Kategorie: Bild der Woche – Weil Perfektion überbewertet ist!

Jede Woche küren wir ein neues Meisterwerk, das entweder atemberaubend schön, unfassbar kurios oder einfach nur ein glücklicher Zufall ist. Ob dramatische Sonnenuntergänge, majestätische Pfützen oder kunstvoll verwackelte Meisterwerke – hier gibt es alles, was das Fotografenherz (oder der Algorithmus) begehrt. Viel Spaß beim Staunen, Schmunzeln oder Kopfschütteln! 😆📸

  • Kein Ziel. Kein Plan. Kein Fortschritt.

    Kein Ziel. Kein Plan. Kein Fortschritt.

    Ein Feldweg im Schnee, kein Ziel in Sicht und kein Versprechen im Kleingedruckten: Während anderswo Fortschritt gepitcht, Zukunft beschworen und Alternativlosigkeit simuliert wird, liegt diese Landschaft einfach da und verweigert jede Teilnahme. Keine Roadmap, kein Update, keine Vision – nur Spuren von jemandem, der losgegangen ist, ohne vorher ein Strategiepapier zu lesen. Der Wald im Hintergrund steht unbeirrt herum, völlig unbeeindruckt von Cloud, Transformation und Innovationszyklen, und beweist damit etwas höchst Unangenehmes: Dass Stabilität auch ohne Dauerbeschallung, Optimierung und Purpose-Claims existieren kann. Ein Bild wie ein stiller Affront – gegen Tempo, gegen Bedeutungshuberei, gegen die Idee, dass alles ständig irgendwohin muss.

  • Machtfantasien des weltpolitischen Bodenpersonals

    Machtfantasien des weltpolitischen Bodenpersonals

    Während in der Air Force One Drohungen ausgesprochen, Länder markiert und die Weltordnung neu sortiert wird, steht in Bettendorf eine Krippe.
    Keine Forderungen, keine Eskalationsstufen, kein „Deal des Jahrhunderts“.
    Nur Holz, Licht und die Erzählung davon, dass Macht auch ohne Drohgebärden existieren kann.
    Unvorstellbar?
    Nicht ganz.

  • Bettendorf in der blauen Stunde

    Bettendorf in der blauen Stunde

    Die Ruhe vor der nächsten morgendlichen Rushhour …

  • Es ist vollbracht – Spatzl und ich haben geheiratet!

    Es ist vollbracht – Spatzl und ich haben geheiratet!

    Ein Moment voller Freude, Lachen und Glück, eingefangen in einem goldenen Rahmen. Manchmal braucht es gar nicht viele Worte – nur das richtige Herz an der richtigen Stelle. ❤️

  • Verbotene Idylle

    Verbotene Idylle

    Es hätte so schön sein können – ein weiter Blick über die Wiesen, dramatischer Himmel über sanften Hügeln, ein Moment der Freiheit … wenn da nicht dieses Schild wäre. Ein Mahnmal deutscher Gründlichkeit mitten im Grünen: Privatgrundstück – Betreten verboten! Natur nur mit Erlaubnis. Eltern haften für ihre Kinder – und vielleicht auch für schlechte Laune.

    Ein Schnappschuss aus dem ländlichen Deutschland, wo selbst der Wind vorher fragen muss, ob er durchs Gras wehen darf.

  • Hochsommer light 20 Grad, Windstille und 80 % Luftfeuchtigkeit

    Hochsommer light 20 Grad, Windstille und 80 % Luftfeuchtigkeit

    Dieses Bild entstand am 18. Mai – als die Welt noch Hoffnung auf einen Sommer hatte, der seinem Namen gerecht wird. Stattdessen: Dauergrün, Dauernass, Dauerjacke. Der Feldweg im Bild führt irgendwohin. Vielleicht dorthin, wo der Sommer gerade noch lädt.

  • Dorfidylle in Vitt beim Kap Arkona

    Dorfidylle in Vitt beim Kap Arkona

    Reet, Ruhe, Realitätsflucht – willkommen im Pinterest-Deutschland, das nie laut wird und auch nie WLAN hat.

    Vitt – das kleine, verschlafene Fischerdorf auf Rügen, wo selbst das Gras unter dem Reetdach flüstert. Hier scheint die Zeit nicht stehengeblieben zu sein, sondern höflich gefragt zu haben, ob sie kurz innehalten darf. Alles wirkt wie aus einem Heimatfilm, der nie gedreht wurde – weil das Budget zu niedrig und der Handyempfang zu schwach war.

    Die sandige Gasse schlängelt sich durch perfekt geweißelte Häuschen, als hätte der Architekt nach einem Fernsehabend mit zu viel „Bares für Rares“-Romantik beschlossen, ein Dorf zum Träumen zu entwerfen. Man fragt sich: Gibt es hier überhaupt noch echte Menschen oder nur noch Kunsthandwerker auf Motivsuche? Wer weiß. Wer bleibt?

  • König der Planke – Erhabenheit mit Pommesfleck

    König der Planke – Erhabenheit mit Pommesfleck

    Majestätisch thront er auf dem Geländer, Herrscher über Hafen, Horizont und halbe Fischbrötchen. Die Federn ein Patchwork aus Straßenstaub und jugendlicher Verwirrung, der Blick stolz wie bei einem, der gerade erfolgreich eine Eiswaffel aus Kinderhand ergaunert hat. Ein echter Vertreter der Gattung „Larus schnorrensis“, auch bekannt als „Hering mit Flügeln“. Noch kein weißes Federkleid, aber schon alle Allüren. Wer braucht schon Schönheit, wenn man so viel Selbstbewusstsein hat?

  • Schlitzohr – Eine Streunerin mit Geschichte

    Schlitzohr – Eine Streunerin mit Geschichte

    Manche Geschichten schreibt das Leben – andere schnurren sich einfach in dein Herz.
    Schlitzohr, die kleine Streunerkatze aus der Nachbarschaft, hat ein paar Ecken und Kanten – ganz wörtlich. Seit ihr Mensch nicht mehr da ist, bekommt sie ihr Futter von Spatzl und langsam auch ein bisschen Vertrauen zurück. Eine Erinnerung daran, dass Fürsorge leise beginnt – und manchmal mit einer Portion Katzenfutter.

  • Bild der Woche (mit Verspätung): „Blüte mit Burg – oder: Wenn der Fokus einfach woanders liegt“

    Bild der Woche (mit Verspätung): „Blüte mit Burg – oder: Wenn der Fokus einfach woanders liegt“

    Es hätte pünktlich um 10 Uhr erscheinen sollen. Hat es aber nicht. Und warum? Weil selbst der größte Fotograf mal morgens verschläft, die Speicherkarte verlegt oder – wie in diesem Fall – schlicht keine bessere Idee hat als: „Ach komm, Blume mit Burg, das geht immer.“

    Im Fokus dieses Meisterwerks: eine dramatisch aufblühende Begonie, die sich wie eine Diva in Szene setzt. Strahlend rot, voll im Licht, mit dem Pathos einer Shakespeare-Darstellerin auf der Premierenbühne.
    Im Hintergrund: die Burg Diez. Unscharf. Abgeschnitten. Fast beleidigt. Wie eine Sehenswürdigkeit, die es gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen – und heute mal nur Kulisse spielen darf. Tja, Ruhm ist vergänglich.

    Was lernen wir daraus?

    • Diez hat mehr zu bieten als Altstadt, Fachwerk und Geschichte – zum Beispiel Blumenkübel mit Selbstbewusstsein.
    • Tiefenschärfe ist auch nur eine Frage der Prioritäten. Und heute war halt Blumentag.
    • Und ja: Wer die Burg sehen will, muss halt selbst hinfahren. Oder den Fokus manuell verstellen. Aber wer macht das schon?

    Bonus-Zitat für Fortgeschrittene:

    „Wenn du denkst, du bist das Zentrum der Welt, mach ein Foto mit einer Begonie.“