrheit stand da nur ein Fotograf am Ufer, leicht durchfeuchtet, bemüht, Kamera und Restwürde gleichzeitig trocken zu halten. Der Wind hielt sich zurück, der Regen nicht ganz – und irgendwo zwischen klammen Fingern und Langzeitbelichtung entstand dieses Bild, das jetzt so tut, als wäre das alles pure Absicht gewesen. Manchmal ist die blaue Stunde eben weniger Sonnenuntergangs-Postkartenkitsch und mehr stilles Ausharren mit leicht nassen Füßen.

  • Der Hochsitz der alternativen Realität

    Der Hochsitz der alternativen Realität

    Da steht er, leicht erhöht, fest verschraubt im eigenen Weltbild und mit freiem Blick nach unten. Der Hochsitz – einst gebaut, um Wild zu beobachten – wirkt plötzlich wie ein Symbol moderner Selbstüberschätzung. Zwei Öffnungen, ein dunkles Inneres und ein Dach, das mehr aussagt, als es Schutz bietet. Wer hier Platz nimmt, braucht keine Tarnung mehr.

    Fotografiert aus der Distanz, mit langer Brennweite und bewusstem Verzicht auf technische Perfektion. Herausgekommen ist ein Bild über Machtfantasien im Nirgendwo, über das Beobachtetwerden ohne Beobachter und über Konstrukte, die nur so lange stabil wirken, wie man sie nicht isoliert betrachtet.

  • Blende 8. Blende 11. Drama: keins.

    Blende 8. Blende 11. Drama: keins.

    Dieses Bild ist mit einem billigen Kit-Objektiv entstanden. Kein Geheimtipp, kein Vintage-Mythos, keine Offenblenden-Eitelkeit. 55 mm, APS-C, Stativ, Zeit. Erst mit Blende 8, dann mit Blende 11 – und ja, der Vordergrund ist einen Tick schärfer, der Übergang zur Unschärfe rutscht ein paar Zentimeter nach hinten. Mehr passiert nicht.
    Das ist kein Fehler, das ist die Erkenntnis: Gute Fotos scheitern selten an der Blende und fast nie am Objektivpreis. Sie scheitern daran, dass man sie nicht macht. Oder kein Stativ dabei hat.

  • Leider nicht grün genug

    Leider nicht grün genug

    Eigentlich wäre alles perfekt: Burg, Brücke, Fachwerk, blaue Stunde. Wäre da nicht die Jahreszeit. Denn ohne sattes Grün gilt so ein Bild bekanntlich nur als halb fertig. Also stehen hier kahle Bäume, winterlich ernüchtert, während die Burg tapfer versucht, mit warmem Licht Stimmung zu retten. Die Lahn fließt unbeirrt weiter, der Himmel liefert zuverlässig Blau – aber das Laub? Hat sich kollektiv in den Kompost verabschiedet. Fotografie ist eben auch die Kunst, zur falschen Zeit am richtigen Ort zu sein.

  • Planetenweg ohne Filter | 24 mm, f/8

    Planetenweg ohne Filter | 24 mm, f/8

    Vier Fotos von einem Planetenweg. Mehr braucht es nicht, um die Latte für diesen Blogbeitrag endgültig ins Bodenlose abzusenken. Kein Anspruch, keine Erkenntnis, kein Mehrwert – nur die konsequente Dokumentation einer Idee, die sich selbst nicht ernst nimmt.

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  • Übergang ohne Pathos

    Übergang ohne Pathos

    Am Fluss einer fränkischen Kleinstadt spannt sich eine Brücke, die keine Geschichten erzählen will. Sie steht einfach da, trägt zuverlässig und spiegelt sich selbstzufrieden im Wasser. Die historische Kulisse dahinter bleibt bewusst im Hintergrund – Architektur als Dienstleistung, nicht als Tourismusbroschüre.

  • Geräte sind keine Haltung – warum Inventarlisten Orientierung nicht ersetzen

    Geräte sind keine Haltung – warum Inventarlisten Orientierung nicht ersetzen

    Es scheint wieder in zu sein, über die eigenen Geräte und über Software zu schreiben. Gab’s vor zwanzig Jahren schon einmal. Damals hießen die Beiträge „Mein Set-up“, heute heißen sie „Transparenz“. Der Inhalt ist derselbe: eine Liste. Ordentlich, vollständig, folgenlos.

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