Schwetzingen – Bad Dürkheim – Neustadt a. d. Weinstraße

Mir war völlig klar, dass bei dem Wetter jeder raus an die frische Luft wollte. Mich hielt auch nichts zu Hause in den eigenen vier Wänden. Bei der morgendlichen Tasse Kaffee noch schnell die Tour mit Komoot geplant, die Satteltaschen gepackt und losging es.

Wer sein Moped liebt, der schiebt. Pech gehabt, wenn ausgerechnet in der Pampa die Batterie den Geist aufgibt. Mit reichlich Schadenfreude betrachtete ich die Versuche den bayrischen Mistwagen auf zwei Rädern wieder ans Laufen zu bringen, während ich genussvoll in mein Croissant biss. So eine Pause an der Kollerfähre kann durchaus unterhaltsam sein. Noch bevor die beiden Zweiradjünger ihren alten Bock ans Laufen brachten, machte ich mich von dannen, ohne mir das Ergebnis ihrer Bemühungen bis zum bitteren Ende anzutun.

Ausgangspunkt:Schwetzingen
Höhenunterschied:➚ 330 m ➘ 250 m
Anforderungenleicht
Einkehr:McDonalds
Dauer:ca. 5 Stunden
Länge:58,7 Kilometer

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Apropos unterhaltsam – Wenn Omi an dir mit rund 20 Sachen bei gefühlt 15 Prozent Steigung locker vorbeizieht, während dir selbst die Zunge aus dem Hals hängt und du am liebsten Doc Marlboro verfluchen würdest, dann ist das nicht mehr unterhaltsam. Powered by Bosch hetzten die Rentner durch die Weinberge der Pfalz von einem Weinstand zum nächsten als gäbe es kein Morgen. Da staunte sogar die internationale Studentengruppe auf ihren Gravelbikes nicht schlecht.

Wohl weißlich dieser wilden Horden auf der Weinstraße zog ich schnöden Fast Food bei „Mc Doof“ dem Pfälzer Saumagen im Deidesheimer Hof vor. Der Big Tasty im Pseudo-Vollkorn-Hamburgerbrötchen ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall besser als sich mit leerem Magen auf die nächsten 40 Kilometer zu begeben. Die Hoffnung ein ruhiges Plätzchen zu finden, hatte ich schon auf der Kollerfähre über Bord geworfen.

So war es auch nicht so tragisch, das ausrechnet an diesem Sonntag in Bad Dürkheim verkaufsoffener Sonntag war. Die Massen schoben sich durch die Innenstadt, als wenn es keine Pandemie gäbe. Selbst beim Kochlöffel mit seinen kulinarischen Köstlichkeiten blieb kein Platz leer. Ich trat die Flucht nach vorne an und bahnte mir einen Weg durch diesen Superspreader Event. 1,5 Meter Abstand zu Opa im Rollstuhl waren definitiv nicht drin. Hoffentlich war der Alte geimpft.

In Neustadt an der Weinstraße fand das Drama sein Ende. Den Studenten mit ihren Gravelbikes zeigte ich ab Ortseingang den kürzesten Weg zum Bahnhof. Nachdem sie mich kurz hinter Deidesheim noch forsch überholt hatten, konnten sie mich dann doch nicht abschütteln. Wenigstens eine Genugtuung für diesen Tag.

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