Spoiler: „Auch ich musste dazulernen!“
Es ist wirklich faszinierend. Da draußen diskutieren Menschen mit erstaunlicher Leidenschaft darüber, welches ERP-System jetzt endlich das Universum retten wird. JTL, Odoo, Shopware (als Beispiel für ein Shopsystem), irgendwas mit Cloud, irgendwas mit KI – völlig egal. Hauptsache, man hat eine Meinung. Und am besten noch eine sehr laute. Denn eins ist sicher: Wer am lautesten „Das ist alles Schrott!“ ruft, muss ja zwangsläufig recht haben. Oder?
Die große Illusion vom perfekten Tool
Die Standardfrage lautet:
„Welches System ist das richtige?“
Und dann geht’s los. Feature-Vergleiche, Preisdiskussionen, Roadmaps. „Ich habe da einen Kunden, bei dem hat das super funktioniert.“
Ja, herzlichen Glückwunsch.
Währenddessen sieht die Realität in den Projekten ungefähr so aus:
- Daten stimmen vorn und hinten nicht
- Schnittstellen brechen bei jedem zweiten Update
- Prozesse sind irgendwo zwischen „historisch gewachsen“ und „keiner weiß mehr, warum“
- drei Systeme behaupten gleichzeitig, die Wahrheit zu kennen
Aber klar – das Problem ist bestimmt, dass das ERP nicht hip genug ist.
Willkommen in der Realität
In der echten Welt scheitern Projekte nicht daran, dass ein System keine Funktion hat.
Sie scheitern mehr daran, dass:
- niemand weiß, welche Daten korrekt sind
- Integrationen auf wackeligen Konstrukten basieren
- jede Änderung ein kleines Abenteuer ist
- Updates eher als Bedrohung wahrgenommen werden und nicht als Verbesserung
Mein persönliches Highlight:
Eine Schnittstelle funktioniert – bis zum nächsten Update. Danach existiert sie entweder nicht mehr oder macht irgendwas, aber sicher nicht das, was sie soll.
Aber hey, die Hauptsache ist, das Dashboard sieht gut aus.
Die Sache mit den Expertenmeinungen
Wer sich ein wenig im E-Commerce-Umfeld bewegt, stolpert früher oder später über sehr klare Meinungen.
Zum Beispiel hier: https://wortfilter.de/odoo-jtl-alternative/ oder hier: https://wortfilter.de/jtl-servicepartner-warnt-jtl-2-0-bugs/.
Dort wird dann auch gerne mal sehr deutlich erklärt, warum Systeme wie https://wortfilter.de/rant-jtl-software-gmbh-ihr-seid-und-bleibt-eine-frittenbude/ angeblich am Ende sind, grundlegend falsch gebaut wurden oder perspektivisch keine Zukunft haben.
Das Problem daran ist nicht die Kritik. Kritik ist wichtig. Das Problem ist:
Sie kratzt oft nur an der Oberfläche.
Denn ob ein System „gut“ oder „schlecht“ ist, entscheidet sich nicht an:
- einzelnen Architekturentscheidungen
- persönlichen Erfahrungen
- oder daran, wie elegant ein Update läuft
Sondern daran, wie es in eine Gesamtarchitektur eingebettet ist. Und genau dieser Kontext fehlt in vielen dieser Diskussionen komplett.
Das eigentliche Problem (Spoiler: Es ist langweilig)
Jetzt kommt der Teil, den niemand hören will:
Das Problem sind nicht die Tools. Es sind die Daten.
Ich weiß, das klingt nicht sexy. Niemand bekommt glänzende Augen bei:
- Datenmodellen
- Schnittstellendefinitionen
- klaren Verantwortlichkeiten
Stattdessen redet man lieber über:
- „moderne Plattformen“
- „innovative Lösungen“
- „skalierbare Architekturen“
Die dann auf einer Datenbasis laufen, die schon beim Import der Produktdaten Bauchschmerzen verursacht. Über Auftrags- und Kundendaten reden wir lieber nicht.
Warum diese Diskussionen so herrlich sinnlos sind
Tool-Debatten haben einen unschlagbaren Vorteil:
Sie sind einfach.
- Man kann sie emotional führen
- Man kann sich wunderbar aufregen
- Man kann Gewinner und Verlierer küren
Datenarchitektur hingegen ist:
- mühsam
- komplex
- unerquicklich ehrlich
Und vor allem: Sie zwingt einen dazu, sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen.
Und wer will das schon?
Der Denkfehler in Reinform
Die meisten glauben:
„Wenn wir das richtige System haben, wird alles gut.“
Die Realität:
Wenn deine Daten Mist sind, hast du mit einem neuen System einfach nur schneller Mist.
KI? Skaliert euren Mist.
Automatisierung? Verteilt euren Mist.
Reports? Visualisieren deinen Mist – immerhin in Farbe.
Und dein Servicepartner nennt es anschließend Fortschritt!
Der unbequeme Perspektivwechsel
Die einzige Frage, die wirklich zählt, ist:
Welche Daten müssen bei uns stimmen – egal, welches System dahinter hängt?
Und plötzlich wird es still. Weil das bedeutet:
- Verantwortung definieren
- Strukturen festlegen
- Dinge sauber bauen
Also genau das Gegenteil von „Wir installieren mal schnell ein neues Tool“.
Wie eine souveräne Architektur wirklich aussieht
Und genau hier wird es spannend.
Nicht das ERP ist das Zentrum.
Nicht der Shop.
Und nicht das fancy neue Tool.
Sondern eine saubere, kontrollierte Daten- und Integrationsschicht.
Hier eine vereinfachte Darstellung:

Was man hier sieht:
- Systeme sind austauschbar
- Daten sind entkoppelt
- Prozesse laufen nicht mehr im ERP
- Integrationen sind stabil, weil sie nicht an Tabellen hängen
Oder anders gesagt:
Das ERP wird vom Herzstück zum Bauteil.
Was dann passiert (und warum das keiner mag)
Wenn man diesen Ansatz wirklich verfolgt:
- werden Systeme austauschbar
- verlieren Tools ihren Heiligenstatus
- verschwinden viele Ausreden
Und das ist der eigentliche Skandal:
Man kann die Schuld dann nicht mehr auf die Software schieben.
Fazit
Solange im E-Commerce weiter darüber diskutiert wird, welches System das beste ist, wird sich nichts ändern.
Weil die eigentlichen Probleme unangetastet bleiben:
- schlechte Daten
- fehlende Struktur
- wilde Kopplungen
Oder ganz einfach:
Nicht das Tool ist das Problem. Du bist es. Bzw. deine Daten.
Alles andere ist nur eine kostenintensive Ablenkung.
Anmerkung von mir:
Meine persönlichen Erfahrungen und Einstellungen zu Unternehmen in der E-Commerce-Branche waren für diese Betrachtung unerheblich. Ich habe mit Unterstützung von ChatGPT diesen Artikel erstellt, um eine neutrale, konstruktive und weiterführende Diskussionsgrundlage zu diesem Thema zu schaffen. Die Diskussion dazu darf gerne in den Kommentaren weitergeführt werden.

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