Warum diese Reise von Bettendorf nach Luckenwalde?

Wer glaubt, eine Radreise beginne mit dem ersten Tritt in die Pedale, hat wahrscheinlich noch nie versucht, eine gute Geschichte darüber zu erzählen.

Denn wer sich durch Radreiseblogs, YouTube-Videos oder soziale Medien klickt, begegnet erstaunlich oft denselben Zutaten: immer neuen Strecken, immer neuen Herausforderungen, den schönsten Panoramen und – irgendwo dazwischen – Produkttests, Kaufempfehlungen und dem Hinweis, warum ausgerechnet dieses Teil auf keiner Radreise fehlen darf. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass viele Radreisen nur die Verbindung zwischen zwei Werbeblöcken sind.

Ich stehe mit meinem eigenen Blog vor einem ganz ähnlichen Problem. Beruflich bleibt mir in der Regel nur eine Woche im Jahr für eine größere Radreise. Irgendwann sind die Radwege der näheren Umgebung beschrieben, die schönsten Aussichtspunkte fotografiert und auch die dritte Tour über denselben Radweg verkauft sich nicht plötzlich als Weltneuheit. Also stellte sich mir die Frage: Was dann?

Um meinen Blog mit besseren Bildern zu bereichern, habe ich mich in den vergangenen Jahren intensiver mit der Fotografie beschäftigt. Doch auch hier schien die Welt erstaunlich einfach zu sein. Spektakuläre Sonnenaufgänge, spektakuläre Sonnenuntergänge und dazwischen möglichst viel Drohne. Das sieht oft großartig aus – aber irgendwann fragte ich mich, ob das wirklich die Art von Bildern ist, die ich machen möchte. Mein Budget war für einen Helikopter ohnehin etwas knapp. Und falls die Bilder am Ende nichts taugen, liegt es selbstverständlich ausschließlich an der Kamera.

Je länger ich über die Themen Radreisen, Radwandern und Fotografie nachdachte – und je mehr Gedanken ich gemeinsam mit ChatGPT entwickelte –, desto klarer wurde mir, dass ich gar nicht nach neuen Routen und Motiven suchte. Ich suchte nach einer anderen Sichtweise. Mich interessieren nicht mehr in erster Linie Sehenswürdigkeiten, Streckenkilometer oder die Frage, wo es den größten Eisbecher entlang der Route gibt. Ich wollte herausfinden, was eine Radwanderung oder Radreise für mich eigentlich ausmacht – und wie sich genau das fotografieren lässt.

Und dann kam mir dabei diese scheinbar absurde Frage in den Sinn:

Was verbindet Kläranlagen? Die Antwort ist ganz einfach: Deutschlands beliebteste Fernradwege!

Genau hier beginnt mein Konzept.

Ich möchte euch mit meinen Bildern mit auf meine Radreise quer durch Deutschland nehmen. Für die Sehenswürdigkeiten gibt es schließlich schon Instagram.

Ob dieses Konzept funktioniert, weiß ich heute noch nicht. Vielleicht trägt es über mehr als sieben Etappen. Vielleicht landet das Konzept schon nach der ersten Kläranlage im digitalen Mülleimer.

Ich bin selbst gespannt.

Und genau deshalb fahre ich los.

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