Schlagwort: Blaue Stunde

  • Fotograf beim Unterarmstütz

    Fotograf beim Unterarmstütz

    Es gibt zwei Möglichkeiten, auf einer Hafenpromenade in der blauen Stunde zu fotografieren: Man stellt das Stativ ordentlich hin – oder man folgt dem alternativen Trainingsplan.

    Während unsere Trainerin Urlaub machte und uns freundlicherweise dazu aufforderte, weiterhin brav den Unterarmstütz zu üben, ergab sich hier eine praktische Gelegenheit. Kamera runter, Bauchspannung halten, Ellenbogen stabilisieren und hoffen, dass niemand denkt, der Fotograf hätte einfach schlappgemacht.

    Der Vorteil dieser Methode: Die Kamera kommt auf Pflasterstein-Niveau und das nasse Kopfsteinpflaster reflektiert die Lichter der Promenade perfekt. Der Nachteil: Der Fotograf merkt plötzlich, dass so ein Unterarmstütz länger dauert als gedacht – besonders, wenn man noch auf den richtigen Moment der blauen Stunde wartet.

    Am Ende bleibt also die Erkenntnis: Manchmal ist Landschaftsfotografie einfach nur funktionelles Training.

  • Blaue Stunde in Marienfels – wenn selbst die Kamera kurz deprimiert ist

    Blaue Stunde in Marienfels – wenn selbst die Kamera kurz deprimiert ist

    Die blaue Stunde ist ja bekanntlich der heilige Gral der Landschaftsfotografie: magisches Licht, dramatischer Himmel, perfekte Stimmung. In der Praxis bedeutet das meistens: kalt, feucht, und irgendwo hängt garantiert eine Stromleitung durchs Bild.

    Also stand ich in Marienfels an der alten Brücke, wartete geduldig auf den großen fotografischen Moment – und bekam stattdessen das, was man wohl als „realistische Dorfromantik“ bezeichnen kann. Die Kirche schaut stoisch über den Bach, das Wasser fließt dank Langzeitbelichtung geschniegelt darunter durch, und die Straßenlaterne sorgt für genau die Portion Chaos, die man in einem eigentlich idyllischen Motiv unbedingt braucht.

    Kurz gesagt: Die blaue Stunde hat geliefert. Nur eben anders als geplant.

  • RAW geladen, Talent wird nachgereicht

    RAW geladen, Talent wird nachgereicht

    Man steht an der Isar in Bad Tölz, richtet bei 10 mm alles millimetergenau mit der Wasserwaage aus, kämpft mit Regen, nasser Linse und fünf Sekunden Belichtungszeit – und am Ende sitzt man vor dem RAW wie ein Azubi am ersten Tag im Maschinenraum von Darktable. Der Kies ist scharf, die Stadt leuchtet tapfer, der Himmel spielt blaue Stunde, und irgendwo zwischen „Farbkalibrierung“ und „Filmic RGB“ dämmert die Erkenntnis: Das Motiv war bereit, nur der Fotograf muss noch ein paar Updates installieren. Aber gut – Meister fallen nicht vom Himmel, sie stehen erstmal frierend im Regen und nennen es Lernprozess.