Regenromantik auf Spreewälder Art

Manchmal gibt es diese Urlaubstage, an denen das Wetter einfach jede Diskussion verweigert. Der heutige Tag war genau so einer. Dauerregen, frische 8 Grad und ein Himmel, der aussah, als hätte er sämtliche Grautöne im Sonderangebot gekauft. Also genau die richtige Stimmung für einen Ausflug nach Lübbenau.

Unser erstes Ziel war das Spreewaldmuseum Lübbenau. Und offen gesagt: Bei diesem Wetter fühlt sich ein trockenes Museum plötzlich wie purer Luxus an. Während draußen der Regen konsequent jeden Quadratmeter bearbeitete, gab es drinnen einen spannenden Einblick in das Leben und die Geschichte des Spreewalds. Vermutlich waren die Menschen hier früher wettertechnisch einfach deutlich leidensfähiger als heutige Touristen.

Nach dem Museumsbesuch ging es durch die Altstadt weiter in Richtung Großer Spreehafen. Trotz Regen herrschte dort diese typisch ruhige Spreewald-Atmosphäre: dunkles Wasser, nasse Holzbrücken und Kähne, die selbst bei Schmuddelwetter stoisch ihre Runden drehten. Offenbar lautet das örtliche Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur zu wenig Gurken und zu kalten Kaffee.“

Zum Mittagessen gönnten wir uns erst einmal eine kleine Aufwärmpause, bevor es weiter zum Schloss Lübbenau und durch den Schlosspark ging. Und genau dort entstand vermutlich das Bild des Tages: sattes Grün, spiegelglattes Wasser und diese fast schon unwirkliche Ruhe, die der Regen über die gesamte Anlage gelegt hatte. Bei Sonnenschein wäre das hübsch gewesen. Mit Regen wirkte es dagegen fast wie eine Szene aus einem melancholischen Naturfilm.

Natürlich durfte auch ein wenig Urlaubsshopping nicht fehlen. Spatzlchen hat eine neue Hose gefunden, ich eine neue Mütze, und diverse Souvenirshops konnten ebenfalls erfolgreich verhindern, dass wir mit zu viel freiem Platz im Gepäck abreisen.

Am Ende war das Wetter zwar eher Kategorie „Norddeutscher November auf Klassenfahrt“, aber genau dadurch hatte der Tag irgendwie seinen ganz eigenen Charme. Der Spreewald kann offenbar sogar Regen romantisch aussehen lassen – und das schaffen wahrlich nicht viele Regionen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert