Schlagwort: Sonnenuntergang

  • Sonnenuntergang am Nordumfluter: Warum dieses Bild ganz bewusst kein Instagram-Zirkus wurde

    Sonnenuntergang am Nordumfluter: Warum dieses Bild ganz bewusst kein Instagram-Zirkus wurde

    Manchmal braucht es für ein gutes Landschaftsbild erstaunlich wenig. Kein Kajak im Vordergrund, keinen Fahrradlenker als Beweis dafür, dass man „wirklich dort war“, und auch keinen verzweifelt drapierten Ast für mehr „Tiefe“. Stattdessen: Abendlicht, Wasser, Schilf und absolute Ruhe an der alten Schleuse am Nordumfluter der Spree bei Alt Zauche. Außer zwei älteren einheimischen Herren, die offenbar spontan die örtliche Kontrollinstanz für fremde Fotografen übernommen hatten, war dort niemand unterwegs. Fotografiert wurde mit der Canon EOS 250D und dem oft unterschätzten 18–55-mm-Kitobjektiv bei 18 mm Brennweite. Mehr Weitwinkel hätte dem Bild eher geschadet und zusätzlich belanglose Randbereiche eingesammelt, die ungefähr so spannend gewesen wären wie die Bedienungsanleitung eines Toasters.

    Entscheidend war am Ende weniger die Technik als die Position. Das Stativ wurde bewusst auf etwa 1,5 Meter Höhe gebracht, damit das vordere Schilf nicht die halbe Szene überwuchert und stattdessen mehr Himmel und Spiegelung ins Bild kommen. Zusammen mit Polfilter und Verlaufsfilter blieb die Stimmung angenehm natürlich: kein radioaktiv leuchtender HDR-Himmel, keine digitale Kernschmelze in Orange, sondern einfach ein ruhiger Spreewaldabend mit Wasser, Licht und dunklen Waldflächen. Und genau deshalb funktioniert das Bild wahrscheinlich auch ohne jeden Vordergrund-Zirkus. Die Landschaft trägt sich komplett selbst – was nebenbei bedeutet, dass das Motiv vermutlich hervorragend als Puzzle geeignet wäre. Zum Glück muss ich es aber nicht selbst puzzeln.

  • Fast perfekt – wäre da nicht ich gewesen

    Fast perfekt – wäre da nicht ich gewesen

    Ein Sonnenuntergang, wie aus dem Lehrbuch: warmes Licht, das sich durch knorrige Äste kämpft, ein Geländer als saubere Linie ins Bild und irgendwo dahinter diese ruhige Weite, die eigentlich alles trägt. Eigentlich. Denn im Vordergrund liegt das wahre Drama – ein Teppich aus Gras und Laub, der sich redlich bemüht, genauso wichtig zu sein wie der Sonnenuntergang. Ist er aber nicht. Und irgendwo dazwischen steht der Fotograf, der diesmal erstaunlich oft „Stopp“ gesagt hat, bevor er alle Regler endgültig ins Jenseits geschoben hat. Man könnte fast meinen, er lernt dazu. Fast.

  • Zadar – eine unglaubliche Stadt, viele Deutsche, viel Sonne, ein bisschen Schatten. Und ja: die beste Meeresorgel der Welt!

    Zadar – eine unglaubliche Stadt, viele Deutsche, viel Sonne, ein bisschen Schatten. Und ja: die beste Meeresorgel der Welt!

    Zadar, meine Freunde, war ein ganz großer Tag. Wirklich groß. Manche sagen sogar, der größte Tag unseres Roadtrips. Und wer bin ich, ihnen zu widersprechen? Ich habe viele Städte gesehen – wunderschöne Städte –, aber Zadar hat etwas ganz Besonderes. Es hat Stil, es hat Geschichte, es hat Sonne. Und es hat – halten Sie sich fest – eine Meeresorgel! Niemand hat je eine Meeresorgel so gut gebaut wie die in Zadar. Niemand. Ich habe viele Orgeln gesehen – Kirchen, Kathedralen, Trump-Tower-Lobby –, aber das hier? Das ist Big League.

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